Wie die Bullifreunde der Pandemie trotzen

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Foto: BW
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Markus Bader und Tobias Will organisieren alljährlich das Bulli-Treffen am Hammerschmiede. Wie sie das 2021 machten.

Abtsgmünd-Pommmertsweiler

Es war Liebe bei der ersten Probefahrt. Gerne erinnert sich Tobias Will an das Jahr 2014 zurück, als er seinen ersten Bulli gekauft hat. „Ich bin beim Weg ins Geschäft daran vorbei gefahren“, sagt der KfZ-Meister. Der Geldbeutel wurde gezückt. Kurze Zeit später folgt sein Schwager Markus Bader, er bietet im Internet bei einer Auktion für einen VW Bus mit. „Und dann habe ich ihn einfach bekommen“, so Bader.

Heute: Beide stehen inmitten der kultigen Fahrzeuge. Auf ihrem T-Shirt prangen zwei Bullis im Comic-Stil komplettiert von der Schrift „Bullitreffen am Hammerschmiedesee“. Genau dort befinden sie sich gerade, am Hammerschmiedesee nahe Abtsgmünd. Seit 2014 hat das Duo dort ein Treffen organisiert, das Bullifreunde aus ganz Deutschland, ja sogar aus den Nachbarländern zusammengeführt hat. Waren es zu Anfang noch 57 Bullis, stieg die Zahl der VW-Freunde jährlich – vor zwei Jahren waren es gar 250 Fahrzeuge.

Doch dann kam Corona. Bereits 2020 musste das Treffen abgesagt werden, man campte nur im kleinen Kreis. Wie haben sich die Bullifans über Wasser gehalten in dieser schwierigen Zeit? „Da gab es zum Beispiel digitale Bulli-Treffen, da haben die Leute Bilder von sich in eine Gruppe geschickt, wie sie vor ihrem Bus grillen“, erinnert sich Tobias Will. Doch für ihn sei das nichts, denn Geselligkeit sei das Wichtigste beim Treffen, betont er, während er mit Bader durch die Fahrzeugreihen schlendert. Auch Sponsoren, die das Treffen stets unterstützt haben, waren schwierig zu finden. Messeartikel, die dort auf einer Tombola angeboten wurden, gab es keine mehr und auch sonst wusste man nie genau, ob die Veranstaltung stattfinden kann.

Campen ist seit Mitte Juni wieder erlaubt

Auch dieses Jahr haben die Bullifreunde Ostalb kein Event, organisiert. Monatelang hat sich das Duo mit den Auflagen beschäftigt. Doch die Durchführung einer Veranstaltung war zu undurchsichtig. Aber: Campen ist seit Mitte Juni erlaubt. „Den Leuten fällt die Decke auf den Kopf“, sagt Markus Bader. Daher hat das Orga-Team den Fans Bescheid gegeben: Wer Lust hat sich anzuschließen und beim Hammerschmiedesee zu kampieren, kann das auflagengetreu machen.

Zahlreiche Bullifreunde haben sich das nicht zweimal sagen lassen. Ohne ausführliches Programm, wie es sonst üblich war, dafür mit Wiedersehensfreude, hat man sich auf den Weg gemacht und auf der Wiese vor dem idyllischen See gemütlich gemacht. Alte und neue Freunde tragen es, das T-Shirt mit den beiden Bullis, mit denen alles begonnen hat. Übrigens: die Kleidungsstücke bieten Will und Bader zum Kauf an. Nicht aus Eigennutz, wie sie erklären. Nein, Geld soll für das Kinderhospiz gesammelt werden.

Und auch wenn die Freude beim Wiedersehen im Fokus steht, hat die vergangene Zeit den beiden gezeigt, wie wichtig auch in schweren Zeiten soziales Engagement ist.

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