Viele Projekte in der Pipeline

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Die aktuelle Fassadensanierung an der Stadthalle in Lorch ist nur eines der Projekte, die Bürgermeisterin Marita Funk im Blick hat.
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 Lorch ist aktuell eine der wenigen Städte im Land ohne Schulden. Aber viele Vorhaben sind auf der Agenda. 

Lorch

Manche Kommune kann momentan mit einem gewissen Neid nach Lorch blicken. Denn die Klosterstadt ist schuldenfrei. Was die meisten Städte und Gemeinden spätestens seit der Einführung des neuen kommunalen Haushaltsrechts, bei dem Abschreibungen zu erwirtschaften sind, nicht von sich behaupten können. Darauf angesprochen, hebt Bürgermeisterin Marita Funk allerdings beschwichtigend die Hände und macht klar, dass es keinen Grund zur überbordenden Euphorie gibt. Denn es gibt einige kostenintensive Dinge aufgrund des immensen Sanierungsstaus, die sich auf der Agenda zur Umsetzung befinden. „Wir haben viele Projekte in der Pipeline“, kündigt Funk kommende Investitionen im Millionenbereich an.

Fakt sei zudem, dass sie „eine schuldenfreie Stadt übernommen“ habe bei ihrem Amtsantritt 2020. Sprich, sie selbst will sich den finanziell gut gepolsterten Spielraum nicht auf die Fahne schreiben, sondern deutet auf ihren Amtsvorgänger Karl Bühler. Und verweist auf die äußerst positive Jahresrechnung 2019, die sie vor noch nicht all zu langer Zeit den Stadträten präsentieren konnte. „Da hatte Lorch ein Hochkonjunkturjahr“, beschreibt sie beispielhaft, dass es etwa statt der kalkulierten 4,8 Millionen Euro unterm Strich acht Millionen Euro Gewerbesteuer gegeben hat.

Auf der anderen Seite seien von den berechneten 2,1 Millionen Euro für Unterhaltsmaßnahmen lediglich 0,5 Millionen Euro abgeflossen. Was der Klosterstadt ebenfalls in die Rechnung spielt, sind hohe Förderquoten für Großprojekte. So werden etwa 90 Prozent für den Breitbandausbau, das sogenannte „Weiße -Flecken-Programm“, fließen. „Eine immense Summe, wenn man die Investition in Höhe von über sieben Millionen Euro sieht“, so Funk. Auch der Radweg zwischen Weitmars und Lorch, an der alten Kreisstraße, wird für 1,2 Millionen Euro angelegt. Bei einer Förderquote von 95 Prozent. „Das bedeutet, dass die Stadt noch einen Eigenanteil von 60 000 Euro haben wird.“ Die Bürgermeisterin macht zudem auf den Erwerb der Feuerwehrdrehleiter aufmerksam. Bei den 700 000 Euro gab es ebenfalls rund 300000 Euro Zuschuss von Land und Kreis. Weiteres Beispiel ist auch der Digitalpakt für Schulen. Lorch gab bei einem Sonderprogramm für Tablets 137 000 Euro aus für Hardware und zahlte unterm Strich nur 30000 Euro davon selbst.

Auch weiterhin wird die Lorcher Verwaltung alles dransetzen, damit hohe Zuschüsse fließen. „Aber das geht nicht ewig so“, warnt Funk. Zahlte das Land noch 50 Prozent der Kosten für den Hochwasserschutz beim Götzenbach, beziehungsweise beim zweiten Bauabschnitt (Gesamtkosten 1,6 Millionen Euro), so gebe es das Signal, dass der dritte Bauabschnitt im Bereich Ofengasse mit über einer Million Euro Investition allein getragen werden muss. Weiter, stehen Sanierungen öffentlicher Gebäude, etwa der Hohberghalle in Weitmars oder auch der Stadthalle, auf der Agenda. Und die Kläranlage wird in den kommenden vier bis fünf Jahren für rund fünf Millionen Euro ertüchtigt. Nicht zu vergessen, die Schaffung eines Bürgerzentrums in Waldhausen, Kindergarten inkludiert. Auch soll es neue Bestattungsformen auf dem Friedhof geben und der Ganztagsbereich in Schulen wird wohl nach politischem Willen ausgebaut. Sprich, Millionenprojekte stehen an. Und dafür braucht es viel Geld.

Luft für kleine Dinge

Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass Marita Funk auch weiterhin mit ihrem Verwaltungsteam alle möglichen Zuschusstöpfe von Bund und Land anzapfen will, wie sie zwinkernd klarmacht. Doch es bleibt eben jeweils der Eigenanteil für die Stadt, der bezahlt werden muss. Und noch eines ist ihr wichtig: „Auch für kleine Dinge muss Luft sein.“ Was sie damit meint? Etwa das Anlegen der Pumptrack für rund 25 000 Euro. Oder auch die Schaffung eines weiteren öffentlichen Bücherschranks. Dinge, die zwar nicht in die Millionen gehen, aber wichtig sind für ein aktives öffentliches Leben und eine bürgerfreundliche Stadt.

Apropos Unterhalt öffentlicher Gebäude: Momentan wird die Optik der Stadthalle verschönert. Im September erfolgt eine Fassadensanierung. Ende des Jahres soll ein neuer Hallenbodenbelag sowie neue Farbe im Inneren folgen. Zudem ist man in Planungen für neue Elektrik und Akustikdecken für den Bürgersaal gegangen. Man sieht: Es ist durchaus noch was zu tun.

Aber das geht nicht ewig so.“

Marita Funk, über hohe Zuschüsse

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