Corona-Pandemie hat die Schülerzahlen halbiert

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Optimismus trotz schwieriger Bedingungen bei städtischer Musikschule Oberkochen-Königsbronn

Oberkochen-Königsbronn Ein hartes Jahr hat die städtische Musikschule Oberkochen-Königsbronn wegen der Pandemie hinter sich. Musikschulleiter Andreas Hug berichtet im Gespräch mit der Schwäbischen Post über die aktuelle Situation.

„Seit einem Jahr vergleiche ich meine Arbeit mit einem Krisen-Management“, sagt Andreas Hug. Dies heiße im Klartext: Keine musizierenden Kindergruppen, keine Schülervorspiele, keine Aufführungen und Konzerte. Dafür tägliche Kontrolle der Inzidenz-Zahlen und die genaue Überprüfung der Corona-Verordnungen und den damit verbundenen Auflagen.

„Wir hoffen innig, dass jetzt wieder Licht am Horizont zu sehen ist und wieder echte Lebendigkeit in unserem Musikschul-Alltag Einzug hält“, blickt Hug in die Zukunft.

Erschwerend hinzugekommen sei, dass eine Musikschule keine allgemeinbildende Schule sei. Hier musste und müsse differenziert werden. Wenn zum Beispiel in allgemeinbildenden Schulen eine Maskenpflicht entfalle, entfalle diese nicht automatisch auch an der Musikschule.

„Die sich immer wieder ändernden Bestimmungen konnten nur mit stoischer Gelassenheit hingenommen und die entsprechenden Anweisungen weitergegeben werden“, blickt der Musikschulleiter zurück. Man habe das Beste aus der Situation gemacht.

Als schließlich mit dem zweiten Lockdown wieder alles dichtgemacht wurde, war man punktgenau vorbereitet. Die Musikschularbeit wurde so umgestellt, dass fast nur noch Einzel-, Partner- und allerhöchstens Gruppenunterricht gegeben wurde.

Jede Musikschullehrerkraft habe sich zuhause selbstständig mit eigenen Mitteln seine eigene Online-Plattform eingerichtet, womit übergangslos vom Präsenz-Unterricht wieder in den Online-Unterricht zurückgekehrt werden konnte. „Sogar Ensemblearbeit haben wir online unterrichtet“, betont Hug. Ein ganz großes Lob zollt der Musikschulleiter seinen Kolleginnen und Kollegen sowie den Eltern und Schülern. Man habe kollektiv mit Kreativität und Flexibilität an einem Strang, um den harten Einschnitt durchzuhalten.

So geht es weiter

Hug betont, dass der Ist-Stand bei zirka 200 Musikschülern steht. Leider blieben fast noch einmal so viele ausgesetzt oder befänden sich in Wartestellung. Die meisten Schüler fehlten im Elementarbereich, also in der Kindermusikschule und hier nennt Hug die Sparten „Singen-Bewegen-Sprechen“, den Musikgarten, die musikalische Früherziehung und die Blockflötengruppen. Diese vier Gruppierungen seien quasi das Fundament der Musikschule und Ausgangspunkt für die instrumentale oder vokale Ausbildung.

„Die Nachfrage ist leider überschaubar“, stellt Hug fest. Man hoffe auf eine Wiederbelebung. Personell sei man hervorragend gestellt. Die langjährigen Korsettstangen Martin Knipper und Adelinde Pfistner seien jetzt zwar im Ruhestand, aber in Igor Klokov (Gitarre), Stephan Kröger (Blechbläser) und Kang-Jung Sung (Schlagzeug) habe man hoch qualifizierte und motivierte Lehrkräfte eingestellt. Gitarrist Igor Klokov habe es geschafft, einen Online-Vorspielabend in seiner Gitarrenklasse zu veranstalten. Ansonsten habe es keine Konzerte und Auftritte in gewohnter Weise gegeben. „Wir verzagen aber nicht, die Hoffnung stirbt zuletzt“, blickt Andreas nach vorn. Lothar Schell

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