Ziege beim Kloster Lorch brutal getötet

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Willibald Kraus mit einem Teil seiner Herde auf der Klosterweide. Dort war eine seiner Ziegen brutal getötet worden.
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Ein Unbekannter hat eines der Tiere von Schäfer Willibald Kraus zerteilt und das Fleisch mitgenommen.

Lorch

Seit etwa 30 Jahren züchtet Willibald Kraus Schafe und Ziegen, aber so etwas wie am Pfingstmontag hat der Lorcher noch nie mit eigenen Augen gesehen: Auf der Weide unterhalb des Klosters hatten ein oder mehrere Täter eine seiner Burenziegen brutal abgeschlachtet. 

Polizeisprecher Bernd Märkle beschreibt, was Kraus vor Ort sah und bei der Polizei anzeigte: „Fell, Kopf, Eingeweide und Beine der Ziege waren noch da“, das Fleisch des Tieres hat der Unbekannte mitgenommen. Der Täter war wohl über den Elektrozaun getsiegen und so auf die Klosterweide gelangt. Die Polizei geht davon aus, dass der Unbekannte ein Fahrzeug benötigte, um das Fleisch abzutransportieren. Deshalb hoffen die Beamten, dass Zeugen möglicherweise in den Pfingsttagen ein Fahrzeug bei der Klosterweide gesehen haben. Ansonsten sieht Märkle kaum Ansatzpunkte für die Ermittlungen - auch wenn der Täter ein Stück Seil zurückgelassen hat. Der Schäfer hat keine große Hoffnung auf Augenzeugen: Die Weide liege nicht in der Nähe eines Wohngebiets, zudem sei die Ziege auch noch in einer Geländesenke getötet worden. Und womöglich sei der Täter bei Nacht gekommen.

Fell, Kopf, Eingeweide und Beine des Tieres waren noch da.“

Bernd Märkle, Polizeisprecher

Vor 30 Jahren angefangen

Mit 500 Euro geben die polizeilichen Aufzeichnungen den Wert der Ziege an, denn im Strafrecht gilt ein Tier nach wie vor als Sache. Für Willibald Kraus ist der Verlust viel größer und emotionaler, er hängt an seinen Tieren: „Das berührt mich auch persönlich“, beschreibt er seine Gefühle. Vor 30 Jahren hat er - als Quereinsteiger, wie er sagt - angefangen, sich mit der Schafhaltung zu beschäftigen: mit zwei Schafen. Inzwischen hat er rund 100 Mutterschafe. „Aber so was ist mir noch nie passiert“. 

Ihm nicht, aber offenbar seinem Vorgänger, der vor ihm die Weide unterhalb des Lorcher Klosters gepachtet hatte. Der habe ihm erzählt, dass ihm schon zweimal Tiere auf dieser Weide getötet worden seien, berichtet Kraus. Mit diesem Wissen im Hinterkopf dachte er im ersten Moment nach dem grausamen Fund daran, die Weide, die er erst vor kurzem übernommen hat, wieder aufzugeben. Inzwischen aber hat er sich anders besonnen: „Ich behalte sie .“

Ziegen sehr nützlich

Zu Kraus‘ Bestand gehören neben den rund 100 Mutterschafen auch sieben Burenziegen. Die gehen mehr ins Gehölz und fressen auch Gewächstriebe, die die Schafe verschmähen, begründet der Schäfer die Mischung. Diese Eigenschaft sei besonders wichtig, um zum Beispiel das Überwuchern der Wacholderheiden zu verhindern. Deshalb erwägt er, die Zahl der Ziegen in seiner Herde sogar noch aufzustocken. 

Eine andere Eigenheit der Ziegen könnte in diesem Fall dem Täter zu schaffen gemacht haben: Ziegen seien, wenn sie gepackt werden, wesentlich bockiger und wehrhafter als Schafe, sagt Willibald Kraus.

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