Ernst Mantel über „gell“ und Schwarzwurst

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Ernst Mantel taucht ein in die Tiefe der schwäbischen Seele.

Ernst Mantel präsentiert das Beste aus 40 Jahren im Schlosshof in Untergröningen.

Abtsgmünd-Untergröningen. Tritt Ernst Mantel in Abtsgmünd auf die Bühne, kann der Großteil im Publikum mitsingen. So auch an diesem Abend in Untergröningens Schlosshof, an dem sich zum Best-Of aus 40 Jahren rund 160 Gäste eingefunden hatten.

Traditionell begann Mantel mit dem Anfang. Denn der ist, wie bekannt, wichtig als auch schwer. Weiter ging es mit Reflexionen zum kleinen aber feinen schwäbischen Wörtchen „gell“, nach dem auch sein aktuellstes Programm benannt wurde und dessen Höflichkeitsform „gellet Se“. Und obwohl das Stück schon 2019 geschrieben wurde, sind die Zeilen „I han mei Meinung und von der gang i ned weg“ doch erstaunlich aktuell.

Ob Klassiker oder neues Stück: Vom geliebten Schwarzwurstring über Scheißabach bis zum Baumarkt, Ernst Mantel hatte das Beste vom Besten dabei. Als Sprachakrobatiker und Meister der Alliterationen bewies er sich mit „Lustiger Linguistik für Freizeitgermanisten in der Diaspora“ und mit „Knoschpst?“, eine „uralte Nummer, die zum eigenen Spaß“ sein musste. Auch die Älteren kamen nicht ungeschoren davon. Sei es der Krankheiten-Wettbewerb, ein „beiger Fuß“ oder der Arztbesuch mit Enkel Anthony – sie alle wurden von ihm aufs Korn genommen.

Ernst Mantel schaffte es, einzutauchen in „die Tiefe der schwäbischen Seele“ und das Publikum zu begeistern. Zu „Grad isch schlecht“ begannen die Kirchenglocken zu läuten – das nennt man wohl eine glückliche Fügung des Schicksals.

Fazit: ein perfekter Abend in Untergröningen, trotz einsetzender Kälte.

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