So weit sind die Holzarbeiten nach dem Tornado

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Ein Archivfoto vom 20. Mai 2022, als ein Tornado über den Ostalbkreis hinweggefegt ist und sehr große Schäden in den Wäldern hinterließ.

Informationen oberhalb des Laubbach-Stausees über die Folgen der Zerstörung und deren Beseitigung.

Abtsgmünd. Ein kurzer und heftiger Tornado wütete am 20. Mai zwischen Fachsenfeld, Abtsgmünd und Schechingen. Dabei wurden Fahrzeuge und Stromleitungen beschädigt. Vor allem wurde aber ein großer Teil der Waldfläche in Form einer großen Schneise zwischen dem Laubbach-Stausee und Fachsenfeld zerstört. Jetzt machten sich Landrat Dr. Joachim Bläse, der Abtsgmünder Bürgermeister Armin Kiemel, Kreis-Forstdezernent Johann Reck und der zuständige Revierleiter Peter Kommander vor Ort oberhalb des Laubbach-Stausees ein Bild von den Aufräumarbeiten, die gleich nach dem Unwetter gestartet sind.

Insgesamt 80 Waldbesitzende waren erheblich betroffen. Diesen wollten das Landratsamt Ostalbkreis und die Gemeinde Abtsgmünd mit einer konzertierten Aktion bestmögliche Unterstützung bieten, da viele nicht in der Lage waren, die enormen Sturmschäden selbst zu beseitigen, heißt es ein einer gemeinsamen Presseerklärung. Auch wären die Arbeiten mit entsprechenden Gefahren verbunden gewesen. Kommune und Kreis-Forstdezernat organisierte daher die Beseitigung des Sturmholzes. Das Kreisforstamt koordinierte die Arbeiten und konnte die meisten Waldbesitzenden für ein einheitliches Vorgehen gewinnen. Dabei wurden, laut Presseerklärung, zuerst die Grenzen festgestellt und markiert, anschließend die Räumungsarbeiten organisiert und beaufsichtigt. Schließlich sei die Holzmenge aufgenommen und im Auftrag der Eigentümer verkauft worden.

Fünf Meter hohe Polter

Inzwischen sind die Holzaufräum- und -rückearbeiten abgeschlossen. Diese waren, laut Pressemitteilung, wegen der anspruchsvollen Topographie des Geländes sehr aufwendig. Das Holz wurde in den vergangenen Wochen über mehrere hundert laufende Meter, teilweise bis zu fünf Meter hoch, entlang des Waldweges in Poltern zwischengelagert. Gemeinsam mit den Forstunternehmen Wieland aus Großerlach, Haas Forstmaschinen und -geräte aus Pommertsweiler, und Müller aus Alfdorf habe man die Arbeiten rasch erledigen können. „Mit Holzvollerntern arbeiteten sich die Profis durchs Durcheinander, schnitten die Stämme kurz und sortierten das Holz dabei nach Art und Verwendungszweck“, so die Presseerklärung.

Revierleiter Peter Kommander habe darüber informiert, dass in allen Waldbesitzarten insgesamt 22 500 Festmeter Sturmholz angefallen seien, davon sei Abtsgmünd mit rund 1500 Festmeter betroffen – das sei mehr als das Doppelte als normalerweise im ganzen Revier in einem Jahr nachhaltig geerntet werde.

In dem Schreiben heißt es, dass 30 Hektar Wald komplett zerstört sein dürften. „Eine unfassbare Menge Holz.“ Zu 90 Prozent sei privater Wald betroffen. Daher seien die meisten Waldbesitzenden sehr dankbar für die tatkräftige Unterstützung.

Weshalb sich der Landrat freut

Landrat Dr. Joachim Bläse hat sich, laut Pressemitteilung, von der Leistungsfähigkeit des Kreisforstdezernats und der Forstunternehmen beeindruckt gezeigt und sich über die unkomplizierte und professionelle Zusammenarbeit zwischen Kreis und Kommune gefreut.

Bürgermeister Armin Kiemel habe dies dadurch ermöglicht, dass er sofort bereit gewesen sei, als Gemeinde eine Garantenstellung zu übernehmen, falls etwa eine Zwischenfinanzierung der Aufarbeitungskosten notwendig werden sollte. „Ein Paradebeispiel kommunaler Zusammenarbeit!“, wird Bläse zitiert. Forstdezernent Johann Reck habe den zügigen Fortgang der Arbeiten gelobt, der den Beschäftigten des Kreisforsts in der letzten Zeit sehr viel abverlangt habe. Bürgermeister Armin Kiemel lobte den enormen Einsatz aller: „Ein Kraftakt, der hier in kürzester Zeit gestemmt wurde. Das geht nur, wenn alle an einem Strang ziehen.“

Der Abtransport der verschiedenen Holzarten werde jetzt noch etwas dauern, da bei den Unternehmen Kapazitäten fehlten oder die Sommerpause anstehe. Im Schreiben heißt es, dass gute Wetterverhältnisse zum Aufarbeiten und gute Holzpreise dazu beigetragen hätten, dass sich das Holz verkaufen ließ. Dadurch habe man auch dem Borkenkäferbefall vorgebeugt.

Voraussichtlich im Herbst werde mit der Aufforstung der Waldflächen begonnen. Je nach Verfügbarkeit von Setzlingen und Arbeitskräften werde dies bis weit ins Jahr 2023 hinein dauern.

Holzarbeiten nach Tornado bei Abtsgmünd sind weitgehend abgeschlossen.

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