Spannende Ideen für Lorchs Zukunft

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Bürgerforum Lorch
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Schon richtig in die Tiefe ging es beim Auftakt der Bürgerbeteiligung zum Lorcher Stadtentwicklungsplan. Rund 100 Interessierte nahmen teil.

  • Weitere Termine für die Stadtentwicklung
  • Am Mittwoch, 20. Oktober, um 18 Uhr in der Lorcher Stadthalle können Bürger zur Kernstadt Lorch sprechen. Am Donnerstag, 28. Oktober, um 18 Uhr in der Remstalhalle stehen Waldhausen und Weitmars im Mittelpunkt. Und um Ober- und Unterkirneck, Rattenharz und die Gehöfte geht es am Mittwoch, 10. November, um 18 Uhr im Dorfhaus Unterkirneck. Es gilt stets die 3G-Regelung.

Bitte kommen Sie alle auch, wenn wir tiefer einsteigen.“

Tom Philipp Zoll,, Planer

Lorch-Waldhausen

Rund 100 Bürgerinnen und Bürger nahmen am Mittwoch an der Auftaktveranstaltung zur Bürgerbeteiligung am Lorcher Stadtentwicklungsplan teil. Bürgermeisterin Marita Funk begrüßte die Menschen unterschiedlichen Alters in der Remstalhalle und betonte: „Für eine zielgerichtete Ausrichtung unserer Stadt bis 2035 sind Ihre Ideen und Wünsche gefragt und geschätzt.“

Dann verließ Funk bewusst die Halle und überließ Tom-Philipp Zoll und Verena Vollath vom Architekturbüro Zoll das Feld. „Das ist so gewollt“, erklärte Geschäftsführer Zoll, denn so könne man frei „unter sich“ sprechen.

Was viele Anwesende auch nutzten: Themen wie zu klein gefasste Abwasserrohre, der Mangel an Gaststätten, zu viel Versiegelung, E-Mobilität, zu viel Lärm durch die Bundesstraße oder mangelhafte Internetverbindung wurden angesprochen und von den Planern notiert. „Alles, was wir jetzt sammeln, bekommt im nächsten Schritt der Gemeinderat“, erklärte Zoll und versprach: „Da geht nichts verloren.“ Auch nicht die Kritik eines Bürgers, der über ernüchternde Erfahrungen mit dem Fortschrittswillen der städtischen Verantwortlichen in der Vergangenheit berichtete. Oder die Bitte eines Schülers des örtlichen Gymnasiums, der sich um die sinkende Attraktivität seiner Schule sorgte. Sehr spannend fanden die Planer den Vorschlag einer Bürgerin, die den Bau von Wohnraum auf dem Dach von Einkaufsmärkten ins Spiel brachte.

Städteplaner Zoll zeigte sich sehr froh, schon am ersten Abend in einen Dialog treten zu können: „Bitte kommen Sie aber alle auch zu den Terminen, wenn wir tiefer einsteigen wollen.“ In den kommenden drei Wochen wird das Stuttgarter Büro drei Beteiligungsforen anbieten, bei denen es erst um Lorch, dann um Waldhausen und Weitmars und schließlich um Kirneck, Rattenharz und die Gehöfte geht. Jede und jeder sei dazu eingeladen, betonte Zoll, je mehr kommen, desto besser. Dann werde auch noch einmal die Analyse für den jeweiligen Bereich vorgestellt. „Dafür waren Verena Vollath und Laura Lombardo im ganzen Stadtgebiet unterwegs.“ Anhand zahlreicher Fotos zeigte Projektleiterin Vollath, dass ihr Büro etwa Schwächen beim Leerstand im Ortskern sieht. Aber auch bei nicht barrierefreien Unterführungen, sanierungsbedürftigen Hallen, der Querung der B297 bei Kirneck oder der Auslagerung des Einzelhandels ins Gewerbegebiet. „Gestalterisch sehr hochwertig“ sei dagegen der Bereich rund um das Bürgerhaus oder der Sinnesgarten der Stadtkirche. Weitere Stärken erkannte Vollath im Kloster und Schulzentrum, aber auch in der grundsätzlich guten Versorgungsstruktur und der starken Verbindung ins Grüne.

Plan liegt im Sommer 2022 vor

Vollath erklärte, dass solche und viele weitere Themen jetzt gesammelt würden. Auch der Gemeinderat habe seinen Teil beigetragen, in einer Klausurtagung Anfang Oktober. „Nach der Bürgerbeteiligung wird es ein Jugendforum geben, wohl Anfang Dezember“, kündigte Zoll an. Anschließend arbeite sein Büro alle Vorschläge aus, worauf eine zweite Klausurtagung mit dem Gemeinderat folge. Dabei legen die Räte fest, welche Themen kurz-, mittel- und langfristig angegangen werden. Am Schluss, wahrscheinlich vor den Sommerferien 2022, werde der daraus resultierende Stadtentwicklungsplan der Öffentlichkeit vorgestellt. Zoll sagte, dass der Entwicklungsplan zwar rechtlich nicht bindend sei. „Die Stadt verpflichtet sich dazu eher ideell.“ Sie könne sich mit dieser strategischen Voraussicht aber einen Vorteil verschaffen; „Denn sie wird agieren statt reagieren können.“

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