Schlierbach und Kocher bändigen

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Die Bürgerinitiative „Hochwasserschutz sofort“ hat ihre Ziele vorgestellt.
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Die Bürgerinitiative „Hochwasserschutz sofort“ macht mit Plakataktion auf ihre Forderungen aufmerksam. Politiker versprechen, sich für die Interessen einzusetzen.

Hüttlingen-Niederalfingen

Ihre Ziele und Forderungen hat die Bürgerinitiative „Hochwasserschutz sofort“ am Freitag im Rahmen einer Aktion der Öffentlichkeit vorgestellt. Am Ortseingang wurden große Transparente aufgestellt, die auf die Dringlichkeit des Anliegens aufmerksam machen sollen. Der Nikolaus persönlich enthüllte eines davon, um auf die Friedfertigkeit und Weihnachtsstimmung der BI hinzuweisen.

„Wir suchen keinen Streit, sondern endlich eine Sachlösung“, sagte Pressesprecher Wilhelm Hammer vor 15 Personen, darunter Landtagsabgeordnete Martina Häußler (Grüne) und Heike Brucker, stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende, die den verhinderten Abgeordneten Winfried Mack vertrat.

Es müsse endlich etwas geschehen, bevor das nächste Hochwasser in Schlierbach und Kocher den Ort überflute und die Menschen wieder treffe, wie 2016. Im vergangenen Sommer sei es zweimal knapp gewesen, erinnerte er..„Wenn wir uns nicht selber rausziehen, saufen wir wieder ab“, sagte er.

„Wir haben einfach Angst vor neuem Hochwasser“, ergänzte Anton Hügler, Vorsitzender BI. „Seit 2016 ist nichts passiert außer sinnlosen Planungen und einigen hilflosen Gutachten, die nur gekostet haben.“ Auch davor, seit 1989, sei nichts geschehen, trotz mehrerer Anläufe. Das Wasser müsse im gesamten Schlierbachtal zurückgehalten werden, möglichst naturnah und ökologisch. Und das im Verbund mit Neuler, weil es auch dessen Gemarkung betreffe. „Dazu könnten wir gemeinsam einen Zweckverband bilden“, sagte er.

„Ein erstes gutes Zeichen ist es gewesen, dass wir von der Verwaltung zu einer Begehung mit Gemeinderat und Gutachter geladen wurden“, ergänzte er. Zu der umstrittenen Protestaktion mit Plakaten und Fotos auf Pfosten während der Weihnachtsaktion des Vereins Heimatliebe bemerkte er, man wolle Aufmerksamkeit und Hochwasser könne immer kommen.

Martina Häußler versprach Unterstützung für die Anliegen der BI, Bürgerbeteiligung sei immer begrüßenswert und richtig. Man wolle vermitteln, moderieren zwischen BI und Gemeinderat, Verwaltung und anderen Behörden für ein ökologisch und sensibles Verfahren. „Klimaschutz bedeutet auch Hochwasserschutz“, schloss sie.

Dem schloss sich Heike Brucker an. Winfried Mack befürworte ein ganzheitliches und naturnahes Konzept, das Wasser müsse im Wald bleiben, um diesen zu nähren.

Dann machte man sich auf den Weg durch den Ort, wo Hügler und andere Mitglieder der BI die Bedeutung der Fotos, die Schäden aus dem Jahr 2016 darstellen, erklärten. Am Sportplatz hing ein Transparent mit Widerspruch für die BI: „Ein Problem in diesem Orte sind Hügler und seine Kohorte“.

„Die Anwohner bekommen teilweise gar keinen Versicherungsschutz mehr oder nur zu horrenden Preisen“, sagte ein Einwohner. Man habe einfach Angst, und nichts geschehe.

Beeindruckt sagte Martina Häußler, es müsse bald – im Sommer - klar sein, wer mit wem was und wie angehen könne. „Wir müssen gemeinsam Druck aufbauen“, ergänzte Heike Brucker. „Es geht um menschliche Schicksale.“

Wenn wir uns nicht selber rausziehen, saufen wir wieder ab.“

Wilhelm Hammer,, BI Hochwasserschutz

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