Keine neuen Schulden trotz großer Pläne in Alfdorf

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508.000 Euro: Der Umbau des Feuerwehrgerätehauses in Pfahlbronn gehört zu den großen Posten im Haushalt der Gemeinde Alfdorf in diesem Jahr.
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Die Alfdorfer Verwaltung stellte dem Gemeinderat den Haushaltsplan für 2022 vor. Warum dieser so spät kommt und warum Alfdorf finanziell momentan gut dasteht.

Alfdorf. Nicht ideal nannte Bürgermeister Ronald Krötz die Einbringung des Haushaltsplans 2022 in der Sitzung des Alfdorfer Gemeinderats am Montag. Und meinte damit gar nicht das Zahlenwerk an sich. Sondern, dass die Einbringung erst mitten im Jahr geschehe. 

Als Gründe nannte Krötz die Umstellung des Rechnungssystems, die Personalsituation, die Aufgabenfülle im Finanzbereich sowie den Renteneintritt von Kämmerer Norbert Kronberger Ende 2021. „Ziel ist es natürlich Stück für Stück wieder vor die Lage zu kommen und den Haushalt künftig wieder früher zu verabschieden“, sagte der Schultes. Er dankte Leah Strobel, der stellvertretenden Leiterin der Kämmerei. Sie hatte den Ratsmitgliedern den Haushaltsplan vorgestellt und erläutert. 

Im Moment würden eine geringe Verschuldung sowie die gute Einnahmesituation der Gemeinde viel Handlungsspielraum bieten, lautete Strobels Urteil. Allerdings könne man nur sehr unsicher prognostizieren, was die Zukunft bringe, sagte sie und verwies unter anderem auf die steigenden Energiepreise. „Die Gemeinde steht vor großen finanziellen Herausforderungen“, mahnte sie und sprach den „erheblichen Sanierungsstau“ bei Gebäuden, Straßen und Wegen an. Außerdem müsse die Gemeinde mittelfristig neue Aufgaben zusätzlich finanzieren, nämlich „Ganztagesbetreuung ab 2026 und Klimaneutralität“.

Auch Bürgermeister Krötz blickte sorgenvoll in die Zukunft. Durch den Krieg in der Ukraine sei Gas und Öl knapper und teurer. „Was noch nicht absehbare Folgen für die Wirtschaft und damit auch auf die Gewerbesteuer haben kann.“ 

Doch Alfdorf habe den großen Vorteil, hohe liquide Eigenmittel in der Vergangenheit angespart zu haben. Dadurch und durch hohe Erträge wie Steuereinnahmen müsse man keine neuen Schulden aufnehmen. Die Pro-Kopf-Verschuldung werde in 2022 von 42 auf 28 Euro sinken. Der Landesdurchschnitt liege bei 309 Euro. „Und dies obwohl die Gemeinde mehrere Großprojekte umgesetzt hat, sowie dringend notwendige Investitionen umgesetzt werden müssen.“ 

Insgesamt 8,55 Millionen Euro möchte die Gemeinde in diesem Jahr investieren. Den größten Batzen verschlingt dabei die Versorgung mit schnellem Internet. 1,92 Millionen Euro sieht der Haushaltsplan für die Beseitigung der „Weißen Flecken“ vor, also Gebiete, die nur über langsame Internetgeschwindigkeit verfügen. Die komplette Versorgung mit Glasfasertechnik werde über die Jahre sieben Millionen Euro kosten. Krötz führte zu dem Thema aus, dass die Ausschreibungsphase diese Woche ende. Er rechne mit der Vergabe der Arbeiten nach den Sommerferien. „Und dann geht der Ausbau los“, der in bis zu drei Jahren gut 500 Haushalte betreffe.

Ebenfalls viel Geld kostet in diesem Jahr der Umbau des Feuerwehrgerätehauses in Pfahlbronn (508 000 Euro), die Erweiterung der Kläranlage Leineck (470 000 Euro) oder die Planungskosten für die energetische Teilsanierung der Schlossgartenschule (209 000 Euro). Eine Million Euro rechne man noch für das neue Sportzentrum Alfdorf ab. Fast 800 000 Euro bezahle man außerdem noch für die Straßen- und Kanalsanierungen an der Hauptstraße. Mittel sind außerdem für Skatepark und Dirtpark eingestellt, ebenso für eine Querungshilfe am Strutweg oder die Straßenbeleuchtung.

Alle Haushaltsanmeldungen aus den Fachbereichen hätten berücksichtig werden können, betonte der Bürgermeister. Die Maßnahmen aber umsetzen zu können, sei aufgrund der „sehr schlank aufgestellten Verwaltung“ die größte Herausforderung.

Der Rat gab anschließend gleich Geld aus: Eine Schechinger Firma wird für 28 500 Euro die Fachplanung für die Wärmeversorgung im Gerätehaus Pfahlbronn erledigen. Für 14 500 Euro übernimmt eine Igginger Firma dasselbe für den Bereich Elektroanlagen.

Der Haushalt 2022 in Zahlen (in Millionen Euro)

Erträge 18,05 
Aufwendungen 17,55 
Investitionsvolumen 8,55 
vorhandene Mittel für Investitionen 1,26 
Entnahme aus Finanzmittelbestand 3,87
Restbestand Finanzmittel 8,23 
Neuverschuldung 0
Pro-Kopf-Verschuldung Ende 2022 28 Euro

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