Hartmut Wohnus „hängt jetzt in der Luft“

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Hartmut Wohnus (Mitte) ist am Sonntag in Lorch verabschiedet worden. Wie es für ihn weitergeht, weiß er noch nicht.
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Gemeinde verabschiedet den langjährigen Diakon aus Lorch und Weitmars.

Lorch. Mit herzlichen Worten ist Diakon Hartmut Wohnus am Sonntag von der Kirchengemeinde Lorch und Weitmars verabschiedet worden. Pfarrer Christof Messerschmidt sowie Silke Böhnke und Susanne Dieterle vom Kirchengemeinderat dankten dem 58-Jährigen während des Gottesdienstes für sein Engagement in den vergangenen sechs Jahren. Wohnus habe sich vor allem für die Jugend- und Seniorenarbeit eingesetzt, sagte Messerschmidt. Aber auch für Geflüchtete, von denen damals viele nach Lorch kamen.

„Noch ist unklar, wo Ihre Reise hingeht“, sagte Messerschmidt. Gemeint war, dass der Kirchenbezirk Schwäbisch Gmünd noch nicht entschieden hat, in welcher Gemeinde Wohnus als nächstes eingesetzt wird. Und ob überhaupt, erläuterte der Diakon nach dem Gottesdienst. „Bei der Entscheidung geht es darum, ob die Personalkosten anders eingesetzt werden sollen.“ Drei Diakone und Diakoninnen habe es bislang im Bezirk gegeben. Eine Diakonin habe ihre Stelle aufgegeben – diese solle wohl nicht nachbesetzt werden, erzählte Wohnus. Die Entscheidung, was mit den übrigen beiden 50-Prozent-Stellen geschehe, die der Kirchenbezirk ausgewählten Schwerpunktgemeinden zugesteht, habe ursprünglich im vergangenen November fallen sollen. „Wegen Corona hat sich alles verschoben.“ Für den Waldstetter sei die Situation schwierig: „Ich hänge einfach etwas in der Luft.“

Als Brückenbauer tätig

Wohnus ist zu 100 Prozent beim Kirchenbezirk Schwäbisch Gmünd angestellt. Die Hälfte seiner Aufgaben erledige er im Bereich der Sozial- und Lebensberatung des Diakonieverbands Ostalb. In dieser Funktion wird er auch weiterhin in Lorch sein, denn dort findet die diakonische Lebensberatung an einem Vormittag in der Woche statt. „Die zweiten 50 Prozent beziehen sich auf die Stelle als Diakon, die ich in einer ausgewählten Gemeinde ausfülle.“ Und zwar immer sechs Jahre lang. In dieser Zeit sei er ein Brückenbauer zwischen Diakonie und der jeweiligen Gemeinde. „Manchmal klafft dazwischen eine Lücke, die so geschlossen werden kann“, sagt Wohnus. Während seiner Zeit in Lorch erinnere er sich vor allem daran, als in Weitmars ein Gebäude mit Geflüchteten belegt werden sollte. „Da gab es viele Ängste bei den Anwohnern“, erinnert er sich. Diesen habe er begegnen wollen und deswegen zu einer Versammlung eingeladen. „Danach hatte sich die Situation entspannt.“

Pfarrer Messerschmidt erzählte, dass ein Diakon keine Aufgaben der Gemeinde übernimmt, sondern Neues auf den Weg bringen soll. Hartmut Wohnus habe beispielsweise Angebote für die Konfirmanden erdacht, die über den normalen Unterricht hinausgehen. „Außerdem hat er sich darum gekümmert, Angebote für Senioren ab 65 Jahren zu entwickeln.“ Die Gemeinde schaffe ihre Aufgaben also auch ohne Diakon.

Überlegungen und Pläne

Doch Wohnus werde fehlen, betonte Messerschmidt. „Impulse von außen sind eine gute Sache.“ Sollte der Kirchenbezirk entscheiden, das Programm weiterzuschreiben, werde sich Lorch wieder um einen Diakon oder eine Diakonin bewerben.

Messerschmidt präzisierte, dass hinter den Überlegungen im Bezirk die Pläne für eine übergeordnete Kindergartenträgerschaft stünden. „Mit den eingesparten Personalkosten könnte der Geschäftsführer einer solchen Trägerschaft finanziert werden.“ Im Raum steht, dass nicht mehr die einzelnen Kirchengemeinden für die örtlichen Kindergärten zuständig sind, sondern der Kirchenbezirk als Ganzes. Cornelia Villani

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