Buchreise startet in Waldhausen

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Einen eigenen Bücherschrank oder viel mehr vier Bücherkoffer hat jetzt die Grundschule Waldhausen. Rektorin Stephanie Knödler freute sich am großen Interesse der Kinder. Foto: cop
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An der Grundschule Waldhausen können die Kinder jetzt mit vier Koffern auf die „Buchreise“ gehen: Wie bei einem öffentlichen Bücherschrank kann frei gelesen werden.

Lorch-Waldhausen

Einige Zeit hat Emma im Koffer gestöbert und sich ein Buch ausgesucht. Jetzt steht das Mädchen vor der Rektorin und fragt: „Frau Knödler, was darf ich jetzt mit dem Buch machen?“ Stephanie Knödler lächelt und antwortet: „Das kannst du mit nach Hause nehmen oder hier lesen, ganz wie du willst.“ Seit vergangener Woche gibt es in der Grundschule Waldhausen eine neue Bücherstation.

Einen öffentlichen Bücherschrank könnte man wohl auch sagen, so ist das System bekannt: Bücher, die man nicht mehr braucht, werden in einen öffentlich zugänglichen Schrank gestellt. Gleichsam ist es jedermann möglich, sich ein Buch von dort zu nehmen. In der Aula der Schule steht aber kein Schrank. Hier laden vier hübsche, braune Koffer ein, in ihnen zu stöbern. „Das sind eigentlich Hocker, die ich mit höheren Stuhlbeinen umfunktioniert habe“, verrät Rektorin Knödler. Passend zu den Koffern hat sie in großen Buchstaben „Wohin die Buchreise wohl geht?“ über die Station geschrieben. Bunte Bilder von Flugzeugen, Globen, Schiffen und Landkarten vervollständigen das Bild. Neben den „Fünf Freunden“ von Enid Blyton finden sich in den vier Koffern Disneyklassiker, Detektivgeschichten, spannende Erklärbücher oder Romane von Cornelia Funke. Aber auch CDs mit Geschichten sind dabei.

Kinder neugierig machen

Das alles macht sichtlich neugierig: Mädchen und Jungen stehen immer wieder an den Koffern, kramen und beraten sich. „Das geht schon den ganzen Tag so“, sagt die Rektorin zufrieden. Hinter dem Angebot steckt die Idee, Kinder zu motivieren, auch außerhalb des Unterrichts zu lesen. „Und zwar ohne Hürden, also ohne Ausleihsystem oder ähnliches.“ Ein Buch finden, mit nach Hause nehmen und fertig. „Manche lesen auch in der Mittagspause und in der Betreuung“, hat Stephanie Knödler beobachtet. Die „Buchreise“ hat auch schon vor dem Unterricht geöffnet, und auch das wird genutzt.

Selbstständigkeit wird gefördert

Dass auch eigene Bücher mitgebracht und gespendet werden können, sei ebenso wichtig. „So bekommt ein Buch eine Wertigkeit, obwohl das Kind selbst nichts mehr davon hat.“ Das fördere Selbstständigkeit, weil die Schülerinnen und Schüler überlegen müssten, was ihnen ein Buch noch bedeutet.

Die Idee zu dem Ganzen stamme von der Elternvertreterin, die auch die ersten Bücher gestiftet hat. Überreden musste sie die Rektorin sicherlich nicht. Lesen hat in der Grundschule Waldhausen einen hohen Stellenwert, spätestens seit der Einrichtung der Leseoase. 2018 war ein großes Eck-Klassenzimmer zur Schulbücherei umgewandelt worden. Seitdem ist dort freies Lesen möglich, begleitet durch eine Fachkraft, die die Klassen in mehreren Stunden in der Woche unterstützt. Noch kurz vor der Corona-Pandemie hatte die Schule die Aktion Lesen im Dunkeln angeboten, weitere waren geplant.

„Lesen ist wichtig“, betont Stephanie Knödler. Sei es beim Einkaufen, im Straßenverkehr oder eben später in Schullaufbahn und Beruf. Umso besser, wenn die Kinder gerne lesen. Ohne Zwang, sondern freiwillig und aus Interesse. „Mich freut das so, wenn ich lesende Kinder sehe, die dabei strahlen und einfach Lust und Freude daran haben.“

Mich freut das so, wenn ich lesende Kinder sehe.“

Stephanie Knödler,, Schulleiterin
Einen eigenen Bücherschrank oder viel mehr vier Bücherkoffer hat jetzt die Grundschule Waldhausen. Rektorin Stephanie Knödler freute sich am großen Interesse der Kinder. Foto: cop

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