Lorcher Narren legen wieder los

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Mit einigen „Hau Rucks“ stellten viele Helfer den Narrenbaum beim Bäderbrunnen auf.⋌⋌Foto: Cornelia Villani
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Der Narrenbaum steht: Mit Guggenmusik, Hexentaufe und Gardetanz feiert die Lorcher Fasnetgesellschaft am Samstag den Start der Saison.

Lorch

Es war fünf Minuten nach drei Uhr, aus der Ferne näherte sich Guggenmusik der Lorcher Innenstadt. Zum ersten Mal seit knapp drei Jahren. Viele Menschen wollten sich den Auftakt nach der erzwungenen Pause durch die Corona-Pandemie nicht entgehen lassen: Zahlreiche Faschingsbegeisterte säumten das Areal rund um den Bäderbrunnen. Hier eröffnete die Lorcher Fasnetgesellschaft (LFG) am Samstag die diesjährige Saison in der Klosterstadt.

Frieder Rohm erinnerte an beinahe drei Jahre ohne Fasching. „Die letzte Aktion war der Rathaussturm in 2020“, sagte der LFG-Vorstand bedauernd, damals noch mit Alt-Bürgermeister Karl Bühler. Er sei froh, dass er nach der schwierigen Zeit folgendes sagen könne: „Wir haben immer noch unsere Gardemädchen, immer noch unsere Fetza-Hexa und immer noch viele Menschen, die uns helfen, diesen Fasching durchzuziehen.“ Das sei ein unheimlich großer Aufwand: „Deswegen sind auch weitere helfende Hände immer willkommen.“

15 Paar helfende Hände hatten während Rohms Rede bereits ordentlich zu tun. Nach einigem Rangieren hatten die Männer den großen Narrenbaum in Position gebracht. Traditionell ragt die geschmückte Birke aus der Hülse im Boden neben dem Bäderbrunnen. Noch lag der Baum, die blätterleere Krone touchierte leicht den Sonnenschirm des nahen Cafés. Mit den sogenannten Schwalben, zwei Stangen, die mit einem Seil verbunden sind, stemmte der Trupp die Birke immer höher. „Hauruck!“, tönte der Befehl mehrmals, bevor das Werk unter großem Beifall vollbracht war.

Neuer Preis, neue Startzeit

Kräftig unterstützt wurden die Aufsteller dabei von den Kocher-Fetza aus Aalen. Die Guggenkapelle steckte in grellbunten Kostümen und sorgte für den passenden Trommelwirbel. Ebenso mühelos gelang es den Musikerinnen und Musikern, die Zuschauer mit fröhlicher Musik auf die bevorstehende Faschingssaison einzustimmen. Die steht hierzulande unter dem Motto „Manege frei für den Lorcher Narrenzirkus“, sagte Frieder Rohm und verwies auf die traditionell anstehenden Veranstaltungen. Faschingsball, Kinderfasching, Rathaussturm – erstmals mit Bürgermeisterin Marita Funk, wie Rohm betonte – und vor allem der große Faschingsumzug stehen an.

Neu ist, dass der Eintritt zum Umzug dieses Jahr drei Euro statt 2,50 Euro kostet. „Hätte mir vor zehn Jahren jemand gesagt, wie groß der Aufwand für den Umzug dieses Jahr wird, hätte ich das nicht geglaubt“, erklärte Rohm dazu. 62 Teilnehmer mit bis zu 100 Gruppen werden durch die Innenstadt ziehen. Und ebenfalls neu ist der Startschuss für den Rathaussturm, betonte der LFG-Vorstand. Dieser sei am Schmutzigen Donnerstag schon um 16.30 Uhr, also eine gute halbe Stunde früher.

Kurz bevor die ersten Tropfen vom Himmel fielen, zeigten die Tanzgarden noch, dass die Mädchen und Frauen nichts verlernt haben. Wofür sie viel Applaus erhielten. Die anschließende Hexentaufe gehört ebenfalls zur Tradition. Jasmin, Kiara und Marian verstärken künftig die grüngesichtigen Fetza Hexa und wurden zünftig willkommen geheißen.

Das närrische Treiben in Lorch geht weiter mit dem Faschingsball am Samstag, 28. Januar. Eine Woche später, am Samstag, 4. Februar, zieht der Faschingsumzug durch die Innenstadt, gefolgt vom Kinderfasching am Sonntag, 5. Februar. Die Narren stürmen das Lorcher Rathaus am Donnerstag, 16. Februar.

Die Hexe am Baum durfte nicht fehlen.
Die Guggentruppe Kocher-Fetza aus Aalen ist beim Narrenbaumstellen in Lorch dabei.
Die Lorcher Fasnetgesellschaft war auch mit beiden Tanzgarden vertreten.
16 Männer brauchte es, um die große Birke zu positionieren.
Die Kocher-Fetza aus Aalen sorgten für fetzige Musik bei der Einfahrt des Baumes.

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