Alpenverein Oberkochen feiert ein besonderes Jubiläum

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Vorstand und Ehrengäste beim Jubiläum der Sektion Oberkochen des Deutschen Alpenvereins. V.li. Karl Kehrle, Mathias Barth (Sektion Gmünd), Herbert Singer (Sektion Brenztal), Kai Weidlich (Vorstand Sektion Oberkochen), Achim Schindler (Ehrenvorstand), Bürgermeister Peter Traub. Foto: je
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Warum das 50-jährige Bestehen der Sektion auch ein Spiegel der Stadtgeschichte ist.

Oberkochen. Mit einem Herbstfest hat die Oberkochener Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAP) ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Dabei wurde vor allem auf die Geschichte der Gruppe zurückgeblickt, die eigentlich bereits 140 Jahre beträgt.

Zahlreiche Mitglieder sowie weitere Gäste, unter anderem Bürgermeister Peter Traub und die Vorstände der Partnersektionen Brenztal und Schwäbisch Gmünd, hatten sich im Mühlensaal versammelt. Vorstand Dr. Kai Weidlich begrüßte die Gäste, blickte kurz zurück auf die jüngere Vergangenheit. Trotz Corona habe man ein einigermaßen normales Programm mit verschiedenen Touren organisieren können.

Bürgermeister Traub bezeichnete die Geschichte der Sektion Oberkochen als Spiegelbild der Geschichte der Stadt. Sei sie doch durch den Umzug der Firma Zeiss aus Jena nach dem Krieg entstanden, denn sie wurde vor 50 Jahren  „umbenannt“ von Sektion Jena. Seither sei die Sektion ein lebendiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in der Stadt.

Nach einem gemeinsamen Abendessen, währenddessen Gruppen der Sektion eine Dia-Show laufen ließen, blickte Ehrenvorstand Achim Schindler auf die Geschichte der Sektion zurück. Sie sei zwar 1972 umbenannt, aber bereits am 31. Januar 1882 in Jena von Max Rühl gegründet worden. 1894 wurden unter anderem Prof. Ernst Abbe und Dr. Otto Schott in der Mitgliederliste geführt. 1926 bauten zehn Sektionen inklusive der Jenaer Gruppe die Thüringer Hütte im Habachtal im Pinzgau in Österreich. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg wie alle Hütten deutscher DAP-Sektionen beschlagnahmt. Mit dem Umzug von Zeiss aus Jena nach Oberkochen kamen auch viele Mitglieder der DAP-Sektion mit. 1955 gründeten sie hier  die Sektion Jena neu. 1968 war die Thüringer Hütte durch eine Lawine schwer beschädigt worden. Man beschloss 1969 in Oberkochen, sie neu aufzubauen. 1975 konnte sie eingeweiht werden.

Bereits 1972 hatte man sich in „Sektion Oberkochen“ umbenannt, um den Bezug zur neuen Heimat zu stärken – und zu verhindern, dass die damalige DDR Ansprüche auf die Hütte geltend machen konnte. „Der neue Name brachte uns aber auch viele neue Mitglieder“, sagte Schindler. Nach der Wende bekam man vom Deutschen Alpenverein die Rastkogelhütte übertragen, die man mit den Partnersektionen Brenztal und Gmünd betrieb und später mit vielen Eigenleistungen modernisierte. Die Thüringer Hütte gab man 1997 an Thüringer Sektionen ab.

Eigentlich hätten dann elf Mitglieder für 50-jährige Tätigkeit von Vorstand Weidlich geehrt werden sollen – aber keiner war erschienen, teils weil sie in größerer Entfernung leben. Musikalisch umrahmt wurde der Festabend von Pianist Claus Wengenmayer. ⋌Jürgen Eschenhorn

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