Teure Sanierung steht jetzt an

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Setzungen und Risse im Panoramaweg in Untergröningen, der als Fußweg vom Schloss hoch zur Siedlung „Kolonie“ führt. Archivfoto: mam

In Untergröningen muss am Schlossberg und am Panoramaweg dringend saniert werden. Warum es vergleichsweise teuer wird.

Abtsgmünd-Untergröningen

Der Schlossberg in Untergröningen und der Panoramaweg müssen aufwendig saniert werden. Sowohl in der Straße „Schlossberg“ wie auch im weiter bergan führenden Fußweg klaffen Risse, verursacht durch Setzungen, die Höhenunterschiede von bis zu sieben Zentimetern bilden.

Die Sache am steilen Abhang zum Kochertal hin wird teuer. 85 Meter, davon sind 35 Meter Straße, sollen laut Kostenberechnung knapp 359 000 Euro verschlingen. Das wären 4220 Euro je laufender Meter. Eine Hangsicherung an einer solchen zum Teil engen und schwer zugänglichen Stelle habe man noch nicht gemacht, sagt Ortsbaumeister Ralf Löcher auf Nachfrage.

Die gute Nachricht in der schlechten: „Das Schloss steht stabil auf seinem Sandsteinfelsen“, gab Bürgermeister Armin Kiemel bekannt. „Schäden haben wir nur an Straße und Weg.“ Kiemel sagte aber auch, darum müsse man sich jetzt dringend kümmern. Sonst bestehe die Gefahr, dass größere Teile abrutschten, und am Fuße des Hangs zum Kocher hin stehen Häuser, die im Falle des Falles beschädigt werden könnten.

Auf den 35 Metern Straßenstrecke und 30 Meter im Panoramaweg schlägt das Ortsbauamt eine Sanierunstechnik vor, die bereits bei einer Hangrutschung an der Gemeindeverbindungsstraße nach Wegstetten praktiziert wurde: eine sogenannte Kleinbohrpfahlwand mit Kopfbalken. Dabei werden stahlbewehrte, 22 Zentimeter starke Bohrpfähle aus Beton zwei Meter tief in den darunterliegenden Sand- und Tonstein verankert. Die Pfähle werden abwechselnd senkrecht und um zehn Prozent gegen den Hang geneigt niedergebracht. Die oberen Enden dieser Pfähle werden mit einem betonierten „Kopfbalken“ miteinander verbunden, quasi nach dem Motto „gemeinsam sind wir stärker“.

20 weitere Meter des Panoramaweges sollen mit einer Natursteinmauer abgesichert werden. Der Weg dort ist so schmal, dass er nicht mit dem Bohrpfahl-Gerät befahren werden kann.

Robert Kruger erkundigte sich nach den Erfahrungen mit dieser Technik am Sträßchen nach Wegstetten. Die Sache habe sich bewährt, meinte Ortsbaumeister Ralf Löcher.

Der Ausschuss empfahl dem Gemeinderat einstimmig diese Sanierung, sie soll an diesem Donnerstag beschlossen werden. Läuft dann alles Weitere nach Plan, könne ab Juli gebaut werden, Ende November dieses Jahres könnte die Sanierung dann fertiggestellt sein.

Das Schloss steht fest auf seinem Felsen.“

Amin Kiemel, Bürgermeister

Bewährte Bautechnik bei schwachem Untergrund

Bohrpfähle kommen zum Einsatz vor allem als Gründungselemente, wenn die Ableitung von hohen Lasten in tiefer liegende, tragfähigere Bodenschichten erforderlich ist. Bohrpfähle gelten als biegesteif und nehmen sowohl Vertikal- als auch Horizontallasten auf. Durch ihre erschütterungs-, lärm- und setzungsarme Herstellung eignen sich Bohrpfähle auch für den innerstädtischen Bereich sehr gut. Zunächst wird zumeist ein Rohr in den Erdboden gepresst oder gebohrt. Im Inneren wird dann das Erdmaterial mit einer Bohrschnecke gefördert. mam

Grafik: ca

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