Bürgerforum für den Erhalt der Natur

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Hier soll das neue Gewerbegebiet „Oberkochen-Süd, Teil III“ entstehen. Alte Obstbäume, Hecken und FFH-Mähwiesen sorgen für ökologische Vielfalt. Archivfoto: ls

t Der Ortsverband Oberkochen von Bündnis 90/die Grünen nimmt Stellung zur Diskussion ums geplante Gewerbegebiet „Oberkochen-Süd III“ und die dortige Ansiedlung von Hensoldt.

Oberkochen

Wir wollen niemand diskreditieren und niemand in die Ecke stellen“, sagen Adelinde Pfistner, die Sprecherin der Grünen, und ihre Stellvertreterin Karin Kratzer-Wirth. Es gehe um Sachlichkeit, und oberste Aufgabe der Grünen sei, Anwalt der Natur zu sein und gegen jenen „massiven Naturverbrauch, den es in den letzten Jahrzehnten in Oberkochen durch Gewerbe- und Baugebiete gegeben hat“ die Stimme zu erheben. Es gehe nicht an, so zu tun, als würde die Firma Hensoldt allein in Oberkochen ansiedeln können. Es sei auch kein Geheimnis, dass einige Gemeinden im Ostalbkreis durchaus ihr Interesse durch geeignete Flächen bekundet hätten. „Das Thema Arbeitsplätze ist bereits zu einem Totschlagargument mutiert“, sagt Karin Kratzer-Wirth.

In Oberkochen sei das Thema „Gewerbegebiet Süd III“ inzwischen zu einem brennenden Thema geworden. „Wenn wir alles zupflastern, hat das letztlich auch mit Lebensqualität zu tun“, fügt Adelinde Pfistner hinzu, die sagt: „Dieses Thema muss öffentlich diskutiert werden, wir brauchen ein Bürgerforum für den Erhalt der Natur.“ Es sei eben auch völlig falsch, dass man die erhaltenswerten FFH-Wiesen im geplanten Gewerbegebiet so einfach austauschen und Ersatz dafür finden könne.

Pfistner wehrt sich auch dagegen, dass Leserbriefschreiber diskreditiert oder als Besserwisser dargestellt würden. Die Grünen im Ortsverband verständen sich als „Anderswisser“.

„Wir sind bereit, wir stehen für sachliche Argumente, wir stehen für den Austausch parat“, betont die Grünen-Sprecherin, die es „fast zerstörerisch“ nennt, was in der Vergangenheit in der sogenannten Stadt im Grünen zugepflastert worden sei. Ja, die Natur müsse herhalten für „ein immer Mehr an Arbeitsplätzen“, ergänzt Karin Kratzer-Wirth. Auch gehe die Flächenversiegelung munter weiter. Themen wie Natur und Klimaneutralität müssten endlich einen fokussierten Platz in der Kommunalpolitik bekommen.

Am Ende des Gesprächs appelliert Karin Kratzer-Wirth an die Bevölkerung, angesichts „dieses sensiblen Themas nicht die Augen zu verschließen“. Nicht unerwähnt lässt sie den geplanten Hutewald auf dem Volkmarsberg, der an sich eine gute Idee sei, der gleichzeitig aber im „Öko-Punkte-Konto“ gutgeschrieben und die Punkte dann an Oberkochener Firmen verkauft werden könnten, wie sie sagt. „Wir setzen und als Lobbyisten verstärkt für die Natur ein“, verspricht Adelinde Pfistner fürs weitere Vorgehen.

Im Oberkochener Süden soll im Anschluss an „Oberkochen Süd, Teil II“ ein weiteres Gewerbegebiet entstehen. Hensoldt Optronics hat sein Interesse bei der Stadt angemeldet.

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