Ein Lager wie im Mittelalter

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Lagerleben wie im Mittelalter: Das konnten die Besucher im Lorcher Klostergarten erleben. Die historisch Gewandeten gaben Infos zu Handwerk und Waffenkunst von einst.
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Die „Söldner von Lorch“ lagern im Kloster Lorch, altes Handwerk und Waffenkunst werden den Besuchern geboten. Auch das Wäscherschloss öffnet seine Tore ins Mittelalter.

Kloster Lorch und die Burg Wäscherschloss haben wieder geöffnet

Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli © Jan-Philipp Strobel
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli © Jan-Philipp Strobel
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli © Jan-Philipp Strobel
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli © Jan-Philipp Strobel
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli © Jan-Philipp Strobel
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli © Jan-Philipp Strobel
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli © Jan-Philipp Strobel
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli © Jan-Philipp Strobel
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli © Jan-Philipp Strobel
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli © Jan-Philipp Strobel
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli © Jan-Philipp Strobel
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli © Jan-Philipp Strobel
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli © Jan-Philipp Strobel
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli © Jan-Philipp Strobel
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli © Jan-Philipp Strobel
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli © Jan-Philipp Strobel
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli © Jan-Philipp Strobel
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli © Jan-Philipp Strobel
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli © Jan-Philipp Strobel
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli © Jan-Philipp Strobel
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli © Jan-Philipp Strobel
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli
Eröffnungswochenende in den Monumenten des Stauferlandes am 3. und 4. Juli © Jan-Philipp Strobel

Lorch

Die Schlösser, Burgen und Gärten im Stauferland haben seit dem vergangenen Wochenende wieder geöffnet. Für die bunte Truppe der „Söldner zu Lorch“ ging damit eine wahrlich lange Durststrecke zu Ende. Über ein Jahr konnte sich die schillernde Söldnermannschaft nicht mehr zum Schwerttraining treffen. Die geliebten Lagerleben durften nicht mehr stattfinden.

13 Mitglieder zählen die „Söldner von Lorch“, immerhin sechs „Anwärter“ wollen in die historische Gruppierung aufgenommen werden. Zählt man das Rudel Kinder dazu, so waren am Wochenende knapp zwei Dutzend historisch gewandete „Zeitzeugen“ aus rund 1200 Jahren Kulturgeschichte in Lorch am Lagerleben beteiligt.

Die Sonne brannte heiß, das Lager hatte sich in den Schatten eines großen Baldachins über einer langen hölzernen Tafel verzogen. Schläfrige Ruhe lag über dem Lager. Irdene Tonbecher hielten den Met kühl, in Holzschüsseln wurde Obst angeboten, Holzschuhe lagen im Gras, und eine Shisha-Wasserpfeife verbreitete einen feinwürzigen Duft. Roland, der Bremer, verkörpert einen Händler aus dem Spätmittelalter. „Unsere Liebe und Leidenschaft gilt dem Leben der vergangenen Jahrhunderte“, sagt er. Dazu gehörten auch die damaligen Kampfarten, die unter normalen Umständen bei ihren öffentlichen Lagerleben präsentiert werden. „Training war nicht drin“, erklärt der Händler. Daher gab's am Wochenende zwar nur eine Waffenschau, aber dafür um so mehr Informationen und Eindrücke in längst vergangene Zeiten.

Während sich die Kinder unbekümmert in einem der größeren Zelte bei einer Kissenschlacht austobten, saß Kathrin, die Sarazenin, im Schatten des Sonnensegels und führte eine Nadel mit güldenem Garn unbeirrt und konzentriert durch einen leuchtend blauen Stoff. Das neue Gewand soll später die achtjährige Helena tragen. „Die Kinder sind aus ihren historischen Kostümen gewachsen“, lacht Kathrin. Helena trägt derweil ein zauberhaftes orientalisch anmutendes Gewand, besetzt mit Ketten voller klingender Münzen. Ausgemustert werden soll das alte Gewand nicht, erklärt die Jungsarazenin. „Ich trage die Kleidungsstücke im Wechsel.“

Den „flammenden Benjamin“ hingegen schien die Mittagshitze nicht zu stören. Unermüdlich übte er den Schwung von Drachenstab und Pois. Die perfekte Beherrschung dieser „Sportgeräte“ tut Not: Bei Nacht werden die Stabenden mit petroleumgetränkten Lappen umwickelt und angezündet. Zusammen mit Feuerkeulen und Kohlestäben sorgt der „flammende Benjamin“ für feurige nächtliche Momente. „Wir leben unser mittelalterliches Hobby so originalgetreu wie möglich“, erklärt die stickende Kathrin.

Felle und orientalische Teppiche

Dazu gehören selbstredend die originalgetreuen Zeltunterkünfte, in die sich die Familien zur nächtlichen Ruhe zurückzogen. Der Blick in die Unterkünfte förderte ein gemütliches Ambiente zutage. Auf derb gezimmerten Bettgestellen fanden sich weiche Felle, der Boden bedeckt mit orientalischen Teppichen ließ Platz für kleinere Tische und Aufbewahrungsmöbel. Im Schatten der Klosterkirche führte der „zum Ritter geschlagene“ Patrick Arescin-Damhain den zumindest optisch einzig wahren Sarazenen Recep in die Künste des Säbelfechtens und in den Umgang mit dem Scimitar – einem osmanischen Säbel – ein. Nach dieser schweißtreibenden Lehrstunde zogen sich Schüler und Lehrer in den Schatten zurück und erbaten einen Becher gekühlten Met.

Die älteste Personengruppe verkörperte die Tochter eines Wikinger-Händlers, die den Namen Skadi–Sjursdottir–Sjurs Tochter trägt. Die Wikinger seien ein raues und kämpferisches Volk gewesen, erklärt Sjurs Tochter. Für die Mannen gab es vor mehr als 1200 Jahren nichts Ehrenwerteres als im Kampf zu sterben. Dadurch gingen die Kämpfer in die Walhalla ein, um mit den Göttern an einem Tisch zu sitzen.

Blut und Tod brauchten die Besucher am Wochenende nicht zu fürchten. Vielmehr konnten sie sich am Anblick eines harmonischen Familienlebens aus 1200 Jahren Zeitgeschichte erfreuen. Neben dem Kloster Lorch zog es die Besucher auch auf die Burg Wäscherschloss in Wäschenbeuren. Dort konnten sie einen Rundgang durchs Gebäude unternehmen und in die Welt der Ritter eintauchen.

Öffnungszeiten: Das Kloster Lorch hat ab sofort samstags und sonntags jeweils von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Das Wäscherschloss ist samstags und sonntags jeweils von 12 bis 17 Uhr offen.

Link: Eine Bildergalerie gibt's unter www.tagespost.de.

„Wir leben unser mittelalterliches Hobby so originalgetreu wie möglich.“

Kathrin,, die Sarazenin
Ein Rundgang lockte die Besucher zum Wäscherschloss.
Im Schatten unterm Zeltdach ließ es sich gut aushalten.

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