„Afrika ist der Inhalt meines Lebens“

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Pater Josef Gerner und Helene Dingler bei einem gemeinsamen Aufenthalt in Uganda. Foto: privat
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Comboni-Missionar Pater Josef Gerner weilte jüngst in Oberkochen. Warum es den 87-Jährigen noch einmal nach Afrika zieht.

Oberkochen-Königsbronn

Was Helene Dingler mit ihrem Team und die Katholische

Kirchengemeinde für Afrika tun, das ist der echte Blick über den eigenen Kirchturm hinaus“, so der gerade 87 Jahre alt gewordene Comboni-Missionar Pater Josef Gerner. Seit Anfang Juni war er im Heimaturlaub. Sechzig Jahre war er Missionspriester, davon zwanzig Jahre in Europa, vierzig in Afrika, davon dreißig in Uganda. „Dank an Gott und die vielen Menschen, mit denen ich zusammenlebte“, so Gerner.

Der Comboni-Missionar erzählt aus seinem Leben, in dem Afrika den Mittelpunkt bildete. „Ja, Afrika ist der Inhalt meines Lebens“, bekennt Pater Gerner. Er hat in Norduganda elf Jahre den zwanzigjährigen Krieg mit Kindersoldaten erlebt. Hunderte von Kindern konnte er zusammen mit den anderen Comboni-Missionaren vor der Entführung durch den Rebellenführer Kony durch jahrelange Notaufnahme auf der Missionsstation davor bewahren, Kindersoldaten werden zu müssen.

„Die jetzige Situation macht uns aber schwer zu schaffen“, sagt Gerner und Helene Dingler vom Königsbronner Seegartenhof, die bei seinem Besuch in Oberkochen dabei war, pflichtet bei: „Die Berichte der Comboni-Missionare unterstreichen die Not“. „Viele Menschen bitten verzweifelt um Hilfe, vor allem bei Krankheiten“, erzählt Pater Gerner. Operationen müssten sehr teuer bezahlt werden. Hilfe zu verweigern sei gleichbedeutend, den Betroffenen zu sagen: „Geh heim und stirb.“

Pater Gerner war gesundheitlich angeschlagen. Inzwischen hat er einen Herzschrittmacher „Ich bin mir ziemlich sicher, dass es mich wieder nach Afrika zieht“, sagt er. Er wolle finanziell unterstützen – Schulen, die von ihm übergebenen Pfarreien, Arme und Kranke.

Helene Dingler berichtet über die „sehr angespannte Situation“ in Uganda. Afrika leide vehement unter dem Klimawandel mit Dürreperioden, Überschwemmungen und starken Stürmen. Dazu Corona und der Ukraine-Krieg. Nahrungsmittelpreise hätten sich verdoppelt durch die Pandemie und durch den Ukraine-Krieg seien diese um weitere dreißig Prozent gestiegen.

„Für die Missionare ist dies eine echte Herausforderung“, sagt Dingler. Die Arbeit der Comboni-Missionare sei unverzichtbar, damit die Menschen in ihrem Heimatland überlebten und ihre Zukunft selbst aufbauen könnten.

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