Mit Krippen für mehr Menschlichkeit

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Pfarrer Franz Pitzal (vorne) und Manfred Schramm vom Freundeskreis Kloster Lorch zeigen die aktuelle Krippenausstellung im Kloster. Foto: cop
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Pfarrer Franz Pitzal zeigt im Kloster Lorch Krippenfiguren aus ganz Europa. Damit will er zu Frieden, Gerechtigkeit und zum Miteinander auffordern. Eröffnung ist am Sonntag.

Lorch

Ab sofort gibt es im Kloster Lorch wieder Krippenfiguren zu sehen. Und zwar erneut aus der bekannten Sammlung der Renninger Krippe von Pfarrer Franz Pitzal. Der 86-Jährige baute die Ausstellung am Mittwochnachmittag eigenhändig zusammen mit Mitgliedern des Freundeskreises Kloster Lorch auf. Am Sonntag wird die Schau „Renninger Krippe im Ländle – weltweit“ offiziell eröffnet.

Weithin bekannt war die Renninger Krippe, bei der Pfarrer Pitzal in seiner Heimatgemeinde mehrere hundert Krippenfiguren aus aller Welt zeigte. Im vergangenen Februar trat der Geistliche in den Ruhestand ein. Was nach 41 Jahren auch das Ende für die jährlichen Ausstellungen bedeute.

21 Ausstellungen im Ländle

Zumindest in der gewohnten Weise. Denn der 86-Jährige denkt nicht ans Aufhören. „Ich habe Figuren und Krippen in 21 Orte im Land gebracht“, erzählt er, dort werden die Schauen in der Adventszeit zu sehen sein. In Heidenheim, Ellwangen, Waiblingen oder Gschwend greifen die Organisatoren vor Ort unterschiedliche Themen auf. Der Freundeskreis Kloster Lorch hat sich für das Thema „Europa“ entschieden Warum? Für Franz Pitzal ist das ganz klar: „Weil es bei uns keine so bedeutende Stätte gibt wie das Kloster Lorch, wenn es um Europa geht.“ Und zwar natürlich wegen der Staufer.

Im Altarraum überragt also die europäische Flagge nun eine große Szenerie, in deren Mitte ein Stall samt Krippenfiguren aufgebaut ist. „Geschnitzt wurde diese schöne Krippe auf den Philippinen, allerdings im europäischen Stil“, sagt Pitzal. Also mit den typischen Figuren Maria, Josef, Jesuskind und den Hirten. In den Krippenausstellungen der vergangenen Jahre im Kloster hatte man sehen können, dass es viele weitere Interpretationen rund um Jesu Geburt gibt. Etwa 20 weitere Krippenszenarien zum Beispiel aus Polen, Neapel oder der Ukraine sind rechts vom Altarraum aufgebaut.

Hübsch sieht das aus, mit dem leuchtenden Tannenbaum gleich daneben. „Mir geht es aber nicht um stille Nacht, heilige Nacht und fertig“, betont Franz Pitzal. „Anders als das ganze Jahr über haben wir an Weihnachten die Chance, die Menschen anders anzusprechen.“ Nämlich sie aufzufordern, „zu Frieden, Gerechtigkeit, Miteinander und vor allem zur Menschlichkeit“. Corona und der Ukraine-Krieg machen diese Zeiten zu ganz schwierigen, führt der 86-Jährige aus. „Die Leute sind vereinsamt, haben Angst.“ Die Ausstellung sei eine Einladung, gemeinsam hierher zu kommen. „Um Hoffnung zu schöpfen und neue Impulse zu erhalten.“

Über Menschlichkeit und wie Frieden möglich ist, hat Pitzal zwei „kleine Bücher“ geschrieben, wie er sagt. Diese gibt es während der Ausstellung zu kaufen. Und wer dann noch Geld ins Spendenkässchen schmeißt, unterstützt die Flüchtlingshilfe in der ukrainischen Stadt Odessa, zu der der Pfarrer enge Kontakte hat. An einer Übersicht, wo Pitzals Figuren in diesem Advent überall zu sehen sind, wird aktuell noch gearbeitet.

Einladung zur Eröffnung am Sonntag

Die Ausstellung wird am Sonntag, 27. November, um 18.30 Uhr in der Klosterkirche eröffnet. Der Eintritt ist an diesem Abend frei.

Die Schau ist bis zum 2. Februar 2023 zu sehen, mittwochs bis sonntags und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr, der Eintritt ins Kloster kostet 6 Euro. ⋌cop

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