Weihnachtsaktion in Niederalfingen sorgt für Aufregung

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Weihnachtsdeko in Niederalfingen
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Einwohner und Verein Heimatliebe haben das Dorf weihnachtlich geschmückt. Eine Aktion der Bürgerinitiative sorgt für Unruhe.

Hüttlingen-Niederalfingen. Auf Initiative des Vereins Heimatliebe ist der Ort auch in diesem Jahr wieder im Rahmen der Aktion „Adventsdorf Niederalfingen“ eindrucksvoll weihnachtlich geschmückt geworden. Mit viel Liebe haben Bürgerinnen und Bürger ihre Eigenheime und Gärten sowie Vereine verschiedene Plätze entsprechend dekoriert.

Für eine solche Aktion ist die Vorweihnachtszeitpunkt der falsche Zeitpunkt.“

Karin Jennewein, Vorsitzende Verein „Heimatliebe“

„Das ist eine tolle Aktion des Vereins und der Niederalfinger Bürger“, sagt Bürgermeister Günter Ensle. „Das hat wieder eine sehr positive Wirkung nach außen.“ An unzähligen Fenstern, in Vorgärten und Hauseingängen finden sich Rentiere, selbst gebastelte Figuren, Nikoläuse und Lichterketten. Auch der gepflanzte Weihnachtsbaum am Dorfbrunnen wurde von der „Heimatliebe“ wieder mit LED-Beleuchtung geschmückt. Weitere Höhepunkte sind etwa die große Krippe der „Heimatliebe“ vor dem Baum und das Backhaus mit der Hexe des Museumsvereins am Heimatmuseum, von den Mitgliedern dieses Vereins eindrucksvoll gestaltet.

Adventsstimmung eingebremst

Etwas gebremst in ihrer Weihnachtsstimmung werden viele Bürger des Ortes und viele der rund 330 Mitglieder der „Heimatliebe“ in diesem Jahr von einer Aktion der BI „Hochwasserschutz sofort“. Deren Vorstandsteam hatte ihre Mitglieder im Vorfeld dazu aufgerufen, dieAdventsaktion der „Heimatliebe“ zu nützen und mit Fotos und Plakaten auf die Dringlichkeit von Hochwasserschutz im Ort aufmerksam zu machen. So hängen jetzt vor einer Reihe Häusern von vom Hochwasser 2016 betroffenen entsprechende Plakate, teilweise bestückt mit Grablichtern. Was nicht bei allen Bürgern, auch bei vom Hochwasser geschädigten, gut ankommt. „Für eine solche Aktion ist die Weihnachtszeit der falsche Zeitpunkt, bei allem Verständnis für die Dringlichkeit des Hochwasserschutzes“, sagt Karin Jennewein, Vorsitzende der „Heimatliebe“ und Gemeinderätin. Auch Mathias Wanner, weder im Verein noch in der BI Mitglied, sagt: „Ich finde die Aktion der BI jetzt nicht passend, man hätte sie später machen können, ohne so viel Unruhe im Dorf zu schaffen.“ Dem schließt sich Sabrina Schlosser an. Ein Vereinsmitglied bezeichnet die Aktion der BI als „Schlag ins Gesicht vieler Einwohner“. Auch Gebhard Jörg, Niederalfinger Urgestein und lange Jahre im Ausschuss der Heimatliebe, bezeichnet den Zeitpunkt der BI-Aktion als „völlig daneben“. „Das gehört nicht in die Weihnachtszeit, bei aller Wichtigkeit von Hochwasserschutz für den Ort“, ergänzt er.

BI möchte Aufmerksamkeit

Anton Hügler, Vorsitzender der BI, und Willi Hammer, im Vorstand der BI, sehen das anders. „Wir können jetzt nicht nur auf Advent machen, wir müssen etwas tun, damit wir nicht absaufen“, sagt Hammer. Man wolle Aufmerksamkeit erreichen für die Sicherheit der Menschen, ergänzt Hügler. „Und viele stehen dahinter“, betont er. Es müsse einfach schnell etwas passieren, sagen beide.

„Die BI muss sich darstellen, sie weiß aber auch, dass ein Gutachten zur Flußgebietsuntersuchung erst im Februar fertig wird“, sagt Ensle. Bisher habe sich die BI sehr sachlich verhalten, ergänzt er. Jürgen Eschenhorn

Mit solchen Plakaten machen Bürger während der Weihnachtsaktion auf die Wichtigkeit des Hochwasserschutzes aufmerksam.
Dieser Hausbesitzer kombiniert "Weihnachtsdorf" und Protest für Hochwasserschutz.
Krippe und Weihnachtsbaum der "Heimatliebe".

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