Lorch sagt Ja zu Naturkindergarten

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Der Bedarf an Betreuungsplätzen groß: Ein Kindergartenneubau im Friedrich-Schweigardt-Weg wird weiterhin diskutiert, dort waren einige Kinder kürzlich in Containern untergebracht. Foto: Tom
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Die Stadt Lorch schafft zwei Wagen für einen zweigruppigen Naturkindergarten an. Weiterhin werden Lösungen für bestehende Probleme bei der Ganztagsbetreuung gesucht.

Lorch

Ab Januar 2023 fehlen in Lorch 30 Kindergartenplätze. Das gab Bürgermeisterin Marita Funk in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats bekannt. Als Lösung schlug die Stadt vor, zwei Waldkindergartenwagen anzuschaffen und auf dem Schäfersfeld aufzustellen. Darin könnte ein zweigruppiger Naturkindergarten für 30 Kinder angeboten werden. „Seit das bekannt ist, haben wir im Rathaus schon 17 Vormerkungen gemeldet bekommen“, erzählte die Bürgermeisterin. Der Rat stimmte dem Kauf der Wägen für 276 000 Euro einstimmig zu.

Zunächst beschäftigte der Rat sich aber mit dem vorgestellten Bedarfsplan. Dass in Lorch erneut zu wenig Plätze zur Verfügung stehen, sorgte für Unmut. „Das hätte ich nicht gedacht“, sagte Manfred Schramm (SPD). Erst vor wenigen Jahren war ein Engpass gelöst worden, nämlich durch den Container-Kindergarten in Waldhausen. Schramm hinterfragte die Zahlen im Bedarfsplan: Im laufenden Jahr sind 98 Kinder zwischen zwei und drei Jahren eingeplant, ab September rechne man mit 127. „Im Jahr darauf sinkt die Zahl aber auf 92“, wunderte sich Schramm. „Das sind die Zahlen, die uns das statistische Landesamt meldet“, antwortete Hauptamtsleiter Oliver Tursic. „Wir wissen nicht, wie viele Eltern wann und wie viele Kinder in eine Einrichtung geben wollen.“ Außerdem gebe es aktuell Krisen, die auch Lorch ausbaden müsse.

Erich Knödler (CDU) sah den Bedarf an Plätzen in der Kernstadt, aber nicht zwingend auf dem Schäfersfeld. Er forderte, den bereits mehrmals thematisierten Standort im Friedrich-Schweigardt-Weg für einen weiteren Kindergartenneubau nicht aus den Augen zu lassen. Auch die Einrichtung EKO müsse im Blick behalten werden, sie gilt als sanierungsbedürftig.

Eltern bräuchten Planungssicherheit, sagte Knödler und ging dabei auf Funks Ankündigung ein, dass in den Ganztageseinrichtungen Personal fehlt. Möglicherweise müsse man das Angebot sogar einschränken, hatte die Verwaltung angekündigt. Funk sagte, dass sie auch schon mit dem Tagesmutterverein gesprochen, ob dieser eine Anschlussbetreuung für Ganztageskinder bieten könne. Eine optimierte Mitarbeiterzuteilung stünde auch im Raum. „Da läuft gerade sehr viel.“

Nichts für Windelkinder

Der Naturkindergarten löse diese Problematik nicht, kritisierte Schramm. Außerdem sei ein Waldkindergarten nichts für Windelkinder. Die Stadt plane aber mit Kindern ab zwei Jahren. „Das Konzept müsste eigentlich ganz genau besprochen werden.“ Bürgermeisterin Funk bat Schramm, die Themen Ganztagesbetreuung und fehlende Kindergartenplätze nicht zu vermischen. Oliver Tursic ergänzte, dass es nicht zwingend um einen Waldkindergarten gehe, obwohl mit dem Forst bereits eine Aufenthaltsfläche im nahen Wald vereinbart worden sei. „Wir wollen einen Kindergarten, bei dem die Kinder die Natur erleben.“ Der Standort sei gut gewählt, denn er lasse zu, dass auch die Gaststätte Echo bei Bedarf mitgenutzt werden könne. Die Pächter, die Stauferfalknerei, habe eine Kooperation befürwortet.

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