Kloster Lorch als Zielscheibe der Geknechteten

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Das Kloster Lorch ist heute ein beliebtes Ausflugsziel.

Am 26. April 1525 stürmten Bauern das Benediktinerkloster. Es war der Anfang vom Ende für das Kloster.

Lorch. Über Jahrhunderte hatte das Benediktinerkloster Lorch Schätze angehäuft und verfügte über viele Ländereien. Am 26. April 1525 endete diese Blütezeit: Aufgebrachte Bauern plünderten das Kloster – der Bauernkrieg, der in vielen Teilen des Reiches tobte, machte auch vor der Grablege der Staufer nicht Halt. Dabei war Kloster Lorch nur eines von vielen: Von Gaildorf ausgehend zogen rund 3000 aufständische Bauern über die Ostalb, verwüsteten unter anderen Kloster Murrhardt und zerstörten die Burg Hohenstaufen, den Stammsitz der Staufer. Diese Geschehnisse gehören zum Bauernkrieg, der von 1524 bis 1526 tobte.

Im Frühjahr 1525 brachen an vielen Orten in Süddeutschland, Thüringen, Österreich und der Schweiz die Aufstände der Bauern los. Ein Grund dafür war die Einführung einer neuen Verbrauchssteuer auf wichtige Lebensmittel. Durch den aufwendigen Lebensstil des jungen Herzogs Ulrich hatte sich Württemberg massiv verschuldet. Höhere Steuern sollten die Mehrausgaben ausgleichen, so der Plan der Regierung. Zusätzlichen Unmut rief der Herzog hervor, als er seine Untertanen weiter kontrollieren und ihre Rechte beschneiden wollte.

Die revolutionären Ideen der Reformatoren waren schließlich der Funke, der den Aufstand der einfachen Bevölkerung in Südwest- und Mitteldeutschland und angrenzenden Ländern entzündete. Denn auch Martin Luther kritisierte die Machtgier der Kirche und das zügellose Leben einiger Herrscher. Doch Luther sah zwar die Missstände, vertrat aber die Meinung, dass weltliche Ansprüche nicht mit der Bibel begründet werden dürfen – und stellte sich mit einem Großteil der Reformatoren gegen die Bauern. Diese bildeten Bauernheere, sogenannte „Haufen“, die Klöster und Burgen als Zentren der alten Ordnung plünderten und verwüsteten. Im Sommer 1525 wurden die Bauern vernichtend geschlagen. 1526 endete der Bauernkrieg, der rund 100000 Tote forderte.

Die Plünderungen vom 26. April 1525 waren der Anfang vom Ende des Klosters Lorch. Zwar wurden die Schäden teilweise behoben und die Benediktiner kehrten zwanzig Jahre später zurück. Doch die Württemberger Herzöge hatten sich mittlerweile der Reformation zugewandt: 1556 löste Herzog Christoph das Kloster auf. Erst mit dem zunehmenden Verfall der gotischen Klosterkirche im 19. Jahrhundert besann man sich auf das Erbe der Staufer. Heute ist in dem Monument, dass die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg verwalten, die Geschichte des Adelsgeschlechts erlebbar.

Das Kloster Lorch ist aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Weitere Informationen gibt's im Internet unter www.klosterlorch.de sowie unter www.schloesser-und-gaerten.de.

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