Auf solchen Trampelpfaden wächst kein Gras mehr

  • Weitere
    schließen
+
-
  • schließen

Warum das rechtswidrige Nutzen mancher Wiesen ein Problem für die Landwirtschaft ist.

Oberkochen. Mit einem Foto hat sich SchwäPo-Leser Bernd Maschke an die Redaktion gewandt. Der Grund: Auf einer landwirtschaftlich genutzten Wiese zwischen Ober- und Unterkochen ist zu sehen, dass diese wohl häufig als Fahrradweg oder Trampelpfad genutzt wird. "Ich möchte nicht wissen, wie diese Radler reagieren, wenn ich durch ihren Garten trample?", fragt Maschek.

Die Schwäbische Post hat beim Bauernverband Ostalb-Heidenheim nachgefragt, weshalb solche rechtswidrig genutzten Wege ein Problem für die Landwirtschaft und Nutztiere sind. Das Betreten der Wiese ist tatsächlich untersagt.

"Solche Wege sind keine öffentlichen Feldwege, sondern verlaufen über die Privatgrundstücke der Landwirte", sagt Rebecca Barnewald vom Bauernverband Ostalb-Heidenheim. "Durch eine solche rechtswidrige Nutzung geht Futter verloren", erläutert sie. Denn, wie man auf dem Foto sieht: Graswachstum sei auf diesen Flächen nicht möglich. Zudem gelange beim Mähen Erde ins Futter.

Noch problematischer sei es, wenn Menschen beim Betreten der Fläche Fremdkörper, wie Plastikteile, verlieren. "Diese könnten von Tieren verschluckt werden", erklärt Barnewald.

Ebenfalls gefährlich sei es, wenn Hundekot in das Futter gelangt. "Die darin enthaltenen Krankheitserreger könnten zum Tod der Nutztiere führen."

Immer häufiger sei es Menschen nicht bewusst, dass es sich bei Wiesen nicht um "freie Natur" handelt – sondern um landwirtschaftlich angebautes Futter für Tiere. "Gerade in heißen und regenarmen Jahren ist das Futter knapp."

Betreten gesetzlich geregelt

Doch nicht nur aus Rücksicht gegenüber den Landwirten, sondern auch hinsichtlich der Gesetzeslage sollte man Nutzwiesen nicht betreten.

"Das Landesnaturgesetz sieht in der gesamten Zeit der Ansaat und des Aufwuchses ein Betretungsverbot vor", erläutert Barnewald. Wenn überhaupt sei das Betreten also nur in den Wintermonaten gestattet. "Aber auch dann ist man rechtlich dazu verpflichtet, jegliche Gegenstände und Abfälle wieder mitzunehmen."

Ein guter Vergleich, so Rebecca Barnewald, sei der mit dem eigenen Garten. "Niemand möchte, dass jemand ungefragt die eigene Gartenfläche betritt", sagt sie. Und sei es nur, um hierdurch einen Weg abzukürzen. "Bei beiden Wegen handelt es sich um Privateigentum, das man gegenseitig respektieren sollte."

Sollte man sich unsicher sein, ob eine Fläche gerade betreten werden kann oder nicht, dann frage man am besten im Voraus bei den jeweiligen Landwirten nach, empfiehlt sie.

Hier wächst kein Gras mehr. Diese Wiese zwischen Unter- und Oberkochen nutzen Radfahrer und Wanderer illegal.

Zurück zur Übersicht: Oberkochen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL