Ein kompromissfähiger Naturschützer

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Ottmar Bihlmaier liebt die Natur und er schützt sie. Auch als Stadtrat in Oberkochen setzt er sich für die Gesellschaft ein.

Seit 1984 ist Ottmar Bihlmaier (64) Mitglied der Ortsgruppe des Naturschutzbunds (NABU). Wie er sich vielfältig für Flora und Fauna einsetzt.

Oberkochen

Naturschutz muss für jeden verständlich und nachvollziehbar, aber auch praktizierbar sein." Das sagt Ottmar Bihlmaier, Vorsitzender der NABU-Ortsgruppe Oberkochen und seit dieser Legislaturperiode auch Stadtrat der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Man müsse auch zu Kompromissen bereit sein, fügt er hinzu. Wenn er im Gemeinderat das Wort in Sachen Natur- und Umweltschutz ergreift, hören ihm alle gerne zu.

Bihlmaier, der 1955 als 6000. Einwohner in Oberkochen geboren wurde und dort aufgewachsen ist, ist sehr heimatverbunden – aber trotzdem weltoffen. Sehr naturverbunden – trotzdem realitätsnah und geerdet. "Ich bin für Oberkochen immer zu ehrlichem Einsatz bereit", unterstreicht Bihlmaier, der 44 Jahre lang bei der Firma Carl Zeiss tätig war und im April 2019 seinen Ruhestand angetreten hat.

Natur- und Umweltschutz haben sein Leben begleitet. Schon mit sechs Jahren habe er mit seinem Vater und dem Opa ausgedehnte Spaziergänge durch Wald und Feld unternommen. Seit seiner Jugend habe er sich für die heimische Flora und Fauna interessiert, und er habe hierbei hautnah den Artenrückgang miterlebt.

"Ich bekomme viele Anrufe von Bürgern, wenn es um Naturschutzbelange geht", sagt Bihlmaier. Die Themenpalette ist dabei facettenreich. Mal geht es um botanische Fragen, zweimal ist es schon um Schlangen gegangen oder um eine ausgesetzte nordamerikanische Kornnatter.

In Oberkochen hat er einiges angestoßen: Das Artenschutzprogramm Mehlschwalben, die Öffnung des Arboretum, den reduzierten Mähzyklus zur Erreichung naturnaher heimischer Blumenwiesen oder auch das Anlegen von Blumenstreifen im Stadtbereich.

"Für mich ist die Arbeit im Gemeinderat eine Tätigkeit zum Wohl der Bewohner ohne parteiliches Geplänkel", unterstreicht der NABU-Vorsitzende.

Ich bin für Oberkochen immer zu ehrlichem Einsatz bereit.

Ottmar Bihlmaier NABU-Ortsvorsitzender und Stadtrat

Als "grüne Stimme" werde er vom Gemeinderat akzeptiert. Ein dickes Lob spricht er der Stadtverwaltung aus: "Ich habe mit dem Bürgermeister ein sehr konstruktives Verhältnis und er nimmt sich immer Zeit für Belange von Natur und Umwelt."

Ganz wichtig ist ihm die Zusammenarbeit mit Geschäftsführer Ralf Worm vom Landschaftserhaltungsverband Ostalbkreis, mit dem mögliche Pflegemaßnahmen im Bereich der Gemeinde angesprochen und umgesetzt werden. So sind zum Beispiel in einem Trockenhang im Wolfertstal sehr seltene Pflanzen wie die Kugelige Teufelskralle oder die Kleine Traubenhyazinthe in ihrem Bestand gesichert worden.

Derzeit arbeitet Bihlmaier mit der Unteren Naturschutzbehörde zusammen, wobei es dabei um den Schutz eines neuen Brutvorkommens im Bereich der Stadt Aalen geht.

Zu einer Bebauung des Wolfertstals hat Bihlmaier eine klare Meinung: "Das ist ein Naherholungsgebiet, das unbezahlbar ist und im unbebauten Zustand erhalten bleiben muss." Besonders jetzt, während der Corona-Krise, habe es Spaziergängern aller Altersgruppen genützt und verschiedene Landwirte bewirtschafteten in diesem Tal auch ihre Wiesen, die dann indirekt für die Versorgung mit Nahrungsmittel stünden.

Praktizierter Umweltschutz, das bedeute auch, eine lebenswerte Umwelt für die Menschen zu schaffen, findet Bihlmaier. Das Insektensterben mache ihn betroffen. Dies sei auch eines der Themen, für das er sich als Oberkochener im Gemeinderat mit Herzblut einsetzen wolle.

Abschließend und in die Zukunft gerichtet, fügt Bihlmaier hinzu: "Packen wir es gemeinsam an, damit der Slogan ‘Oberkochen, Stadt im Grünen' auch noch für unsere Nachkommen Geltung hat."

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