Buche immer mehr im Fokus

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Steigende Holzpreise für die kommende Saison wurden bei der Generalversammlung avisiert.

Oberkochen

Die Realgenossenschaft Oberkochen blickt nach den schwierigen Vorjahren optimistisch in die Zukunft. Dies unterstrichen der stellvertretende Vorsitzende Karl Wingert wie auch Revierleiter Reinhold Vogel. Aus gesundheitlichen Gründen konnte Bruno Balle zum ersten Mal seit über fünfzig Jahren die Sitzung nicht leiten.

Corona habe viele Planungen über den Haufen geworfen, aber die Arbeit in den Wäldern sei planmäßig weitergelaufen, so Karl Wingert im Jahresbericht. Über die Jahresergebnisse der beiden Wirtschaftsjahre 2018/2019 und 2019/2020 sei jedes Mitglied schriftlich informiert worden und auch die Gründe für das wirtschaftliche Ergebnis habe man dargelegt, das auch den Verwaltungsrat nicht zufrieden gestellt habe. Rechner Willi Grupp legte das Zahlenwerk für 2020/2021 vor und Revisor Ludwig Abele bestätigte die saubere Kassenführung. Johann Reck, Forstdezernent des Ostalbkreises, ging auf die Nachhaltigkeit des Waldes ein mit seinen Eigenschaften als Wohlfahrts- und Schutzfunktion für Erholung, Wasser, Luft und Freizeit.

Ein weiteres Thema war die Klimaerwärmung und ein Szenario der Baumartenentwicklung bis 2100. Reck meinte, dass man im „schlechtesten Fall“ in achtzig Jahren klimatische Bedingungen haben könne wie heute in Südfrankreich und in Portugal.

Baden-Württemberg sei noch auf der Insel der Glückseligen in Bezug auf die Folgen der Trockenheit im Vergleich zu Rheinland-Pfalz oder Hessen, erklärte Revierleiter Reinhold Vogel.

Seit drei Jahren laufe man den Trockenschäden von 2018 hinterher mit dem Ergebnis: Absterbende Buchenbestände, Fichten-Käferholz, Eschensterben und daraus resultierend schlechten Holzpreisen. In den vergangenen vier Jahren seien 19400 Festmeter Holz eingeschlagen worden – exakt nach den Vorgaben der Forsteinrichtung.

Bezogen auf diese 19400 Festmeter sei zirka fünfzig Prozent Kalamitätsholz gewesen. Leider habe man massive Trockenschäden an den Buchen verzeichnet. Folge hiervon sei ein sinkender Holzpreis durch entwertetes Stammholz gewesen, das zum Teil nur als Palette- oder Industrieholz verkauft werden konnte. „Es gibt aber Lichtblicke am Horizont“, betonte Vogel.

Planungen übertroffen

Das abgelaufene Forstwirtschaftsjahr 2022 habe die Planung übertroffen, steigende Holzpreise würden für die kommende Saison erwartet und die Nachfrage nach Brennholz sei sehr groß. Als nachwachsender Rohstoff habe Holz hohe Bedeutung. Holz wachse nach und sei erneuerbar.

„Ich sehe die Zukunft der Holzwirtschaft sehr optimistisch“, so der Revierleiter wörtlich. Das Hauptprodukt Buche werde dabei immer interessanter. Als Vertreter im Verwaltungsrat wurden Rudolf Fischer, Rudolf Post, Bernhard Brunnhuber und Rainer Kaufmann gewählt.

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