„Dank ist die stärkste Form der Bitte“

+
Helene Dingler bei ihrer lezten Ugandareise 2018. Seit 25 Jahren hilft sie und ihre Mitstreiter über die Ugandahilfe-Königsbronn, damit die Not in dem ostafrikanischen Land gelindert werden kann.
  • schließen

  Warum trotz Hilfe für die Comboni-Missionare in Uganda große Not herrscht.

Oberkochen/Königsbronn.  Eigentlich hätte die Uganda-Hilfe von Helene Dingler im letzten Jahr das 25. Jubiläum feiern wollen, die Pandemie verhinderte dies. „Wichtiger als feiern ist helfen, wo Not ist“, so Helene Dingler im Gespräch mit dieser Zeitung. Und allem voran setzt sie den herzlichen Dank für die Unterstützung der Missionare, Ärzte und  Schwestern. Viele Sachspenden konnten verschickt werden, eine sehr große gab es durch den FC Heidenheim. „Viele fleißige Hände haben dazu beigetragen, dass wir auf unseren Wochen- und Bauernmärkten ein gutes Angebot mit vielen schönen Dingen hatten“, blickt der „Engel vom Seegartenhof“ zurück.

Immer wieder finanzielle Hilfe brauchte Pater Gerner in Opit für den Kauf von Nahrmungsmitteln für die Ärmsten, die täglich vor seiner Tür stehen. Durch die Pandemie habe sich die Lage drastisch verschlechtert, nicht zuletzt auch durch Job-Verluste. „Die Nahrungsmittelpreise steigen ins Unermessliche“, sagt Pater Gerner. Hinzugekommen sei eine Dürrreperiode, ein Großteil der Ernte war vertrocknet. Helfen konnte die Uganda-Hilfe auch beim Schulgeld, das Eltern nicht mehr aufbringen konnten. Finanziell unterstützt wurden auch zwei neue, junge Pfarrer, die in Uganda kein Gehalt bekommen und von dem leben müssen, was sie von Gemeindemitgliedern bekommen. Und das ist wenig, weil die Menschen selbst nur das Nötigste haben. Pater Josef Gerner, der mit seinen 86 Jahren gesundheitlich noch recht stabil ist, wird im Laufe dieses Jahres in eine kleinere Pfarrei versetzt.

Was sich sonst noch getan hat

Bei Bruder Konrad Tremmel wurde in der Handwerkerschule in Gulu der Ausbildungsbetrieb wieder aufgenommen. 120 Azubis werden in verschiedenen Werkstätten ausgebildet.  Das von der Uganda-Hilfe unterstützte Gartenprojekt, das zur Selbstversorgung der Schule dient, ist gut angelaufen. Aber auch in Gulu hat die Pandemie gravierende Spuren hinterlassen. Während der Schließung haben einige Ausbilder die Schule verlassen und sich andere Tätigkeiten gesucht. Finanzielle Engpässe gibt es in der angegliederten Technischen Schule. Einige Klassenzimmer und ein Computer-Labor wären noch dringend nötig, berichtet Bruder Tremmel und bittet um wohlwollende Hilfe.

„Ich hoffe, dass wir hier in diesem Jahr weiterhelfen können, auch wieder mit Ausbildungsgeldern“, sagt Helene Dingler. Spendengelder wurden im letzten Jahr an Dr. Pamela Atim vom St. Josephs-Hospital in Kitgum überwiesen. Zum einen für Gehälter von Angestellten, nachdem die Regierung schon seit längerem staatliche Zuschüsse eingestellt hatte. Dankbar zeigt sich Helene Dingler über eine stattliche Spende, die den Kauf eines gebrauchten Röntgengeräts ermöglichte. Auch der neue Schlafsaal der angegliederten Schwestern- und Hebammenschule konnte fertiggestellt werden.

Aus dem Erlös der Spendenläufe an der Königsbronner Georg-Elser-Schule wurden Nahrungsmittel und Schulmaterial für die Primarschule und den Kindergarten in Gulu gekauft. Froh ist Dingler, dass auch die Hilfe für Bruder Bernhard Hengl nicht abreißt, der seit zehn Jahren im Südsudan arbeitet. Kurz vor Weihnachten kam ein Truck mit zwanzig Tonnen Nahrungsmitteln in Juba an. Auch Schul- und Kindergartengebühren für Waisen konnten dank der Spendengelder bezahlt werden. Schließlich kam ein Notruf von Bruder Günther Nährich, der dazu führte, dass die Unterernährten-Abteilung des St. Kizhito-Hospitals in Matany mit einer finanziellen Hilfe bedacht wurde. „Dank ist die stärkste Form der Bitte. Danke schon jetzt, dass wir gemeinsam weitermachen“, so Helene  Dingler.⋌ Lothar Schell

Spendenkonto Katholische Kirchengemeinde, Heidenheimer Volksbank, IBAN: DE34 6329 0110 0034 1100 20  Verwendungszweck: Uganda-Hilfe Königsbronn

Zurück zur Übersicht: Oberkochen

Mehr zum Thema

Kommentare