Die Stadt Oberkochen möchte „Lamm“ und „Ochsen“ kaufen

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Wird Mustafa Özbey Pächter im „Lamm“? Archivfotos: ls
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Was passiert mit den Traditionslokalen „Lamm“, „Ochsen“ und „Pflug“? Wir haben nachgefragt.

Oberkochen.   Soll die Innenstadt belebt werden, bedarf es nicht nur neuer Gebäude und mehr Einzelhandel, auch der gastronomische Bereich hat in Oberkochen Lücken. Es gibt genügend Pizzerien, aber Speiselokale mit deutscher Küche sind rar.

Lediglich das Mühlenwirtshaus hat regelmäßig geöffnet, das Traditionshaus „Pflug“ bietet alle zwei Wochen und mittwochs Speisen zum Abholen. In Oberkochen wird  gemunkelt, dass Rudolf Fischer sein Lokal nicht mehr öffnet. Und da sind natürlich noch die Dauerbrenner „Lamm“ und Ochsen“. Was geschieht damit?

„Lamm“ und „Ochsen“ seien nach wie vor in privatem Eigentum, so Bürgermeister Peter Traub auf Nachfrage. „Ich werde mich bemühen, die beiden Gebäude für die Stadt zu erwerben“, sagt er. Wenn dies gelinge, würden „Lamm“ und „Ochsen“ mit einem neuen Konzept reaktiviert und gastronomisch genutzt. Landauf landab sei ein Gastronomie-Sterben auszumachen. Dabei gehe nicht nur ein Teil der Ortskultur verloren, sondern ein Stück weit auch die Seele eines Ortes,  weil Gasthäuser soziale Treffpunkte und auch Kommunikationszentren seien und damit dem gesellschaftlichen Leben dienten, sagt Traub.

Die Stadt Oberkochen könne diese Verödung verhindern und dazu beitragen, dass es privaten Pächtern möglich werde, gute Gastronomie zu betreiben.

Ob Mustafa Özbey dann der Pächter im „Lamm“  sein könnte, will der Bürgermeister nicht kommentieren. Özbey wird, wie berichtet, die Spielhalle in Fachsenfeld im März aufgeben. Er hat auch bereits angekündigt, dass er das Bistro in der Neuen Mitte in diesem Jahr schwerpunktmäßig angehen werde. Im vergangenen Jahr kam Unmut über zu viele Schließtage in der Neuen Mitte auf. Roland Winter hatte dies im Gemeinderat mehrmals moniert.

Kernfrage bleibt eben auch, wie die Zukunft des Gasthofs „Pflug“ aussehen wird. Im Gespräch mit Rudolf Fischer betont dieser: „Ausgang offen.“ Wenn 2G+ plus weg sei, könne man über eine Wiederöffnung nachdenken.  Inzwischen gilt 3G, also neue Situation? „Aber dann gehen die Leute  im Sommer wieder raus in die Außengastronomie und wirtschaftlich muss es eben auch sein“, sagt Fischer.  Räumlich bedingt, kann der „Pflug“ keine Außengastronomie anbieten.

„Nein und dreimal nein, der Pflug macht nicht die Schotten dicht, auch wenn dieses Ammenmärchen noch hundertmal durch Oberkochen geistert“, sagte Fischer mitten in der Pandemie im September 2020. Insider wollen wissen, dass der seit über 105 Jahren bestehende „Pflug“ nicht mehr öffnen wird.

Rudolf Fischer sagt, dass er „trotz großen Bemühens einfach  auch kein Personal findet.“ Die Situation ist bei ihm eine andere. Fischer   bewirtschaftet in seinem Hotelbetrieb zirka 25 Zimmer, die die Woche über „relativ gut belegt sind.“ Als Eigner des Gebäudes drückt ihn auch keine Pacht. Dass er damit eine Basis hat und der Sache relativ gelassen ins Auge schauen kann, will er nicht bestreiten. Schade wär es  allemal, wenn es keine Renaissance gebe,  denn der Pflug ist gestandene Gastronomie in Oberkochen und hat dort immer noch viele Freunde. Und: 106 Jahre Familienbetrieb sind ja auch kein Pappenstiel.

Bürgermeister Traub blickt indes auch auf die Symbiose von Gastronomie und Einzelhandel. Von einem guten Gastronomie-Angebot könne auch der Einzelhandel in der Innenstadt profitieren, es könnten mehr Menschen angezogen und in die Stadt gelockt werden. Lothar Schell

Ausgang offen, so sieht es derzeit aus.“

Rudolf Fischer,, Gasthof Pflug
Wann der Pflug wieder öffnet. ist ungewiss.

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