Der König vom Sonnenberg ist jetzt im Ruhestand

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Königsbronns Bürgermeister Michael Stütz, Irene Spielmann, Hubert Neuburger und Klara Roth-Lindenberger ( v. li.).

Der beliebte Schulleiter Hubert Neuburger bei kreativen Feierstunde verabschiedet.

Oberkochen. "Großer Bahnhof" waren die Beiträge der Lerngruppen des sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums im Bergheim, die im "Menschenbrückenlied" gipfelten. Das passte haarscharf. "HN" war an der Sonnenbergschule Brückenbauer und Vermittler und Fürsorger für "meine Kinder, die mir ans Herz gewachsen sind", sagte Hubert Neuburger.

Die Urkunde zum Eintritt in den Ruhestand überreichte Elke Weccard als ständige Vertreterin des Schulamtsleiters. Sie ließ Neuburgers Stationen Revue passieren. Dass so viele Kollegen seiner ehemaligen Schulen und aktuelle Nachbarn verschiedener Bildungseinrichtungen da seien, sei "Zeichen seiner beispielhaften sozialen Bindung an seine Wegbegleiter."

41 Jahre als Pädagoge, 31 Jahre davon in leitender Position, habe er die Schullandschaft durch Ideen und Umsetzungskraft geprägt, sagte Weccard. 49 Jahre ist er zudem beim Deutschen Roten Kreuz und 34 Jahre war er Gemeinderat. Elke Weccard verglich die Disziplinen der Waldarbeitsmeisterschaft mit Neuburgers Charakter. "Klare Zieldefinition, Augenmaß, Willens- und Schaffenskraft, Geschicklichkeit und Genauigkeit." Dieser Königsdisziplin entsprechend verpasste sie ihm den Titel "König vom Sonnenberg."

Bürgermeister Peter Traub beleuchtete Oberkochens Schulentwicklung während der elfjährigen Amtszeit Neuburgers. Im bildungspolitischen Ringen um Menschenrechte, Inklusion, Schulstandortsicherung, Werkreal- und Gemeinschaftsschule sei nicht nur ein Verbleib der Förderschule im Bergheim, sondern auch deren Notwendigkeit infrage gestellt worden. Trotz mancher Irritationen habe Hubert Neuburger recht behalten. "Hohe Akzeptanz, Weitsicht und Beharrlichkeit", schrieb Traub ihm ins Stammbuch. Neuburger habe auch in der konzeptionellen Ausrichtung und im Profil der Institutionen richtig gelegen. Daher habe der Schulträger den Erhalt des sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums beschlossen – verbunden mit einer zukünftigen Standort-Option am Tierstein.

Bürgermeister Michael Stütz (Königsbronn) schätzt an seinem Alt-Gemeinderat besonders dessen Gelassenheit, Ruhe und Sachlichkeit. Mit wenigen Worten emotionsfreie, zielführende Aussagen zu machen, liege nicht jedem, meinte Stütz. Die Tür für den "Ochsenberger Ruheständler" sei offen für Aufgaben in seiner Heimatgemeinde, etwa als Mitarbeiter im Gemeinde-Archiv oder als Fremdenführer.

Kerstin Gangl brachte für den Freundeskreis der Sonnenbergschule die Wertschätzung der Teamarbeit für Kinder mit Handicap zum Ausdruck. Grußworte sprachen auch Schuldekan Dr. Harry Jungbauer und Rektorin Karin Waluga von der Georg-Elser-Schule in Königsbronn.

Abschließend wurde es noch freudig-emotional, als sich der Lehrerchor bei "unserem tollen und einzigartigen Chef" musikalisch bedankte.

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