Die Corona-Strategie für den Schulanfang im Rems-Murr-Kreis steht

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Symbolbild

Wie der Rems-Murr-Kreis den Schulbetrieb nach den Sommerferien sicher gestalten möchte.

Waiblingen. Der Rems-Murr-Kreis hat die Sommerferien gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt genutzt, um die praktizierte Corona-Teststrategie fit fürs neue Schuljahr zu machen. Ziel sei es gewesen, „den Schulbetrieb nach den Sommerferien möglichst durchgängig aufrecht zu erhalten und Präsenzunterricht und Betreuung sicher zu gestalten“, teilt die Kreisverwaltung mit.

Bereits im Herbst 2020 hatte im Rems-Murr-Kreis das erste Corona-Schnelltestzentrum in Baden-Württemberg für Schulen und Kindertagesstätten (Kita) den Betrieb aufgenommen, um Corona-Schnelltests für ganze Schulklassen oder Kita-Gruppen umsetzen zu können. Mit Einführung der indirekten Testpflicht an Schulen wurde das Testzentrum in Winnenden bereits im Frühjahr 2021 komplett auf PCR-Nachtestung umgestellt. Positive Schnelltests in Schulen und Einrichtungen können dort regelmäßig noch am gleichen Tag mit einem PCR-Test validiert werden, um den Schulbetrieb nicht länger als nötig zu unterbrechen.

PCR-Tests nur bei Bedarf

Die Teststrukturen ergänzt die App RMK-Cosima. Sie ermöglicht schnelle Reihentestungen an Schulen und die digitale Erfassung der Ergebnisse – ohne eine aufwendige Zettelwirtschaft. Zudem erfolgt die Meldung der Testergebnisse ans Gesundheitsamt automatisch und muss nicht zusätzlich zum Tagesgeschäft erledigt werden. Als Bonus sind die Testergebnisse für die Schülerinnen und Schüler in der App als Nachweis nutzbar – zum Beispiel für Reisen in andere Bundesländer.

Intensiv geprüft und mit dem Schulamt und der Labormedizin der Rems-Murr-Kliniken abgestimmt hat die Kreisverwaltung auch eine Umstellung auf PCR-Pooltests. Bei diesen sogenannten Lolli-Tests werden die Proben einer Klasse gemeinsam im Labor untersucht. Nur wenn positive Fälle dabei sind, gibt es eine Einzelauswertung, also eine Nachtestung der Klasse. Dieser Vorgang dauert mehrere Tage. PCR-Tests seien zwar genauer, räumt das Landratsamt ein, müssten aber im Gegensatz zu den Schnelltests, die vor Ort ausgewertet werden, ins Labor zur Auswertung. Das heißt: Alle Schulen müssten zweimal in der Woche ihre Proben an ein Labor schicken. „Bei 50 000 Schülern im Rems-Murr-Kreis wäre dies logistisch und finanziell ein erheblicher Aufwand“, erklärt die Kreisverwaltung. Daher wird der Rems-Murr-Kreis in Schulen weiterhin auf unter Aufsicht durchgeführte Schnelltests und die App RMK-Cosima zurückgreifen – zumindest in den kreiseigenen Schulen.

„Verlässliches Testen ist ein wichtiger Baustein beim Infektionsschutz und hilft dabei, die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs zu sichern“, sagt Sabine Hagenmüller-Gehring, Leiterin des Staatlichen Schulamtes zur Teststrategie. Und betont dann: Sie sei „sehr zuversichtlich, dass wir mit Hilfe der Maßnahmen des Landratsamts auch im neuen Schuljahr die Teststrategie verlässlich in den Schulen umsetzen können.“

Landrat übt Kritik

Kritisiert wird derweil im Landratsamt, dass der Schülerausweis als Nachweis für einen Schnelltest ausreichen soll. Für Landrat Dr. Richard Sigel ist das „eine Lösung, die am Infektionsschutz vorbeigeht und diesen nicht ernst nimmt“. Denn wie wolle man sicherstellen, dass ein Schüler mit Schülerausweis auch getestet wurde? „Wenn man keine validen Lösungen für einen Testnachweis hat, dann sollte man aber ehrlicherweise ganz auf die Testpflicht in den Schulen verzichten“, findet Dr. Richard Sigel.

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