Ein bedeutender Knoten im sozialen Netzwerk der Stadt Oberkochen

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v.l. Harald Gentsch, Richard Burger, Kerstin Gangl, Peter Traub
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Der SPD-Ortsverein Oberkochen hat den 14. Sozial- und Kulturpreis an den Bürgertreff mit Kerstin Gangl an der Spitze verliehen. Warum der soziale Mehrwert so hoch anzusetzen ist.

Oberkochen

Gerade in einer Zeit, in der Selbstverwirklichung einen höheren Stellenwert als der Dienst am Nächsten zu haben scheine, setze bürgerschaftliches Engagement einen Kontrapunkt und leiste damit einen unschätzbaren Beitrag fürs Gemeinwohl, titelte SPD-Ortsvereinsvorsitzender Richard Burger seine Laudatio.

Der Bürgertreff mit Kerstin Gangl an der Spitze sei hierfür ein Paradebeispiel. Hier gelte nicht das Pochen aufs „Ich“, vielmehr stehe das „Wir“ im Fokus des Handelns. „Menschen, die sich voll und ganz für die Allgemeinheit einsetzen und dafür einen großen Teil ihrer Freizeit schenken“, führte Burger aus.

Oberkochen könne sich glücklich schätzen, dass das soziale Netzwerk eng gestrickt sei und von vielen Gemeinden werde man dafür beneidet. Der Bürgertreff sei ein fester Stein in diesem Gewölbe, das die Gesellschaft trage.

Vor zwölf Jahren wurde der Bürgertreff gegründet. Kerstin Gangl hatte das Ohr am Bürger und spürte die Notwendigkeit eines Treffs mit Verköstigung, Kommunikation und Geselligkeit. Sie fackelte nicht lange, spannte vielmehr die Drähte zur Stadt und stellte Edgar Hausmann ihr Projekt vor. Sie animierte ihre engen Mitstreiter zum Mitmachen – Anne Braun, ihre Stellvertreterin, Reiner Miroff, Paula und Günter Weis, Volkmars Kessler, Andrea Wunderle und Doris Rathgeb.

Man startete im Kinderhaus am Gutenbach. Als man dort an räumliche Grenzen kam, stellte Bürgermeister Peter Traub den Saal des Schillerhauses zur Verfügung, jetzt findet der Bürgertreff im Mühlensaal statt. Gangls Motto: „Was aus dem Topf kommt, ist nicht das Wichtigste, ganz oben steht die Gemeinsamkeit.“ Der Bürgertreff schweißt Menschen zusammen, wenn jemand mal krank ist, wird das Essen zu ihm gebracht. So kommen regelmäßig zirka 40 Gäste, meist ältere Paare, Witwen und Witwer, meist aus Oberkochen, aber auch aus Aalen, um Gemeinschaft zu erleben. Das Motto: „gemeinsam statt einsam.“ Man feiert Geburtstage zusammen, es sind Freundschaften entstanden. Auch Weihnachten wird kollektiv gefeiert. Corona hat jetzt lange Zeit den Bürgertreff blank gestellt. Erst vor einer Woche konnte man wieder öffnen

Richard Burger überreichte den 14. Sozial- und Kulturpreis an Kerstin Gangl und ihre Mannschaft – verbunden mit einem Geldbetrag in Höhe von 500 Euro. „Ein Ehrenpreis, um diese große Leistung zu würdigen“, sagte er.

Bürgermeister Peter Traub betonte in seinem Grußwort, die SPD habe eine hervorragende Wahl getroffen. Tolle Ehrenamtliche formierten sich um Kerstin Gangl, die „der Dreh- und Angelpunkt des Bürgertreffs ist.“ Sie sei keine Frau, die fordere, sondern den Menschen Wärme und Zuwendung gebe. Wie Sie es schaffe, zu beim Weihnachtstreff gleich zehn Enten aus ihren zwei Herden hervorzuzaubern, dies sei schon phänomenal. SPD-Kreisvorsitzende Sonja Elser würdigte die „beeindruckende Zeitreise der Preisverleihungen“. Orga-Vorsitzender Karl Kehrle überbrachte ein Geldgeschenk namens der Vereine.

Locker und sympathisch rüber kam der Dank von Kerstin Gangl. Nach dem Motto „Dank ist die stärkste Form der Bitte“ bat sie alle Sponsoren und auch die Stadt Oberkochen, dem Bürgertreff auch fortan wohlwollend zur Seite zu stehen.

„Für viele Menschen ist der Bürgertreff der Höhepunkt der Woche.“

Richard Burger, Vorsitzender SPD-Ortsverein
Kerstin Gangl erhielt von Richard Burger den SPD-Sozial- und Kultupreis. Links neben ihr Alt-Bürgermeister Harald Gentsch (Foto: ls)

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