Anerkennung für den Dorfladen

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Der Dorfladen in Waldhausen bekommt künftig 300 Euro im Monat von der Stadt.

Lorch. Ab Februar erhält der Waldhäuser Dorfladen von der Stadt 300 Euro im Monat. Und zwar zwei Jahre lang, als Zuschuss zur Miete. Das hat der Gemeinderat bei zwei Enthaltungen entschieden. Damit gaben die Rätinnen und Räte dem Antrag des Ladens statt.

Bereits von April 2016 bis Ende 2020 hatte die Stadt den genossenschaftlich geführten Laden mit jährlich 3600 Euro unterstützt. „Wir können eine weitere Förderung nur befürworten“, sagte Bürgermeisterin Marita Funk.

Auch Dr. Dietmar Hermann (CDU) sprach sich dafür aus: „Der Betrieb des Dorfladens ist schwierig zu bewerkstelligen.“ Das funktioniere nur mit „massivem ehrenamtlichen Engagement“. Hermann verwies auch auf die Sperrung der Remsbrücke, die dem Laden nicht gutgetan habe. Im Jahr 2021 wurde die Brücke beinahe ein Jahr lang saniert, wodurch dem normalen Verkehr durch die Bahnhofstraße ein Riegel vorgeschoben war.

Manfred Schramm (SDP) erzählte, dass sich der Laden vor der Corona-Pandemie gut entwickelt habe. Jetzt kämen auch noch die Verteuerung und Inflation dazu. „Die Leute drehen heutzutage jeden Pfennig mehrmals um.“ Schramm dankte der Stadt, die im vergangenen Jahr Gutscheine für einen Einkauf im Laden als Weihnachtsgeschenke verteilt habe. „Wegen so etwas kann solch ein Laden auch überleben.“

Heinz-Joachim Herzog (Freie Wähler) mahnte bei allem Positiven, dass es auch „andere Systeme“ gebe, die man nicht aus den Augen verlieren solle. Gemeint seien Selbstbedienungsläden wie beispielsweise in Börtlingen. „Hoffentlich gibt es keine Schwierigkeiten mit anderen Läden in der Stadt, weil diese die Unterstützung nicht bekommen“, sagte er.

Dieser Laden sei besonders

Bürgermeisterin Funk antwortete ihm darauf, dass der Waldhäuser Dorfladen eine besondere Stellung einnehme, die eine Förderung rechtfertige. „Der Laden ist örtlicher Treffpunkt und geht damit weit über das normale Nahversorgungsmodell hinaus.“ Zudem würdige die Stadt das ehrenamtliche Engagement.

Das der Laden noch ausgebaut habe, erzählt Frieder Wahl tagsdrauf. „Zwei Ehrenamtliche übernehmen jetzt auch ein paar Stunden im Verkauf“, sagt der Vorstandsvertreter. Das sei eine von mehreren Maßnahmen, mit denen der Laden zum Jahreswechsel auf die schwierigen Umstände reagiert habe. „Früher haben wir 150 Euro Stromkosten im Monat gehabt, nun sind es zusätzliche 400 Euro pro Monat“, schilderte er. Im Geschäft müsse so viel gekühlt werden. „Was wir an Strom sparen können, haben wir schon ziemlich ausgereizt.“

Auch hinsichtlich des Mindestlohns habe es Anpassungen geben müssen. Um Ausgaben zu sparen, mache der Laden nun am Vormittag eine halbe Stunde früher zu und sei in den Ferien nur halbtags geöffnet. „Das müssen wir leider nüchtern und betriebswissenschaftlich sehen“, sagt Wahl. Er hoffe, dass die Waldhäuser weiterhin regelmäßig einkaufen und ist sich sicher: „Wir schaffen das.“ ⋌Cornelia Villani

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