Drittes Trainee-Programm erfolgreich gemeistert

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13 Jugendliche leiten den Gottesdienst, bei dem sie ihr Zertifikat für ihre Trainee-Ausbildung erhalten haben. Foto: Tom
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13 Jugendliche leiten Gottesdienst in Waldhausen und erhalten anschließend ihr Trainee-Zertifikat.

Lorch-Waldhausen. Die ganze Zeit beobachtet werden? „Ich finde diese Vorstellung nicht schön“, sagte Arne, „es ist schlecht, dass Gott uns zusieht“. Jana hielt dagegen: „Ich finde es gut, dass Gott uns sieht.“ So verteilten sich die Meinungen in der Predigt am Sonntagabend in der Waldhäuser Martin-Luther-Kirche. 13 Jugendliche leiteten den Gottesdienst, bei dem sie ihr Zertifikat für ihre Trainee-Ausbildung erhielten.

Zertifikat für Bewerbungen

Insgesamt hatten Waldhausens Pfarrer Lukas Golder und Lorchs Vikar Maik-Andres Schwarz 16 Jungen und Mädchen in den vergangenen Monaten unter ihren Fittichen. Bei regelmäßigen Treffs lernte der mittlerweile dritte Jahrgang des gemeindeübergreifenden Trainee-Programms, wie man Jugendgruppen leitet, Streit schlichtet oder Veranstaltungen organisiert. Mit dazu gehört auch ein praktischer Teil. „Die Trainees waren bei der Konfi-Freizeit dabei“, erzählt Lukas Golder, „darüber haben sie sich besonders gefreut“.

„Das Zertifikat, der sogenannte Quali-Pass, bescheinigt ihnen am Schluss, dass sie in sozialen Kompetenzen geschult wurden“, sagt Pfarrer Golder. Bei Bewerbungen sei das eine gern gesehene Zugabe. Deswegen habe es auch bisher nicht an Teilnehmern gemangelt: „Von acht Konfirmanden aus dem vergangenen Jahr haben sechs mitgemacht“, erzählt Golder für seine Waldhäuser. Er finde das schön: „Weil ich sie länger begleiten kann, als nur während der Konfirmanden-Zeit.“ Im Trainee-Programm begegne er den Jugendlichen auch nicht als der Pfarrer, sondern mehr auf Augenhöhe.

Die fünf Mädels und der Junge brächten sich in der Gemeinde ein, beispielsweise als Helfer in der Kinderkirche oder beim Aufbau zum großen Bezirksjugendevent im vergangenen Oktober.

Auch auf die Teilnehmer früheren Jahrgänge hatte Golder sich verlassen können: Die Jugendlichen halfen beispielsweise dabei, die Schilder für Pfingst- oder Osterweg aufzubauen. Und womöglich bleibt der ein oder die andere längerfristig für die Gemeinde aktiv. „Das wäre schon etwas Tolles, wenn auch nur eine oder einer bei uns hängenbleibt“, nickt Golder. Allerdings freue er sich auch, wenn die Jugendlichen einfach eine schöne Zeit beim Trainee-Programm hätten.

Ihren Abschlussgottesdienst haben die Trainees miteinander selbst geplant und ausgeführt. Musikalische Unterstützung kam von der SMS-Band aus Remshalden, die schon öfters in Waldhausen gespielt hat. Das Thema war die Jahreslosung: „Du, Gott, siehst mich.“ Luca betonte in der Predigt, dass Gott alle Menschen sieht, ohne Vorurteile zu haben.

„Gott soll Freiheit geben“

Arne sagte, dass Gott der Schöpfer sei, der uns Regeln zum Leben gegeben habe. Jetzt solle er den Menschen aber die Freiheit geben, nach diesen Regeln zu leben. Ohne Beobachtung. „Jeder Vater muss einmal seine Kinder loslassen.“ Während Jana meinte, dass Gott mit seinem ständigen Blick zeige, dass er es ernst meint mit seiner Liebe für die Menschen. „Wir sind ihm nicht egal.“⋌Cornelia Villani

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