Bundesverdienstkreuz für Soutschek

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Seit Jahren ist die Scheerer-Mühle eine „Schaumühle“ und Herbert Soutschek kümmert sich darum.
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Für seinen vielfältigen ehrenamtlichen Einsatz in Oberkochen verleiht der Bundespräsident dem „Mühlenvater“ die höchste deutsche Auszeichnung.

Oberkochen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Herbert Soutschek das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Wohl kaum jemand in Oberkochen hat diese hohe Ehrung mehr verdient als Herbert Soutschek, der „Mühlenvater“. Vor allem die Vielfalt seines ehrenamtlichen Einsatzes in und für die Stadt Oberkochen besticht.

Dies wird wohl auch bei der Überreichung des Bundesverdienstkreuzes am 19. Oktober im Mühlensaal zum Ausdruck kommen. Nicht außen vor lassen sollte man den Einsatz seiner Gattin Regina, die sich in hohem Maß für den Erhalt und die Restaurierung der Scheerer-Mühle eingesetzt hat. Man agierte im Tandem.

Wurzeln geschlagen in Oberkochen

Herbert Soutschek wurde 1942 im heute tschechischen Swonowitz geboren, das früher zur Wischauer Sprachinsel gehörte. Krieg, Vertreibung und die Suche nach einer neuen Heimat brachten ihn schließlich 1953 nach Oberkochen, wo er nicht nur neue Wurzeln geschlagen, sondern auch seine „bessere Hälfte“ Regina kennen- und liebengelernt hat.

Soutscheks Liebe gehörte erst dem Fußball. Ab 1959 betreute er verschiedene Jugendmannschaften im 1956 gegründeten 1. FC Oberkochen. Später wurde er Jugendleiter und Mitglied des dortigen Hauptausschusses, dem er mit Unterbrechungen bis 1981 angehörte. Schach, Tischtennis und Schwimmen waren seine weiteren sportlichen Faibles. Drei Jahre lang war Soutschek Jugendschwimmtrainer der SSG Heidenheim.

Weit über 30 Jahre lang sang er im Sängerbund, der späteren Chorvision Oberkochen. 1981 wurde er zum Vorsitzenden der Soldatenkameradschaft gewählt, die er noch heute in dieser Funktion leitet. 1992 kam mit der Übernahme der Marktstände beim Stadtfest ein weiteres Betätigungsfeld hinzu. Im Tandem mit seiner Frau, die zeitweise die Gesamtorganisation des Stadtfestes verantwortete. „Er arbeitet unentgeltlich für die Allgemeinheit“, unterstreicht Bürgermeister Peter Traub.

1993 fungierte Soutschek als Organisator des großen Festumzugs anlässlich des 25-jährigen Stadtjubiläums. Fünf Jahre lang war er Mitglied des Gemeinderats. Konsequenz und klare Worte zeichnen ihn aus, konsensfähig, aber durchaus streitbar in der Sache ist er. Sehr am Herzen lagen ihm immer die Vereine. Von 1998 bis 2018 hatte der nimmermüde Ehrenämtler den Vorsitz des örtlichen Organisationsausschusses Oberkochener Vereine (ORGA) inne. Quasi der Vorsitzende der Vorsitzenden von 60 Vereinen, ein Koordinator mit viel Fingerspitzengefühl.

Der „Mühlenvater“ und die „Mühlenmutter“

Man erinnere sich ans Jahr 2004. Der Erhalt des Mühlenensembles stand im Gemeinderat lange Zeit auf der Kippe. Es ging letztlich um den Erhalt eines über Jahrzehnte vernachlässigten, denkmalgeschützten Ensembles und darum, die ehemalige Scheerer-Mühle wieder instand zu setzen. Das Wort vom „alda Glomp“ machte die Runde. Soutschek erklärte sich bereit, den Vorsitz des Mühlenvereins zu übernehmen.

Bis heute hat Soutschek trotz angeschlagener Gesundheit diesen Posten inne, den er mit Herzblut und Manager-Qualitäten ausfüllt. Auch hier: Der „Mühlenvater“ und die „Mühlenmutter“ sowie eine Handvoll fleißiger Helfer arbeiteten wie die Berserker, weit über 70 000 Stunden im Ehrenamt wurden angehäuft.

Chapeau, wenn man heute das Vorzeigestück in direkter Verbindung zur Neuen Mitte betrachtet. Seit Jahren ist die Scheerer-Mühle eine „Schaumühle“ und Herbert Soutschek hat dabei mit seinen technischen Fähigkeiten Hand angelegt. Dabei gelang es ihm, mit seiner verbindlichen Art einen engen Draht zur Stadt zu zurren, die den Mühlenverein unterstützte.

Heue spricht man vom „kleinen Kulturtempel“, auch wenn Corona in den beiden letzten Jahren viele Striche durch die Rechnung gemacht hat. Auch der Weihnachtsmarkt ist Soutscheks „Kind“. Auch hier im Double, das 2013 von Bürgermeister Traub die Bürgermedaille der Stadt Oberkochen bekommen hat. Schon vorab, herzlichen Glückwunsch zum anstehenden Bundesverdienstkreuz!

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