Wo Beton-Narzissen aus dem Gugelhupf wachsen

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Kleine Papphasen und leckere Kuchen im Glas verkaufen Joseph und Jakob auf dem Bauernmarkt.

Der erste Bauernmarkt 2021 lockte Besucher aus der ganzen Region zum Dorfhaus Mittelbronn.

Gschwend-Mittelbronn. Facettenreich, künstlerisch und wohlduftend präsentierte sich beim ersten Bauernmarkt der Saison in Mittelbronn das Angebot. Die Besucher genossen die Reize für alle Sinne in vollen Zügen.

Da blieb man gern bei Ralf Müller an seinem Stand stehen und zeigte sich begeistert über seine Kunst aus Beton. Schließlich gibt's nicht alle Tage eine Narzisse oder Hyazinthe, die aus einem Gugelhupf wächst. "Ist mein Hobby", klärte der Anbieter aus Gschwend lächelnd auf.

Derweil ziehen Joseph (8) und Jakob (12) über den Markt. Lautstark bieten sie "ganz leckeren Kuchen im Glas" an. Oder auch kleine Papphasen, die man so zusammenstecken kann, dass ein Ei darin Platz findet. Die Jungs verkaufen alles für die Grundschule in Frickenhofen.

Genauso wie die Mitglieder des Elternbeirats an einem Stand, wo es zudem noch Floristik im Glas gibt. Hinter der Theke stehen Jason Humphreys und Bianca Maier. "Eigentlich bieten wir am ersten Bauernmarkt der Saison die Bewirtung mit Kaffee und Kuchen im Dorfhaus an. Aber das geht ja wegen Corona nicht", erklären sie. Der Erlös fließt in Schulausflüge für die Grundschüler.

Regen Absatz finden die selbst gemachte Marmelade oder das Pesto am Stand der Familie Hofmann aus Gschwend. "Es macht hier einfach Spaß, es ist so eine schöne Atmosphäre und tut gut, Menschen zu sehen", sagt Ulrike Hofmann.

Wer beim Bauernmarkt seiner maskengeschützten Nase folgt, hat zuerst köstlichen Salzkuchen vor sich und landet irgendwann bei den Seifen von Cronhütte. Mal mit Weihrauch, mal mit Rosenduft – die Vielfalt der "Kronseifen" ist groß. Ebenso wie am Stand von Anne und Jana Horlacher aus Laufen am Kocher. "Das ist eigentlich der Stand von unserer Oma Paula, aber wegen Corona bleibt sie mit ihren 85 Jahren lieber daheim. Wir sind eingesprungen", erklären die Enkelinnen. "Und von Tante Rose haben wir Osterdeko dabei", schildern sie.

Kurzum, auf dem Bauernmarkt war mächtig was los. Viele Standbetreiber kommen seit Jahren und sparen nicht mit Lob fürs Mittelbronner Ambiente. Und auch die Besucher kommen aus der ganzen Region, genießen das Angebot. Vorausschauend wird mit Tüten und Körben angereist. Die einen füllen sie mit Wurst, Brot und Äpfeln, andere mit Osterdeko. "Und eine Hand hat man ja auch noch frei", amüsiert sich eine Kundin aus Wimberg, die ein Ostergebinde in der Hand hält.

Seit 20 Jahren gibt es den Markt

Vergangenen September waren es 20 Jahre, dass der Bauernmarkt immer am letzten Samstag im Monat seine Pforten öffnet. "Leider konnte es aufgrund von Corona keine kleine Jubiläumsfeier geben", bedauerte Organisator Norbert Hinderberger damals. Der erste Bauernmarkt der Saison zeigte erneut, dass es eben nicht "nur" um einen Markt handelt. Sondern, dass der Bauernmarkt ein Ort der Kommunikation ist. Und die klappt auch mit Mundschutz.

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