Bis zu 200 neue Wohnungen könnten entstehen

+
Oberkochen von Rodstein aus gesehen.
  • schließen

Um städtische Weiterentwicklung und Nachverdichtung ging es bei der LB-BW Kommunalentwicklung.

Oberkochen.„Wohnen unlimited“. So lautete der Untertitel beim Vortrag von Tanja Hetterich und Sandra Grau von der LB-BW. Seit 2015 läuft das gesamtstädtische Entwicklungskonzept mit dem Ziel der Wohnbauflächen-Gewinnung, dem Umbau von Quartieren im Sinne der Nachverdichtung und der Schließung von Baulücken.

Bürgermeister Peter Traub betonte die Wichtigkeit, Flächenverbrauch einzuschränken und die Innenentwicklung zu fokussieren. Die Vertreterinnen der LB-BW gaben zunächst einen Rückblick auf die bereits vollzogenen Segmente. Der Neubedarf an Wohnungen bis 2035 wurde mit 280 beziffert. Dafür steht ein Flächenpotenzial von 4,24 Hektar zur Verfügung. Bürgermeister Traub machte klar, dass für eine weitere Außenentwicklung viele Restriktionen bestünden. Bei der Bürgerbefragung hatte sich fast die Hälfte für eine städtebauliche Neuordnung ausgesprochen, 87 Prozent für Nachverdichtung. 73 Prozent für bauliche Änderungen für neuen Wohnraum, bei der Zulassung von Tiny-Houses zeigten sich die Beteiligten mit einem Zuspruch von knapp 27 Prozent eher skeptisch

Interessant waren die lokalen Vorschläge. Platzreserven gebe es an der Kapellensteige, am Uhlandweg im „Blumenviertel.“ Auch in der Keltenstraße und im Jägergässle könne Verdichtung angestrebt werden. Ausführlich wurde in einem Steckbrief auf die Potenziale in der „Bühlstraße“ eingegangen. Dort existieren allerdings uralte und sich überlagernde Bebauungspläne. Fakt sei, dass in der Bühlstraße Baurecht geschaffen werden müsse. Wenig Eigentum sei dort in städtischem Besitz. Wie ein roter Faden zog sich durchs Online-Meeting: „Mit Grundstückseignern in engen Kontakt treten.“ In der Bühlstraße könnten je nach Variante zwischen 18 und vierzig Wohneinheiten geschaffen werden. Thema Baulücken: Deren neunzehn hatten die LB-BW-Vertreterinnen in ihrem Handlungskonzept eruiert. Durch die Aktivierung von Wohngebäuden und bislang leerstehender Wohnungen könnten in Oberkochen insgesamt zwanzig neue Wohneinheiten entstehen. Das Wohnraumpotenzial über Nachverdichtung im nördlichen „Blumenviertel“ (alle Blumen-Straßennamen) und im Bereich Jägergässle/Keltenstraße wurde mit circa 50 Wohneinheiten angesetzt.

Problem im „Blumenviertel“: Zwei Bebauungspläne greifen, der Bebauungsplan muss grundsätzlich überarbeitet werden und es muss Baurecht geschaffen werden für Nachverdichtung. FBO-Gemeinderat Peter Beck sprach in Sachen Nachverdichtung und Erhöhung der Geschossflächen eine Erhöhung der Anliegerbeiträge an. Wenn Geschossflächen erhöht würden, fielen auf jeden Fall höhere Anliegerbeiträge an, antwortete der Bürgermeister.

Man müsse ganz genau darauf achten, gleiches Recht für alle zu schaffen und Präzedenzfälle vermeiden. Tanja Hetterich fasste zusammen: Im gesamten Untersuchungsgebiet könne man 150 bis 200 Wohneinheiten ausloten, der Wohnraumbedarf bis ins Jahr 2035 liege bei 280 Wohneinheiten und Hetterich fügte hinzu: „Diese Zahl kann man nur realisieren, wenn alle Maßnahmen umgesetzt werden.“ Fazit: Kärrner-Arbeit für die städtischen Ämter. Zahllose Eigentümergespräche und eine massive und sensible Bauberatung stehen ins Haus. Tanja Hetterich ermunterte: „Steter Tropfen höhlt den Stein.“ Lothar Schell

Zurück zur Übersicht: Oberkochen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare