Acht Lebensretter für Lorch

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Sie leisten schnelle Hilfe im Ernstfall (v.l.): Alex Purr, Dominik Nusser, Ben Weller, Monja Stark, Marvin Wahl, Lars Klugmann und Philipp Blessing. Auf dem Bild fehlt Marvin Schöllhammer. Foto: privat
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Wer in Lorch einen Herzstillstand erleidet, kann aktuell auf acht Ehrenamtliche hoffen, die als Ersthelfer zur Rettung eilen. Mehr öffentliche Defibrillatoren in der Stadt wären dabei hilfreich.

Lorch

Laut beginnt Lars Klugmanns Handy zu dröhnen. Das Signal zeigt an, dass in der Nähe jemandes Herz aufgehört hat, zu schlagen. Der Rettungshelfer würde jetzt sofort los eilen, um zu helfen. Denn Klugmann ist einer von acht Lebensrettern in Lorch.

Zusammen mit Alex Purr sitzt Lars Klugmann im Gerätehaus der Feuerwehr. Der Alarm war glücklicherweise nicht echt, Klugmann hat lediglich Ton und Lautstärke demonstriert. „Das ist die App, die uns ortet“, zeigt der Lorcher auf seinem Handy. Uns, das sind neben den beiden fünf weitere Feuerwehrmänner der Lorcher Wehr, nämlich Ben Weller, Marvin Wahl, Dominik Nusser, Marvin Schöllhammer und Philipp Blessing.

„Und dann noch Monja Stark“, sagt Alex Purr, die einzige, die nicht der Feuerwehr angehört. Die Acht haben getan, wozu der Freiburger Verein Region der Lebensretter seit 2017 aufruft: Sich über Internet oder App als ehrenamtliche Lebensretter registrieren zu lassen. Angenommen wird jede Person, die mindestens eine Ersthelfer-Schulung vorweisen kann.

Was müssen die Lebensretter tun? „Wir werden zu jedem Herz- und Kreislaufstillstand gerufen“, erklärt Alex Purr. Erreicht ein Notruf die Leitstelle, lokalisiert diese die Lebensretter über die App. Wer in der Nähe des Opfers ist, wird alarmiert. Dadurch sind die Helfer schnell vor Ort. Schneller zumindest als der Rettungsdienst. „Jede Minute zählt bei einem Herzstillstand.“

Seit Frühjahr 2020 gibt es die Lorcher Gruppe. Seitdem sind sie im Jahr etwa 15 Mal alarmiert worden. Wiederbeleben konnten sie bislang einen Menschen. „Der Erfolg ist stark abhängig davon, wie der Herzstillstand eintritt“, sagt Lars Klugmann. Bessere Chance gebe es, wenn der Kollaps beobachtet wird, also akut behandelt werden kann. Wenn jemand aber etwa aus dem Schlaf nicht mehr aufwache, stünden die Chancen schlechter, sagt Lars Klugmann.

„Mit Defibrillator sind die Chancen viel besser“, sagt Alex Purr. Also mit dem Gerät, das den Herzrhythmus mit Hilfe von Elektroschocks normalisieren kann. „Einer von den Lebensrettern wird immer direkt zu dem nächsten Defi geschickt.“ Doch rund um die Uhr zugängliche Schocker gibt es in Lorch nicht. Auf der Internetseite des Lebensrettervereins ist die Klosterstadt eine Ausnahme im Remstal: Westlich und östlich sind zahlreiche Defi-Standorte markiert. Und zwar nur für Geräte, die rund um die Uhr zugänglich sind, bestätigt Daniel Schain, Leiter für Operatives und Technik.

Erster Defi in Planung

Das ist wichtig, denn auch im Lorcher Stadtgebiet gibt es Defibrillatoren, etwa in Sporthallen oder Firmen. Diese haben die Helfer auch schon benutzt. Doch diese sind nur zugänglich, wenn die Hallen geöffnet sind. Bürgermeisterin Marita Funk berichtet, dass ein Defibrillator bestellt sei und dieser Tage am Gerätehaus angebracht werden soll. Inwieweit die Stadt an weiteren Stellen Defis aufstellen wird, sei offen. „Mit diesem ersten, öffentlichen Defi möchten wir nun Erfahrungen sammeln.“ Ein zweiter Defi sei intern für die Feuerwehr bestellt worden.

Weil die Aktionen auf Spenden basieren, wünschen sich die Lorcher: „Genug Spenden, um jedem von uns eine Grundausrüstung kaufen zu können.“ Solch ein Rucksack beinhalte Warnweste, Beatmungsbeutel und Schutzhandschuhe. Kosten? „Etwa 100 Euro pro Rucksack“, sagt Purr. Am liebsten würden sie auch eigene Defibrillatoren kaufen, für rund 1000 Euro pro Stück.

Spenden für die Lorcher Helfer sind unter DE55 614 500 50 0440 9005 64 willkommen, Bescheinigung sind leider nicht möglich. Wer Lebensretter werden will, findet alle Infos dazu unter https://regionderlebensretter.de. 

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