Abrissarbeiten starten

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Die Abbrucharbeiten an der Oberkochener Tiersteinschule haben begonnen.
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Eine Mammut-Aufgabe ist die Generalsanierung der Tiersteinschule. Diese Maßnahmen stehen an und das sind die Kosten.

Oberkochen

Die Schüler haben sich verabschiedet, sind jetzt in der Dreißental-Gemeinschaftsschule. Die Tiersteinschule ist nach 56 Jahren Geschichte und wenn die Kinder vom Sonnenberg und die städtische Musikschule Oberkochen-Königsbronn in ihr neues Domizil einziehen, wird ein Vorzeige-Objekt entstanden sein, das allerdings so richtig teuer werden wird.

Klar, nach „Oberkochener Maß“ wird manches viel teurer als in anderen Gemeinden. Allerdings haben der Zahn der Zeit und „Bausünden der Vergangenheit“ dafür gesorgt, dass nun statt der eingeplanten Sanierungskosten in Höhe von 4,75 Millionen Euro mit Kosten von 7,5 Millionen Euro gerechnet wird. Die Verwaltung hatte die Planungsleistungen für Objektplanung und Technische Gebäudeanlagen EU-weit ausgeschrieben. Die Vergabe war bereits im Januar 2020 an das Architekturbüro ACT Tröster + Deucker in Rainau sowie ans Ingenieurbüro Röwaplan in Abtsgmünd erfolgt.

Mit der Erstellung der Entwurfsplanung wurde das bestehende Gebäude umfangreich begutachtet und hinsichtlich des Vorhandenseins etwaiger schadstoffhaltiger Baustoffe untersucht. Für die Planung war wichtig, dass das Gebäude nach der Sanierung getrennt als Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum (Sonnenberg-Förderschule) sowie als Musikschule wahrgenommen wird. Aus diesem Grund wurden die Zugänge separiert und Flächen verbindlich der jeweiligen Nutzung zugeordnet.

Eine Ausnahme bilden der frühere Gymnastikraum und das Foyer. Diese sollen künftig für Schulen und Vereine zur Verfügung stehen.

Maßnahmen auf einen Blick

Die Abbrucharbeiten haben vor wenigen Tagen im Innenbereich begonnen. Die Generalsanierung wird einer Entkernung gleichkommen. Im Rahmen der akribischen Untersuchung wurden zahlreiche schadstoffbehaftete Gebäudeteile angetroffen. Dies betrifft unter anderem asbesthaltige Linoleum-Böden in den Klassen- und Verwaltungsräumen der Schule. „Nur“ für den sachgerechten Ausbau und die Entsorgung der mit Asbest behafteten Baustoffe müssen Mehrkosten in Höhe von 530 000 Euro veranschlagt werden.

Zu den Bausünden kommt hinzu, dass aus den abgehängten Decken, in den in den 1960er Jahren Matten aus künstlicher Mineralfaserwolle (KMF) eingebaut wurden. Auch diese schadstoffbehalten Teile müssen ausgebaut und entsorgt werden – Mehrkosten circa 315 000 Euro.

Nach Abstimmung mit der Genehmigungsbehörde werden aufgrund der gesetzlichen Vorgaben zusätzliche Brandschutzmaßnahmen nötig. Im Schwerpunkt trifft dies auf die Zugänge und Türen zu. Die Mehrkosten belaufen sich auf 240 000 Euro. Ein weiterer Sanierungspunkt, der die Kosten nach oben treibt, sind schadhafte Rundleitungen und die zusätzliche Betonsanierung. Die bestehenden Schmutzwasser- und Regenwasserleitungen verlaufen innerhalb des Gebäudes und werden zu einer Abwasserleitung zusammengeführt. Diese wiederum verläuft unterhalb der Bodenplatten.

Bei der Untersuchung der Ver- und Entsorgungsleitungen wurde festgestellt, dass die Kanäle im Erdreich abgängig und an einigen Stellen gebrochen sind. Geplant ist nun, das Leitungsnetz unterhalb der Bodenplatte stillzulegen und im Außenbereich ein neues Schmutz- und Regenwasserleitungsnetz aufzubauen. Die Mehrkosten betragen über eine halb Million Euro.

Hohe Ansprüche der Schulen

Nicht verschweigen sollte man, dass die Wünsche der beiden Schulen hoch angesiedelt waren. „Alle Wünsche wurden nahtlos berücksichtigt“, betont Bürgermeister Peter Traub. Um die Raumbedarfe der künftigen Musikschule Oberkochen-Königsbronn und des SBBZ der Sonnenbergschule zu involvieren, wurden auch die frühere Hausmeisterwohnung, die seitherige Außentoiletten-Anlage sowie der überdachte Pausenhof am unteren Eingang ins Sanierungskonzept einbezogen.

Insgesamt können dadurch zusätzlich 210 Quadratmeter Unterrichtsfläche inklusive Aufzugszugang geschaffen werden. Speziell für die Förderschule wurde zugesagt, eine neue Schulküche zu erstellen sowie einen Brennofen anzuschaffen. Die Mehrkosten für die höheren Anforderungen und Ansprüche belaufen sich auf 955 000 Euro.

Unter dem Strich kommt man auf Gesamtsanierungskosten von 7,5 Millionen Euro. Davon entfallen fast fünf Millionen Euro aufs SBBZ und 2,5 Millionen Euro auf die Musikschule. Im Haushaltsplan 2021 sind 3,5 Millionen Euro eingestellt, in der mittelfristigen Finanzplanung für 2022 sind es vier Millionen Euro. Die Generalsanierung soll Ende August 2022 fertig sein.

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