Beistand und Zusammenhalt

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Mit einem Gottesdienst und anschließendem Austausch vernetzten sich in Oberkochen Geflüchtete und Helfer.
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Welchen Weg die evangelische Kirchengemeinde geht, um Geflüchtete zu unterstützen.

Oberkochen.„Was die Stadt an finanzieller Hilfe geleistet hat, ist überaus lobenswert“, sagt Pfarrer Marco Frey. Weil aber seelischer Beistand und das Gefühl der Zusammengehörigkeit genauso wichtig sind, hatte die evangelische Kirchengemeinde zu einem zweisprachigen Gottesdienst mit ukrainischen Flüchtlinge in die Versöhnungskirche eingeladen. „Wir waren uns sehr unsicher, ob überhaupt jemand kommt, da ja die meisten Flüchtlinge orthodox sind“, so Pfarrer Frey im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Überraschung war groß, knapp zwanzig Ukrainer waren der Einladung gefolgt. Gebete und Lieder wurden in die ukrainische Sprache übersetzt und damit gemeinsames Feiern ermöglicht. „Wir haben eine schöne Atmosphäre erlebt und die ukrainischen Gäste waren für das Zeichen der Zusammengehörigkeit sichtlich dankbar“, so Pfarrer Frey nach dem Gottesdienst. In seiner Ansprache betonte er, dass „wir Verantwortung für die Erde und die Menschen haben“ und man sich dem, was in Osteuropa geschehe, nicht entziehen könne. Frey betonte, dass hier in Oberkochen sehr viel für die Flüchtlinge getan werde. Er appellierte an alle, Energie zu sparen, bewusst einzukaufen und die Menschen hier weiter zu unterstützen, wo es nur irgendwie gehe. Eine schöne gemeinschaftliche Stimmung mit regem Austausch kam nach dem Gottesdienst beim „Café-Treff“ im Christian-Hornberger-Saal auf. Die ukrainischen Flüchtlinge dankten für den herzlichen Empfang in Oberkochen und den vielen Ehrenamtlichen, die sich so sehr ins Zeug gelegt hätten. Auch die Kinder hatten ihren Spaß beim Spielangebot in den Jugendräumen. Eine deutsche Besucherin meinte, es sei schön zu sehen, dass die Menschen in Oberkochen so viel Offenheit für die Flüchtlinge aus der Ukraine zeigten. Sie erinnerte an ihre eigene Flüchtlingszeit: „Als wir aus Schlesien damals hier ankamen, war es sehr schwer für uns, wir waren nicht willkommen, obwohl wir die gleiche Sprache gesprochen haben.“ Lothar Schell

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