Überschlag mit dem Bike im Dirtpark

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Bike-Bericht Welzheim

Felix Ebinger und Tim Morbitzer haben zusammen mit anderen jungen Menschen die alte BMX-Strecke wieder auf Vordermann gebracht.

Welzheim

Sensationelles gibt es regelmäßig an der Welzheimer Umgehungsstraße zu sehen.Dazu gehört zum Beispiel ein Überschlag mit dem Mountainbike im Dirtpark. Felix Ebinger (42) und Tim Morbitzer (19) aus dem Stadtteil Breitenfürst haben die brach liegende Strecke mit weiteren jungen Menschen und mit der Unterstützung örtlicher Unternehmer wieder auf Vordermann gebracht. Ab sofort ist die Bahnfür jedermann freigegeben.

Felix Ebinger, der die ganzen Aktivitäten der Gruppe koordiniert und die Gespräche mit der Stadt Welzheim und den örtlichen Bauunternehmen geführt hat, betont: „Es handelt sich zwar um eine Anlage für die Disziplin Dirt, doch stand von Anfang an fest, dass die Anlage mit allen üblichen Sporträdern (MTB, BMX und Dirt) befahrbar sein sollte.“

Was auf der Strecke alles gefahren werden kann und welches Potenzial ein Fahrer ausschöpfen kann, zeigt Tim Morbitzer bei seinen verschiedenen Auftritten in den unterschiedlichen sozialen Medien. Vor drei Jahren hatte der junge Mann ein Video von Fabio Wibmer auf Youtube gesehen, der auf seinem Mountainbike Tricks machte und alles Mögliche hinunterfuhr. Danach war für Tim Morbitzer klar: „Ich möchte auch solche Tricks lernen und brauche auch so ein Bike.“ Tim hat sich ein Fully gekauft und damit begonnen, Tricks zu lernen. Seit letztem Jahr fährt er überwiegend im Welzheimer Dirtpark und macht dort Tricks und Sprünge. „Meine Eltern finden den Sport eigentlich ziemlich cool. Manchmal heißt es zwar ,du spinnst’, wenn ich wieder irgendwelche verrückte Ideen im Kopf habe. Aber das vergeht dann schnell wieder, sobald alles geklappt hat.“

Nach seinem Abschluss an der Freien Waldorfschule Schwäbisch Gmünd hat Morbitzer ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert und wird jetzt zum WintersemesterVermessung und Geoinformatik studieren.

Schweres Gerät notwendig

Seit Februar haben die jungen Welzheimer das brachliegende Gelände neu entdeckt und sind wieder auf den Strecken gefahren und haben ein paar Sachen von Hand umgebaut. Schnell wurde klar, um mehr umbauen zu können, braucht man größeres Gerät. Felix Ebinger nahm sich der Sache an und Sven Herrmann (er hat den Bikepark Großerlach mitgeplant) brachte sein Wissen mit ein. Das Ergebnis: Mitte Mai hat die Gruppe die Freigabe zum Bauen von der Stadt bekommen. Ein großer Bagger wurde vom Bauunternehmer Thomas Heinrich gestellt. Mitte Juni machten die Biker die ersten kleinen Tests, doch es stellte sich schnell heraus, dass die Initiatoren noch mehr ändern mussten, es klappte nicht alles so, wie es sein sollte. Und am 24. Juli konnten zum ersten Mal alle Strecken und Sprünge gefahren werden.

Felix Ebinger kann die gute Zusammenarbeit mit der Stadt und den örtlichen Unternehmen nur bestätigen. „Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass wir offene Türen eingerannt haben, das ist nicht selbstverständlich. Vom Bagger bis zum Dieseltreibstoff wurde alles gestellt.“ Die Stadt habe die jungen Menschen in ihrem Vorhaben unterstützt, indem sie versucht hat, möglichst unbürokratisch grünes Licht für den Um- und Ausbau zu geben. Die Kommunikation innerhalb der Stadtverwaltung hat das Schulsozialamt, vertreten durch Andreas Vetter, übernommen.

Die Aktion wurde als selbstorganisiertes, durch Spenden finanziertes und durch die Jugend gesteuertes Projekt durchgeführt. Das heißt, die Jungs haben gesagt,was sie brauchen. Dann haben Felix Ebinger und Tim Morbitzer daraus Möglichkeiten und Maßnahmen entwickelt. Unterstützer und Spender waren zahlreiche lokale Unternehmer, allen voran Thomas Heinrich.

Soziale Kontakte wichtig

Felix Ebinger selbst war 13 Monate in Kurzarbeit und hat sich überlegt, wie er sich ehrenamtlich revanchieren kann. Dazu brauchte er ein Projekt, eine Idee,die ihn persönlich motiviert. „Da ich selbst als Teenager MTB und BMX gefahren bin, konnte ich mich gut in die Lage der Jungs reinversetzen. Also habe ich sie gefragt, ob sie Hilfe brauchen könnten“, berichtet der Breitenfürster. Er hält es für sehr wichtig, dass gerade in Corona-Zeiten die jungen Menschen nach draußen gehen können. „Gerade in dieser Altersgruppe sind die sozialen Kontakte, und zwar direkt von Mensch zu Mensch und nicht über den Computer, so wichtig. Das lässt sich später nicht mehrnachholen.“

Meine Eltern finden den Sport eigentlich ziemlich cool.“

Tim Morbitzer,, BMX-Fahrer
Biker welzheim
Akrobatik auf dem fliegenden Rad: Es sieht waghalsig aus, wenn die BMX-fahrer bei ihren Sprüngen von der Rampe abheben.

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