Kinderfeuerwehr ist „super spannend“

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Ein Feuerwehrauto als Laterne basteln: Auch das machen die Jungs und Mädchen bei der Lorcher Kinderfeuerwehr, die im September startete. Und haben viel Spaß dabei.
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Seit Oktober bildet die Lorcher Feuerwehr 16 Jungen und Mädchen als Kinderfeuerwehr aus. Das Projekt startet vielversprechend.

Lorch

Sorgfältig schneidet Joshua einen Helm aus schwarzem Tonpapier. Den legt er dann auf den Kopf eines kleinen Männchens. „Ich will später mal Feuerwehrmann werden“, sagt der Grundschüler ernsthaft, „weil die so mutig sind und Leute retten“. Deswegen ist Joshua eines von 16 Kindern, die seit September bei der neu gegründeten Lorcher Kinderfeuerwehr mitmachen.

Bei ihrem Dienst basteln die zehn Jungen und zwei Mädchen, die an dem Nachmittag dabei sind, Laternen. Und zwar nicht irgendwelche: Am Schluss tragen die Kinder hübsche Feuerwehrautos aus dem Raum im Obergeschoss des Gerätehauses. Am 13. November werden sie damit zusammen mit der Jugendfeuerwehr und ihren Familien einen Laternenlauf machen, erzählt Saskia Nusser. Die 27-Jährige leitet die Gruppe und hat die Bastelarbeit vorbereitet. „Beim ersten Dienst haben die Kinder am Schluss gefragt, ob wir nicht noch basteln“, erzählt die Feuerwehrfrau und lächelt: „Das haben wir gleich aufgegriffen.“ Außer Saskia haben sich sechs Feuerwehrleute gefunden, die sich beim Training abwechseln wollen: Ben Weller, Sandra Seidenspinner, Nicole Wagenblast, Stephanie Lauber, Philipp Blessing und Sandra Jablonsky. Bis auf zwei sind an diesem Abend alle da und helfen den Kindern beim Basteln.

Jan macht das ruhige Arbeiten Spaß. Der Grundschüler erzählt, dass er zur Feuerwehr wollte, „weil die immer etwas Neues erleben“. Neben ihm bekennt Hannes, dass er später auch gerne zur Jugendfeuerwehr wechseln möchte. „Ich möchte die Übungen mitmachen, das ist bestimmt spannend.“ Darauf hat das Team um Saskia Nusser gehofft: „Wir möchten mit der Kinderfeuerwehr Nachwuchs gewinnen“, sagt sie. Und diesen gerne langfristig halten, bis zu den aktiven Feuerwehrleuten im Erwachsenenalter.

Schon für Achtjährige

Die Jugendfeuerwehr, die es auch in Lorch schon länger gibt, können Kinder ab zehn Jahren besuchen. „Oft sind sie dann aber schon in anderen Vereinen und haben neben der Schule keine Zeit mehr für anderes.“ Deswegen wollte man nun schon etwas für Achtjährige bieten. Mit großem Erfolg: „Wir hatten 16 Anmeldungen auf zwölf Plätze“, erzählt Saskia Nusser. Weil das noch gerade so innerhalb der Gruppengröße war, die sie glaubt, mit ihren Helferinnen und Helfern stemmen zu können, sagte sie allen zu. „Und für nächstes Jahr stehen schon vier weitere auf der Liste.“ Die Kinder stammen sowohl aus der Kernstadt als auch aus allen Teilorten.

Beim ersten Dienst spielte die Gruppe ein Spiel zum Kennenlernen. Danach bekamen die Kinder eine Führung durchs ganze Gerätehaus. „Das war super spannend“, findet Niklas, „besonders die Feuerwehrautos“. Sein Nebensitzer Miran nickt und erzählt, dass er als Feuerwehrmann Menschenleben retten will. Er spiele noch Fußball und mache Taekwondo.

Spielerisch heranführen

Ronja ist an dem Abend zum ersten Mal dabei: „Ich wollte wissen, was eine Kinderfeuerwehr macht.“ Bisher findet sie es toll. Auch Patrick wollte das Angebot einfach mal ausprobieren. „Sehr gut“ gefällt es ihm. Sarah ist dabei, weil ihre Eltern beide Einsatzkräfte sind. Auch Jannicks Papa ist Feuerwehrmann. „Und das ist tatsächlich die Ausnahme“, ergänzt Saskia Nusser. Von allen Kindern hätten nur zwei einen Elternteil bei der Lorcher Feuerwehr. „Wir haben hier also ganz neues Blut“, freut sie sich. Spielerisch möchte sie die Kinder in den nächsten Monaten an das Thema Feuerwehr heranführen. Der eineinhalbstündige Dienst findet alle drei Wochen mittwochs statt. Hoffentlich, meint Saskia Nusser: „Wenn Corona uns keinen Strich durch die Rechnung macht.“

Mehr Informationen zur Lorcher Feuerwehr gibt's online unter www.ffwlorch.de

Ich will als Feuerwehrmann Menschenleben retten.“

Miran , , Mitglied der Lorcher Kinderfeuerwehr

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