Lösung fürs Häkelhaus in der Schwebe

+
Das Häkelhaus in ganzer Pracht am Kloster Lorch; wie und ob es noch einmal aufgebaut wird, steht weiterhin nicht fest.
  • schließen

Aufbau oder Einzelteile - Varianten fürs Lorcher Symbol der Remstalgartenschau.

Lorch. Einen unfreiwillig langen Winterschlaf macht das Häkelhaus, die ehemalige Weiße Station der Remstalgartenschau 2019, die das Luginsland-Haus am Kloster Lorch umhüllt hatte. Die eigens gegründete Arbeitsgruppe, die sich um verschiedene Lösungen für das Häkelhaus Gedanken machen will, habe sich bislang wegen der Coronapandemie nicht getroffen, sagt Lorchs Bürgermeisterin Marita Funk.

Der letzte Stand: Die Idee, das Häkelhaus nahe des Remsmittelpunkts wiederaufzubauen, ist gescheitert. Denn die Stadt müsste einen bis zu 1,80 Meter hohen Zaun bauen, um mutwillige Kletterversuche zu verhindern, so forderte es die Versicherung, die selbst mit Zaun noch Haftungsprobleme sah. 50 000 Euro würde die Stadt diese Lösung kosten. „Das ist so viel Geld, wir wollen's nicht mehr aufstellen“, hatte darum laut Funk die Verwaltung im November 2020 dem Gemeinderat signalisiert. Woraufhin Stadtrat Thomas Vetter im Namen der CDU-Fraktion eine Zwischenlösung beim Obst- und Gartenbauverein Waldhausen angeregt hatte. Der Gemeinderat hatte damals die Kosten für eine Lösung auf 25 000 Euro gedeckelt.

Sebastian Zinßer, ebenfalls CDU-Stadtrat, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Waldhausen und zusammen mit Vetter und Vertretern der ehrenamtlichen Häklerinnen in der Arbeitsgruppe, nennt mögliche Varianten: Das Häkelhaus könnte über einen bestehenden Geräteschuppen auf dem Gelände des Obst- und Gartenbauvereins gestülpt werden. Oder es könnte ein komplett neues Gerüst geschaffen werden, was aber wohl zu teuer wäre, schätzt er. Für beide Varianten würde der Holzdummy des Dachs genutzt werden, den ein Holzbaubetrieb bereits vor der Gartenschau zur Anprobe der Häkelhülle erstellt hatte. Eine dritte Möglichkeit würde er lieber vermeiden: „Ich fänd's schade, wenn das Häkelhaus auseinandergenommen wird.“

Bei niedrigen Temperaturen starr

Die Arbeitsgruppe werde demnächst beraten, sagt Zinßer. Spätestens zum Sommer soll eine Entscheidung fallen. Das kommt zum einen dem aus Nylonschnur gefertigten Häkelhaus entgegen, denn das Material verhalte sich bei niedrigen Temperaturen sehr starr, lasse sich schlecht entfalten. Zum anderen hätte der Wiederaufbau auf dem OGV-Gelände besonderen Charme, findet Zinßer, denn der Verein besteht 2022 seit 100 Jahren, die Obst- und Pflegegemeinschaft seit 60. Diese Jubiläen ließen sich gut zusammen feiern mit dem sowieso noch ausstehenden Dankesfest für alle, die sich häkelnderweise in die Weiße Station eingebracht haben. Und das, sagt Funk, pandemiebedingt bereits vergangenes Jahr verschoben worden ist.

Sollte im übrigen keine der beiden in der Arbeitsgruppe zu besprechenden Varianten verwirklicht werden können, „wird man den Wiederaufbau nicht weiterverfolgen“, sagt die Bürgermeisterin. Dann greift doch die dritte Möglichkeit: Die einzelnen Teile, au denen das Häkelhaus zusammengesetzt ist, werden an seine Macher verteilt und eine dokumentierende Ausstellung könnte das Dankesfest begleiten, erklärt Funk. Details hierzu seien jedoch ebenfalls noch nicht geklärt. Anja Müller

Zurück zur Übersicht: Stadt Lorch

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare