Ein Hund kostet in Alfdorf künftig 102 Euro Steuer

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Gremium lehnt Erhöhung der Hundesteuer auf 120 statt bisher 90 Euro ab.

Alfdorf. 120 statt bisher 90 Euro für den ersten Hund, 240 statt bisher 180 Euro für weitere Hunde: Über diesen Antrag der Verwaltung zur Erhöhung der Hundesteuer in Alfdorf diskutierten die Gemeinderäte unter Vorsitz des stellvertretenden Bürgermeisters Klaus Hinderer, der den erkrankten Bürgermeister Ronald Krötz vertrat.

„Hunde spielen für die Menschen eine unheimlich wichtige Rolle“, insbesondere in der aktuellen Zeit, sagte Dr. Wolfgang Hipp. Auch hielten sich die Beschwerden über Belästigungen und Verunreinigungen im Rahmen. Eine Steuererhöhung um 30 Prozent sah der Tiermediziner als unangemessen an. Hipps Appell an das Gremium, der Erhöhung in dieser Form nicht zuzustimmen, schlossen sich Hans-Dieter Folter und Dr. Götz vom Holtz an. Einer Erhöhung auf 102 Euro für den ersten Hund, die die drei stattdessen beantragten, stimmte das Gremium mehrheitlich zu. Die Hundesteuer für jeden weiteren Hund wurde auf 204 Euro festgelegt. Kampfhunde seien in der Gemeinde nicht gemeldet, erklärte Hinderer, die Steuer für diese Tiere wurde für den Ersthund auf 612 Euro, für jeden weiteren auf 1224 Euro festgesetzt.

Buchen leiden unter Klimawandel

Über den Zustand und den Betriebsplan des Gemeindewaldes informierten Kreisforstamtsleiterin Dagmar Wulfes und Revierförster Gerd Pfeiffer. Die Energiekrise sei auch in der Holzwirtschaft angekommen, sagte Wulfes. 40 Prozent der Holzernte würden als Heizmittel verwendet, dies erhöhe den Druck auf den Holzmarkt. Die Preise seien gestiegen, die Nachfrage sei höher als das Angebot. Der Alfdorfer Gemeindewald werde nachhaltig bewirtschaftet, das wertvolle Stammholz werde den Sägewerken zugeführt. Eine Übernutzung des Alfdorfer Gemeindewaldes schließt die Forstamtsleiterin aus. Brennholz werde an die Bevölkerung weiterhin verkauft, „soviel der Wald freiwillig hergibt“.

Die Buche nannte Wulfes einen „Problemfall“, diese Hauptbaumart nehme auf Tonböden oder Böden, die leicht austrocknen, Schaden. Die Buche komme mit den Bedingungen des Klimawandels nicht mehr klar. Auch der Borkenkäfer sei nach wie vor ein Problem. Bei einer Klimaerwärmung von zwei Grad haben alle Laubbäume Probleme, bei allem, was nun im Wald passiere, liege der Fokus auf größerer Vielfalt und Durchmischung.

Alfdorf habe „das Waschbärenproblem“ dank aktiver Jäger relativ gut im Griff, erklärte Wulfes und informierte über die Möglichkeit, Stadtjäger zu engagieren, um Privatpersonen den „Fallenfang“ abzunehmen. Die 250 Euro und mehr Kosten würden Privatpersonen abschrecken und möglicherweise für eine „nicht tierschutzgerechte Erledigung“ des Waschbärenproblems sorgen, wandte Hipp ein. Er bat Wulfes, zu prüfen, ob es einen Fördertopf für die Buchung von Stadtjägern gebe. Revierförster Pfeiffer gab einen Rückblick auf die Arbeiten im Wald und erinnerte an das Jahr 2019, in dem 95 Prozent der Holzernte auf Schadholz zurückzuführen war. Im Jahr darauf sank der Schadholzanteil auf 72 Prozent. Für das kommende Jahr rechnet Pfeiffer bei einem Einschlag von 1240 Festmetern Holz mit einem Ertrag von 30 000 Euro.

Pfeiffer informierte über Einschläge, die etwa der Verkehrssicherheit dienen. So müssen beim Waldkindergarten Hasenköhl mehrere Bäume gefällt werden, weil bereits größere Äste ohne ersichtlichen Grund abgebrochen seien. Dem Betriebsplan stimmte das Gremium einstimmig zu. ⋌Andrea Rohrbach

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