Souveräne Premiere in Lorchs Kommunalpolitik

+
Eines der Projekte, die der Lorcher Jugendbeirat anpacken möchte, betrifft den Bahnhof Waldhausen: Er soll verschönert werden. Neben Ideen zur Gestaltung sprachen die Vertreter des Jugendbeirats auch die schlechte Beleuchtung an.⋌⋌Foto: Tom
  • schließen

Neuer Jugendbeirat stellt sich dem Lorcher Gemeinderat vor. Jugendliche planen Pflanzaktion und Neugestaltung des Waldhäuser Bahnhofs.

Lorch

Erstmals hat sich der Vorstand des Lorcher Jugendbeirat dem Gemeinderat vorgestellt. In der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Kultur und Sport berichteten Leopold Kißling, Liam Bosnjakovic und Luca Paul von den ersten Projekten, die sie und ihre jugendlichen Mitstreiter umsetzen wollen. Dabei geht es um bienenfreundliche Pflanzungen, den Waldhäuser Bahnhof und ein Filmprojekt.

Kißling ist Sprecher des Beirats, Paul und Bosnjakovic seine Stellvertreter. Alle drei stammen aus Lorch, Kißling vom Kellerberg, Paul vom Haldenberg.

Selbstbewusster Auftritt

„Ich freue mich unfassbar, dass die Jugend ab jetzt mitgenommen wird“, gab Kißling den Erwachsenen mit. Überhaupt trat das Trio respektvoll, aber durchaus selbstbewusst und souverän auf. „Unser erstes Projekt soll eine Pflanzaktion am Schulzentrum sein“, fuhr Kißling fort. Zusammen mit der Umwelt AG des Gymnasiums am Schäfersfeld plane die Gruppe neue Bäume und Büsche auf den umliegenden Wiesen. Gezeigt wurde ein Plan des Schulzentrums mit farblich markierten Flächen. „Auf Fläche neun wollen wir zweigriffeligen Weißdorn pflanzen“, zeigte Leopold Kißling. Die insektenfreundlichen Büsche würden prima zu den Bienenvölkern der Umwelt AG passen.

Außerdem berichtete der Schüler von einem Baumschneidekurs, den ein Vertreter vom Landratsamt kostenlos im Frühjahr auf den Obstbaumwiesen bei der Schule abhalten werde. Luca Paul ergänzte, dass auch die naturnahen Wiesen am Schulzentrum noch belebter sein sollen. „Ein richtig tolles Konzept“, urteilte Bürgermeisterin Marita Funk.

„Unser zweites Projekt betrifft den Bahnhof in Waldhausen“, fuhr Kißling fort. Dieser wirke nicht schön und schon gar nicht einladend. „Er sieht aus wie ein Gefängnis, mit kaputten Fenstern und vollgesprayten Wänden.“ Die Jugendlichen schlugen vor, Wände eigens zum Sprayen aufzustellen. Oder selbst einen Sprayer zu engagieren, der zum Beispiel den Schriftzug „Waldhausen“ kunstvoll an die Wände aufbringen könnte. „Und der Bahnhof sollte besser ausgeleuchtet werden.“ Da wolle die Gruppe auch mit der Deutschen Bahn sprechen.

Das dritte Projekt erklärte Marita Funk: „Jede Kommune soll ein Video zu 50 Jahre Ostalbkreis im kommenden Jahr drehen.“ Das habe sie an den Jugendbeirat delegiert.

Jugendliche wollen Austausch

„Total begeistert, innovativ, tolle Themen“ – die Stadträtinnen und Stadträte reagierten angetan. Erich Knödler (CDU) fragte, ob die Jugendlichen sich auch vorstellen könnten, als Jugendgemeinderat mitzuwirken, nicht nur als Jugendbeirat. „Ich glaube, ein Beirat ist sinnvoller, weil die Jugendlichen dabei nicht so gebunden sind“, antwortete Kißling. Ein Beirat unterliegt nicht so vielen Regularien wie ein Gemeinderat. „Das würde mehr Planung erfordern“, meinte Liam Bosnjakovic. Schwierig, sagte Luca Paul: „In unserem Alter weiß man nicht, was man in einem halben Jahr macht.“

Ihrerseits schlugen die Jugendlichen vor, dass es einen regelmäßigen Austausch zwischen Jugendbeirat und Gemeinderat geben solle.

Zurück zur Übersicht: Stadt Lorch

Kommentare