Bürgerfragestunde: Anrainer verlangen Gehör und Einbindung

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Vor der Baumaßnahme Sozialstation müssen Primelweg und Uhlandweg saniert werden.

Bürgerfragestunde Die Baumaßnahme „Uhlandweg“ beherrscht die Fragerunde.

Oberkochen.   Herbert Betzler monierte Äußerungen des SPD-Fraktionsvorsitzenden Richard Burger in dessen Haushaltsrede. Dieser habe den Eindruck erweckt, dass  die Anrainer des Projekts „Sozialstation/Betreute Wohnungen“ gegen eine Bautätigkeit als solches seien. Diesen Eindruck habe Burger erweckt. „Wir sind vom Grundsatz her überhaupt nicht gegens Bauen, aber es hätte moderater stattfinden sollen. Hier von „diametralen Interessen“ zu sprechen, sei nicht in Ordnung. Die Einwände der Anrainer und seiner Person hätten sich vielmehr auf die Mächtigkeit und Höhe der Gebäude bezogen, fügte Betzler hinzu. „Wer als wir sollten denn unsere Interessen vertreten“, geriet Betzler in Harnisch.  Realiter habe man seitens der Stadt  zu wenig Entgegenkommen gespürt. Die Gebäude seien auch nach Behandlung der eingegangenen Stellungnahmen zum Bebauungsplan „Bühl-Gutenbach-Tierstein“ gleich hoch und gleich groß geblieben.

Elf Meter hohe Wand

In der Realität schaue man in Zukunft gegen elf Meter Wand und es hätte durchaus noch Stellschrauben für Verbesserungen gegeben. „Wir Anlieger werden über Jahrzehnte unter diesem Bebauungsplan leiden“, so Betzler wörtlich. Er verstehe die Anrainer dahingehend, dass eine große bislang unbebaute Fläche nun im Rahmen einer Innenentwicklung bebaut werde, antwortete Bürgermeister Traub. Allerdings seien die Anwohner frühzeitig eingebunden gewesen. Traub stellte fest, dass es durchaus Verbesserungen über Grenzabstände gegeben habe (Heinz-Küppenbender-Straße). Es gehe bei diesem Projekt auch nicht nur um Rendite und Profit, allerdings müsse die Wirtschaftlichkeit gewahrt sein.

Wenn man um ein Stockwerk reduziert hätte, bedeute dies in Bezug auf die Kaltmiete der künftigen Nutzer einen Preis von mehr als zehn Euro pro Quadratmeter. Traub verteidigte auch Richard Burger, der in seiner Haushaltsrede niemand verunglimpft habe. Burger habe betont, dass Grenzabstände verdreifacht wurden und zitiert: „Nicht alle Wünsche der Angrenzer konnten berücksichtigt werden, zumal sie sich oft diametral entgegenstanden.“

Leider seien manche Anrainer nicht zu Kompromissen bereit gewesen. Bernd Schönherr verwies auf den durch das Großprojekt „massiv zunehmenden Verkehr im schmalen Primelweg.“ Der Verkehr werde zunehmen, aber nicht massiv, erklärte der Bürgermeister. Nicht jeder aus den 44 Wohnungen seien ständig unterwegs. Die meisten Fahrfrequenzen hätten die Mitarbeiter der künftigen Sozialstation. Bernd Schönherr monierte überdies, dass man übers künftige Outfit des Spielplatzes  nichts erfahre. Der Spielplatz sei künftig im sogenannten Quartiersplatz integriert und ein Fachplaner sei mit der Planung und Gestaltung beauftragt, sagte Traub. Ein Entwurf liege bereits vor und werde in Bälde dem Gemeinderat vorgelegt.

Weitere Anfragen

Das in Planung stehende Nahwärmenetz nahm Josef Winter ins Visir. „Wann ist mit dem Anschluss in der Aalener Straße zu rechnen“, fragte er. Viele Bürger fragten nach Nahwärme angesichts steigender Energiepreise, der Verteuerung fürs Heizen und der CO2-Abgabe. Man sah dabei, ein Nahwärmekonzept zu erstellen, das sich nachher auch rentiere. Man fokussiere sich zunächst  auf Großabnehmer wie Schulen und  Rathaus. Auf dieser Grundlage werde man private Bereiche dann anschließen. Auf einen Zeitpunkt für den Anschluss der Aalener Straße wollte sich Traub nicht festlegen. Eine weitere Anfrage von Josef Winter bezog sich auf die von SPD und CDU eingeforderte Biotop-Vernetzung. Derzeit gebe es eine Ausgleichsfläche fürs Gewerbegebiet im Tiefen Tal, wo eine FFH-Fläche angelegt werde. Für Landwirte sei eine solche Bewirtschaftung schwierig, erklärte Winter und er regte  eine Bürgerbteiligung „nicht nur  für Umweltschützer, sondern auch für Landwirte“ an. „Wir werden das Thema Biotop-Verbund im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung vorstellen“, versprach der Bürgermeister. Holm Roscher bat darum, den Winterdienst bei Zeiss (Stammwerk) zu überprüfen. Ferner monierte er „zu viel Lärm durch immer mehr Klimaanlagen bei Zeiss.“ Der Bürgermeister, das Thema Winterdienst an Zeiss weiterzuleiten, die Stadt sei nicht zuständig. Es werde in punkto Klimaanlagen eine  Lärmmessung angeregt. Geltende Vorschriften müssten eingehalten werden.

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