B19: Neuer, großer Kreisel für Oberkochen

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Nach diesem Plan soll der Kreisverkehr an der Anschlussstelle „Oberkochen Süd“ umgebaut werden. Die Kosten für die Realisierung der neuen Südrampe werden auf 15 Millionen Euro geschätzt. Die gelb gekennzeichneten Bauteile, wie die bestehende Br
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Für 15 Millionen Euro soll die B-19-Anschlussstelle „Oberkochen Süd“ umgebaut werden. Damit die Verkehrsprobleme dort ein Ende haben. Was genau geplant ist und wann es losgeht?

Oberkochen

Es ist ein wichtiger Blick in die nahe Zukunft. Den macht Bürgermeister Peter Traub jetzt bei der Sitzung des Zweckverbands Interkommunales Gewerbegebiet Oberkochen-Königsbronn. Es geht an diesem Abend in der Königsbronner Hammerschmiede um die Anschlussstelle „Oberkochen Süd“. Der Knoten an der Bundesstraße 19 soll für 15 Millionen Euro komplett neu gestaltet werden. Der Baubeginn ist für Sommer 2023 geplant.

Das ist die Situation

Die Verkehrsverhältnisse an der Zu- und Abfahrt zur B 19 bezeichnet das Oberkochener Stadtoberhaupt zur Hauptverkehrszeit als äußerst problematisch. „Hier staut sich der Verkehr regelmäßig bis auf die Bundesstraße zurück.“ Die Verkehrsprobleme an der Südrampe verursache aber nicht der Pendlerverkehr von und nach Oberkochen allein. „Dazu trägt auch die ohnehin starke Verkehrsbelastung auf der B 19 im Wirtschaftsraum Aalen-Heidenheim bei“, sagt Bürgermeister Peter Traub. Zudem gehe man davon aus, dass der Verkehr dort in den nächsten Jahren weiter zunehmen werde. „Deshalb wurde diese Maßnahme auch in den Mobilitätspakt Aalen-Heidenheim aufgenommen“, erinnert Traub.

Das ist die aktuelle Planung

Der bisherige Kreisverkehr, so Traub, werde aufgeweitet zu einem großen Oval. Daran angeschlossen werden unter anderem die Auf- und Abfahrten, die Kreisstraße, die Rudolf-Eber-Straße, die Zufahrt zu den Gewerbegebieten Oberkochen II und Oberkochen III.

„Durch die Größe des geplanten Kreisverkehrs wird der Verkehr, der diesen Knotenpunkt befahren muss, deutlich entzerrt“, erklärt Traub. Der neue Kreisverkehr werde wesentlich leistungsfähiger sein als die bestehende Anschlussstelle. Hierzu trage auch ein sogenannter Bypass für den aus Süden kommenden Verkehr bei. Über diesen würden die Pendler, die in den Unternehmen im Süden Oberkochens arbeiten, wie bei Carl Zeiss SMT oder Meditec, bereits vor der eigentlichen Anschlussstelle ableitet. Damit belasten sie den geplanten Kreisverkehr erst gar nicht mehr. Bei der Maßnahme gehe es aber nicht nur darum, den Status quo zu beseitigen, sondern, wie es das Verkehrsministerium fordere, einen Knoten zu realisieren, der auch die Verkehrsströme in den nächsten Jahrzehnten regle.

Radfahrer und Fußgänger

Die Planung berücksichtige insbesondere auch den Rad- und Fußgängerverkehr. „Die bestehenden Gefahren- und Engstellen für Radfahrer und Fußgänger werden im Zuge des Umbaus der Anschlussstelle beseitigt werden“, verspricht Bürgermeister Traub. Dies sei ebenfalls Ergebnis des Mobilitätspakts sowie des aktuell erstellten Radverkehrskonzepts der Stadt Oberkochen.

Was das alles kostet

Die Kosten für Neubau des Knotens, Abbrucharbeiten des bestehenden Bauwerks und die Realisierung eines neuen Rad- und Fußwegs beziffert Bürgermeister Traub auf insgesamt 15 Millionen Euro. Darin enthalten seien auch circa 3 Millionen Euro sogenannter Baunebenkosten, wie notwendige Umleitungen sowie die Planung.

„Es handelt sich nicht um eine Maßnahme der Stadt Oberkochen, sondern um eine gemeinsame Maßnahme des Bundes, des Landes, des Ostalbkreises und der Stadt Oberkochen“, macht Traub mehrfach deutlich. Weil es sich um eine Bundesstraße handle, sei der Bund eigentlich auch für die Planung und Bauleitung zuständig. „Dort gibt es aber derzeit keine Kapazitäten“, erklärt Traub. Die Stadt Oberkochen übernehme deshalb die Planungen und die Ausführung der Baumaßnahme federführend.

Auch bei den Kosten bringt sich die Stadt Oberkochen maßgeblich mit ein. „Wir übernehmen die Planungskosten komplett“, sagt Traub und erläutert, wie sich die Projektbeteiligten die Kosten aufteilen werden. Demnach bringt sich der Bund mit 27 Prozent, der Ostalbkreis mit knapp 13 Prozent und die Stadt Oberkochen mit 60 Prozent an den geschätzten Umbaukosten von 15 Millionen Euro ein. Aber auch der Interkommunale Zweckverband Oberkochen-Königsbronn sei anteilig von Kosten betroffen, weil das Verbandsgebiet über die Rudolf-Eber-Straße erschlossen werde.

Bürgermeister Traub, der stellvertretender Vorsitzender des Zweckverbands ist, betont in dem Zusammenhang, dass die gesamte Baumaßnahme durch Förderprogramme entsprechend auch gefördert werde.

Verbandsvorsitzender und Königsbronner Bürgermeister Michael Stütz spricht am Ende von transparenten Zahlen bei den Kosten. „Ich bin sicher, dass wir eine verkehrlich gute Lösung finden“, sagt er und betont, man dürfe den Kreisverkehr nicht „punktuell betrachten, sondern im Wirtschaftsraum Aalen-Heidenheim“.

Zahlen, Daten, Fakten

Baubeginn für den neuen Knoten „Oberkochen Süd“ ist für das Jahr 2023 geplant. Der Umbau soll zwei Jahre dauern und bis 2025 fertig sein.

Von den rund 15 Millionen Euro Kosten tragen der Bund 4,14 Millionen Euro, der Kreis 1,57 Millionen Euro, die Stadt Oberkochen 8,66 Millionen Euro und Königsbronn über den Zweckverband 635 700 Euro. Die Summen werden in der Regel mit 50 Prozent bezuschusst.

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