Bürgermeister Traub kontra Bürgerinitiative

+
Das Gewerbegebiet Oberkochen Süd III.
  • schließen

Was beide Seiten in Sachen Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut zu sagen haben 

Oberkochen. Einen ganzen Fragenkomplex mit erläuternder Meinungsbildung  hatte Martin Schaub vorbereitet. „Warum investiert die Stadt zehn Millionen Euro in fünf Jahren ins Fraunhofer-Institut (IOSB)“ Hensoldt Optronics habe bereits seinerseits seit einem Jahr einen Kooperationsvertrag mit dem Fraunhofer-Institut . „Zwei Millionen im kommenden Haushalt für Laser-Waffen, auf Hensoldt zugeschnitten“, fügte Schaub hinzu. Zweite Frage: „Zehn Millionen Euro, soll damit der Regionalverband gut gestimmt und zum Ja gewogen werden?‘“ Und: „Was sind die Inhalte der angestrebten Kooperation, warum liegt der Fokus auf einem Rüstungskonzept? Höhepunkt des Frage-Zyklus: „Sollen nach dem geplanten Bau weitere Teile des Grünzugs überbaut werden. „Es gibt keine Vereinbarung mit Hensoldt Optronics“   Peter Traub, Bürgermeister Er habe in seiner Haushaltsrede den Vorschlag gemacht, dass die Stadt zehn Millionen Euro für die nächsten fünf Jahre bereitstelle.  Es gehe um eine mögliche Kooperation mit IOSB, entscheiden werde letztlich der Gemeinderat, führte der Bürgermeister aus. „Stadt und Gemeinderat geben aber keine zehn Millionen für Rüstung und Waffen aus, wir fördern auch keine Waffenhersteller“, fügte er hinzu. Es handle sich auch nicht um Subventionen und kein Cent gehe an Hensoldt. „Es gibt keine Vereinbarung mit Hensoldt Optronics“, so Traub wörtlich. Vielmehr gehe es bei IOSB um eine Entwicklungskooperation. Martin Schaub und Adelinde Pfistner wollten wissen, ob es „nach der Erweiterung eine weitere Erweiterung geben werde. „In meiner Amtszeit wird das Gewerbegebiet Oberkochen-Süd III nicht erweitert“, unterstrich Traub. Was sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin im Amt dann entscheide, könne er nicht sagen. In dieser schnelllebigen Zeit gebe es keine Garantien. Leider würden im  Gesamtkomplex Hensoldt „immer neue Säue durchs Dorf getrieben. „Erst die Biotope, die nun erhalten werden, jetzt die Kooperation“, setzte Traub hinzu. Schaub wollte wissen, warum man sich aufs Fraunhofer-Institut und nicht für die Hochschule Aalen als Kooperationspartner entschieden habe. Das Institut sei mit einem Konzept an die Stadt herangetreten, es gehe um Laser-Technologie, antwortete Traub. Die HTW Aalen bleibe nicht außen vor, sondern sei als wichtiger Baustein ins Entwicklungskonzept eingebunden. Auch dort sei eine Lasertechnologie-Forschung installiert. „Und keiner würde auf die Idee kommen, dass die Hochschule Aalen mit Rüstungsgütern zu tun hat“, schloss der Bürgermeister die Diskussion. Lothar Schell

Lesen Sie auch: 
-Vorläufiger Bebauungsplan vom Tisch
-Weichenstellung für Hensoldt AG
-Gewerbesteuern bringen Optimismus

Zurück zur Übersicht: Oberkochen

Mehr zum Thema

Kommentare