Comboni-Missionare brauchen weiter Unterstützung

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Drei Waisen mit ihrer Nachbarin
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Seit über 25 Jahren setzt sich Helene Dingler für Menschen in Afrika ein. Das ist die Situation vor Ort.

Oberkochen-Königsbronn. „Zuerst habe ich den vielen Unterstützern aus Oberkochen, Königsbronn und Heidenheim herzlich zu danken“, sagt Helene Dingler. Allerdings seien die Nachrichten der Missionare, Ärzte und Schwestern in Uganda leider nicht viel besser geworden. Jede Hilfe lindere aber das Leid und die oft schlimmen Lebenssituationen. Sorgen bereiteten die Dürrekatastrophen in Afrika und die Überschwemmungen im Süd-Sudan. Zudem werde der neue Lock-Down in Uganda viel Hunger und Elend bringen.

Leben auf engstem Raum

Viele Menschen lebten auf engstem Raum, was die Ausbreitung des Virus beschleunige. Quarantäne und Ausgangssperren durch die Regierung verschärften die Situation der Betroffenen. Aus Opit, der Pfarrei von Pater Josef Gerner und von Pater Robert Ocholla, unterstrichen die Geistlichen die fatale Situation. Seit zwei Monaten sind Schulen und Kirchen geschlossen.

Die Infektion bringe die Menschen an den Rand der Verzweiflung. Auch mache sich der Klimawandel immer stärker bemerkbar. Von Mai bis Juli habe es während der Regenzeit eine lange Trockenperiode gegeben und die Ernte sei in der Folge miserabel ausgefallen.

Ein Hungerjahr stehe ins Haus, falls die zweite Ernte wieder so schlecht ausfalle. Pater Gerner stellt fest, dass man den Kindern keine Schulspeisung mehr anbieten könne. Viele Bettler stünden Schlange und „es tut mir weh, wenn ich jemand wegschicken muss“, sagt der Comboni-Missionar, der mit Helene Dingler schon viele Jahre zusammenarbeitet.

Wegen der Pandemie ist auch die Handwerker-Schule von Bruder Konrad Tremmel in Gulu geschlossen. Die Lehrer mussten sich andere Einnahmequellen suchen, um zu überleben. „Die aktuelle Situation treibt viele in Existenzangst“, so Bruder Tremmel. Es gebe aber auch positive Signale in „unseren Betrieben, die weiterhin eine Vollbeschäftigung garantieren.

Neues Gartenprojekt

Licht am Horizont verspreche auch ein neues Gartenprojekt, das mit Hilfe aus Ostwürttemberg in Gang gesetzt worden sei. Dort werde eigenes Gemüse angepflanzt und verkauft. Seit Jahren unterstützt die Uganda-Hilfe auch das St. Joseph-Hospital in Kitgum. Die Pandemie habe voll durchgeschlagen, Medikamente und Schutzkleidung würden immer teurer, berichtet Dr. Pamela Atim. Das Stromnetz sei unzuverlässig, viel Geld müsse für Kraftstoff für den Antrieb der Generatoren ausgegeben werden.

Auf Spenden angewiesen

Das Hospital sei gerade jetzt auf Spenden angewiesen, um die notwendigen medizinischen Leistungen auch für schutzbedürftige Personen in der Gemeinde aufzubringen.

„Ohne Eure großzügigen Spenden hätten die Menschen hier keine Zukunft“, berichtet Bruder Bernhard Hengl aus dem Süd-Sudan. Unzählige Flüchtlinge versorge man mit Nahrungsmitteln, Planen, Decken, Moskito-Netzen und frischem Wasser. Nachts würden die Dörfer von Soldaten heimgesucht. Verfolgung und Mord seien an der Tagesordnung. „Lasst uns zusammen stehen, es gibt noch viel zu tun, wir machen einfach weiter“, sagt Helene Dingler im Gespräch mit dieser Zeitung.

Lothar Schell

Spendenkonto: katholische Kirchengemeinde;

Heidenheimer Volksbank;

IBAN: DE34 6329 0110 0034 1100 20

Verwendungszweck: Uganda-Hilfe

Bruder Konrad Tremmel beim Gartenprojekt

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