Flüchtlingsunterkunft: Das frühere Haghof-Hotel ist keine Option

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Der Landkreis prüft zwar ehemalige Hotels auf ihre Eignung als Unterkunft für Geflüchtete, schließt jedoch jenes im Haghof augfgrund seiner Lage aus.
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Die Gemeinde Alfdorf hat im vergangenen Jahr 98 geflüchtete Menschen untergebracht.  Der Landkreis sucht nun zwar dringend weitere Unterkünfte, schließt aber das ehemalige Landhotel aus. 

Alfdorf. Das einstige Golf- und Landhotel Haghof, das schon einmal ab Januar 2016 als Flüchtlingsunterkunft für bis zu etwa 200 Menschen diente, soll kein weiteres Mal als Unterkunft für Geflüchtete dienen.  Das sagt Melanie Barth von der Pressestelle des Landkreises auf Anfrage. Es sei bereits zu Anfang der aktuellen Flüchtlingskrise, ausgelöst durch den Ukraine-Krieg,  geprüft und „aufgrund der Lage verworfen worden“. Der Rems-Murr-Kreis und seine Kommunen haben stark steigende Zugänge von ukrainischen Flüchtlingen und Asylbewerbern aus anderen Ländern zu bewältigen, es müssen bereits Notunterkünfte in Turnhallen genutzt werden, teilte die Kreisverwaltung kürzlich mit. Um weitere Notunterkünfte zu verhindern und die bestehenden möglichst schnell wieder aus der Nutzung nehmen zu können, suche der Landkreis nach langfristig geeigneten Unterkünften. Die Kreisverwaltung nannte in diesem Zusammenhang auch ehemalige Hotels als eine geeignete Option. So will der Landkreis etwa das „Hotel zur Mühle“ in Urbach als Flüchtlingsunterkunft für bis zu 80 Bewohner nutzen.

98 Geflüchtete im Jahr 2022

Die Gemeinde Alfdorf hat im vergangenen Jahr 98 Geflüchtete aufgenommen, 75 davon kamen aus der Ukraine, sagt Hauptamtsleiter Tobias Feldmeyer. 62 dieser Menschen seien privat untergebracht, 13 in der Flüchtlings- und Obdachlosenunterkunft in der Unteren Schlosstraße, wo insgesamt 29 Menschen leben. Aktuell müsse die Gemeinde laut Aufnahmeverpflichtung noch weitere 15 Flüchtlinge aufnehmen. Die Verwaltung sei gerade dabei, weiteren Wohnraum anzumieten, außerdem würden in der Unterkunft in der Unteren Schlossstraße demnächst zwei Wohnungen frei.

Im Sommer 2018 hatten die letzten Geflüchteten die Gemeinschaftsunterkunft im ehemaligen Haghof-Hotel verlassen, der Mietvertrag mit dem Landkreis endete im Dezember desselben Jahres. Seither steht das Gebäude leer. Noch im März 2019 hat der Alfdorfer Gemeinderat der Bauvoranfrage eine Investors zugestimmt, der dort ein Hotel- und Kongresszentrum eröffnen wollte. Dieser wollte den Gebäudekomplex bis aufs Erdgeschoss abreißen und zu einem Flachdachgebäude mit zwei Obergeschossen umbauen.   Anja Müller

Weiter Wohnraum gesucht

Die Gemeinde Alfdorf sucht weiter Unterkünfte für geflüchtete Menschen. Beim Ordnungsamt der Gemeinde kann Wohnraum per E-Mail an: schmidt@alfdorf.de oder unter der Telefonnummer (07172) 309 27 gemeldet werden, außerdem online auf: https://alfdorf.de/wohnraum-fuer-fluechtlinge

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