Der Vorsitzende wirft das Handtuch

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Roland Seimetz, hier bei einer Urlaubsfahrt mit seinem Motorrad, hat das Vorsitzendenamt beim Verein für Städtepartnerschaften aufgegeben.

Oberkochens Verein für Städtepartnerschaften steht ohne Vorsitzenden da. Roland Seimetz hat das Amt zurückgegeben. Richard Burger springt kommissarisch ein.

Oberkochen

Anfang Oktober 2020 war die Welt noch in Ordnung beim Verein für Städtepartnerschaften Oberkochen und seinem Vorsitzenden Roland Seimetz. Bei der Hauptversammlung trat er noch voller Tatendrang vor die Mitglieder und es ist auch keine Frage, dass Roland Seimetz während seiner sechsjährigen Tätigkeit städtepartnerschaftlich viel bewegt hat. Mit Dives-sur-Mer, Montebelluna und Mátészalka. Nicht nur städtepartnerschaftlich, sondern auch in seiner Profession als Stadtkämmerer und als Geschäftsführer der Stadtwerke, einer Tochtergesellschaft der Stadt Oberkochen. Und da beißt sich die Katze in den Schwanz. "Seimetz gekündigt", titelte diese Zeitung am 7. Dezember. Eine Meldung, die Wellen schlug und doch im Dunkeln blieb. Bürgermeister Peter Traub hatte auf Anfrage mitgeteilt, dass er zu Personalien keine Stellungnahme abgeben wolle, was so zu respektieren ist.

Roland Seimetz ist geachtet in Oberkochen, in seinen Tätigkeiten bei der Stadt höchst fundiert und beim Verein für Städtepartnerschaften hinterlässt er eine gewaltige Lücke. Nicht zuletzt wegen seiner vielen persönlichen Kontakte in und zu den Partnerstädten.

Dass Städtepartnerschaft von unten, aus der Wurzel der Bürger herauswachsen und gedeihen müsse, hatte er immer betont. Bei der Hauptversammlung im Oktober betonte er: "Wenn die Pandemie-Krise vorbei ist, muss es für uns alle oberste Priorität haben, die Städtepartnerschaften wieder zu beleben."

Warum jetzt der Rücktritt?" Seimetz selbst wollte gegenüber der SchwäPo keine Stellung dazu nehmen. Von persönlichen Wegbegleitern und Freunden Seimetz ist aber zu erfahren, dass der Rücktritt auf der emotionalen Ebene gründet. Die ordentliche Kündigung als Geschäftsführer der Stadtwerke habe bei ihm Wunden geschlagen. "Er will jetzt einfach die Akte Oberkochen offiziell abschließen, so schwer es ihm auch in Sachen Partnerschaftsverein fällt", so ein Insider, der ungenannt bleiben will. Klar, er will Oberkochen auf keinem Fall zum nicht betretbaren Terrain machen. Man wird ihn privat durchaus noch in Oberkochen sehen, natürlich mit seinem schicken Motorrad. Als Biker-Freak hat er die halbe Welt bereist.

Seimetz hatte viel Herzblut in den Verein gelegt. Er sei zu diesem Amt nicht verdonnert worden, vielmehr habe er es sehr gerne übernommen, meinte er anno 2014, als er die Verantwortung von Lilo Burger übernommen hatte.

Der Verein für Städtepartnerschaften braucht ganz dringend einen neuen Vorsitzenden, der sicherlich nicht so einfach aus dem Boden zu stampfen ist. Drei Partnerschaften – 36 Jahre mit Dives, 28 Jahre mit Montebelluna und zwölf Jahre mit Mátészalka – sind kein Pappenstiel.

Der Verein wird jetzt vom zweiten Vorsitzenden Richard Burger kommissarisch geleitet. Je nach Corona-Lage, soll es im Frühjahr eine Mitgliederversammlung geben. "Ich habe derzeit noch keine Ahnung, wie es weitergeht in unserem Verein", so Burger auf Nachfrage.

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