Lorchs neuer Wassermeister

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Kläranlage Lorch Stefan Burr
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Stefan Burr ist der neue Leiter der Kläranlage in Lorch-Waldhausen. Der 34-Jährige erzählt, was er an seiner Arbeit mag und was ihn in Lorch reizt.

Lorch-Waldhausen

Steingrauer Schlamm hat sich in einer Rinne am Boden gesammelt. „Das sind unsere Bakterien“, sagt Stefan Burr und ergänzt: „Normalerweise fließt hier das Wasser herein.“ Doch am Donnerstag war der Zulauf zur Lorcher Kläranlage in Waldhausen heruntergedrosselt worden: „Weil wir das Klärbecken warten“, erklärt Burr. Der 34-Jährige ist seit April der neue Leiter der Anlage.

Eineinhalb Jahre hatte die Stadt Lorch nach einem Nachfolger von Michael Szegedi gesucht, der nun Ende August in den Ruhestand gegangen ist. Im Oktober 2020 hatte der Verwaltungsausschuss als Anreiz für Bewerber sogar beschlossen, die Vergütung um eine Gehaltsstufe zu erhöhen. Und nicht mehr auf den Ausbildungsgrad eines Wassermeisters zu bestehen. „Mir ist die Stellenanzeige Ende letzten Jahres durch Zufall in die Hände gefallen“, erzählt Burr, der übrigens Wassermeister ist. Sein Interesse sei gleich geweckt gewesen: „Einmal weil es um eine Leitungsfunktion ging.“ Bei der Stadtentwässerung Backnang, wo Burr zwölf Jahre lang beschäftigt war, leitete er zwar den Kanalbetrieb, aber keine komplette Anlage. „Auf den Aufstieg hatte ich Lust.“ Außerdem habe es im Privaten gepasst. „Meine Frau und ich können uns vorstellen, von Backnang nach Lorch zu ziehen, sobald wir das Passende finden.“ Das erste Kind ist unterwegs, jetzt sei man noch flexibel.

Nicht zuletzt freue sich der 34-Jährige darauf, beim Umbau der Kläranlage involviert zu sein. „Das wird ein riesiges Projekt, sehr spannend.“ Denn die Kläranlage funktioniere zwar gut, sei aber technisch in die Jahre gekommen. „Die letzte Sanierung war in meinem Geburtsjahr 1987.“ Zudem muss ein neuer Faulturm her, seit der bisherige im April 2019 durch eine Explosion zerstört worden war. „Der Turm wird wohl hinter das Betriebsgebäude gebaut“, sagt Burr, nicht an seinen alten Platz. Denn das Ingenieurbüro, das mit der kompletten Neuplanung der Anlage betraut ist, habe die Aufgabe, das Gelände an der Rems so gut wie möglich auszunutzen. „Wenn man viel Geld in die Hand nimmt, was hier notwendig ist, sollte man nicht nur an die nächsten fünf Jahre denken“, sagt Stefan Burr. Deshalb müsse eine effektive Planung für die nächsten zehn bis 20 Jahre her. „Wenn vielleicht mal ein weiteres Klärbecken notwendig ist.“

Burr war an der Planung beteiligt und brachte eigene Ideen ein. „Mir gefällt, dass künftig mit unserem Klärgas ein Blockheizkraftwerk betrieben wird.“ Welches den eigenen Strombedarf decken soll. „Der Rest stammt dann aus erneuerbaren Energien.“

Am seinem Beruf, der doch oft falsch eingeschätzt würde, mag Stefan Burr den abwechslungsreichen Alltag. Mit seinen Kollegen Jürgen Betz und Ralph Erhardt kontrolliert Burr täglich Messgeräte, kümmert sich um die Maschinentechnik und arbeitet im Labor. „Dort testen wir, ob das Wasser, das wir in die Rems leiten, den Grenzwerten entspricht.“

Das wird ein riesiges Projekt, sehr spannend.

Stefan Burr,, Leiter der Kläranlage

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