Ein Oberkochener Traditionsverein am Scheideweg

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Das Naturfreundehaus in Oberkochen
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Im kommenden Jahr würde die Oberkochener Ortsgruppe das 70-jährige Bestehen feiern. Warum jetzt aus personellen Gründen das Aus droht.

Oberkochen 

Schatten überm Naturfreundehaus, gedrückte Stimmung bei den Vorstandsmitgliedern des Vereins. Janine Piper, Melanie Fiedler, Doris Meisel, Gerda Böttger und Karl-Heinz Maslo berichten der SchwäPo, wo der Schuh drückt. Im Mai vergangenen Jahres verstarb der langjährige Vorsitzende Theo Stig. Janine Piper, seit 2006  zweite Vorsitzende und Umweltreferentin, hat das Amt der Vorsitzenden kommissarisch übernommen. Bis auf Gerda Böttger wollen die anderen Vorstandsmitglieder ins zweite Glied rücken, einfach nach langer Vorstandsarbeit kürzertreten. „Wir sind ein finanziell sehr intakter Verein, es geht darum, neue Mitglieder für den Vorstand zu rekrutieren“, sagt Janine Piper, die ihrerseits das Amt der Vorsitzenden nicht übernehmen kann, da sie im Landesverband der Naturfreunde als Fachbereichsleiterin Umwelt stark beansprucht ist. „Wir müssen zeitnah eine Lösung finden“, so der Tenor. Zeitnah heißt konkret bis zum 4. März, wenn bei der Hauptversammlung Neuwahlen für den Gesamtvorstand ins Haus stehen. Sollte keine Lösung gefunden werden, droht dem  Ortsverband nach fast siebzig Jahren das Aus. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung müsste darüber entscheiden.

Es geht um „Überalterung“, bislang kein Nachwuchs in Sicht. Janine Piper ist mit 63 Lenzen die Jüngste im Vorstand. Der Altersschnitt der Mitglieder liegt bei  siebzig Jahren. Im Grunde genommen biete der Verein allen Altersschichten ein breites Spektrum an Angeboten, wirft Wanderführerin Melanie Fiedler ein. Für junge Familien, Kinder und Jugend, Natur und Umwelt, eine Frauengruppe, Sport und Kultur stehen auf der Agenda. Wanderungen werden angeboten und Reisen in Vernetzung mit dem Landesverband.

Die Lage ist ernst

„Wer an Naherholung und Sehenswürdigkeiten der Heimat interessiert ist, liegt bei uns richtig“, sagt Gerda Böttger. Man macht sich aber nichts vor, es ist fünf vor Zwölf. „Wir reden Tacheles, die Lage ist ernst“, sagt Janine Piper, die auch schon den Landesverband eingeschaltet hat, um Lösungen zu finden. Ein Zusammenschluss mit einem anderen Ortsverband wäre denkbar. Trotzdem braucht man eben Leute, „die den Karren ziehen“. Man werde Interessierte nicht ins kalte Wasser werfen, unterstütze gerne in der Einarbeitungsphase, wird betont. Schon der Blick in die Vergangenheit sei Verpflichtung, auch den letzten Strohhalm auszuloten, sagt Doris Meisel.

Und da ist noch eine zweite Baustelle: das wunderschöne Naturfreundehaus am Tierstein, für dessen Bau Altvordere viel Herzblut, Schweiß und Arbeit eingesetzt haben.

Was geschieht mit dem Naturfreundehaus?

Das Naturfreundehaus ist im Besitz des Ortsverbands und verpachtet an den Mühlenwirt Schuhbauer. Auch Grund und Boden gehört dem Verein. Das Gelände davor, die sogenannte atomwaffenfreie Zone, wurde dem Verein auf Erbpacht für 99 Jahre zur Verfügung gestellt. In Oberkochen sind der Verein und sein Naturfreundehaus, das in Absprache mit dem Mühlenwirt Heimstatt der Naturfreunde geblieben ist, fest verwachsen. Bei einer Auflösung würde das Vereinshaus verkauft. „Noch sind wir optimistisch, dass sich Interessenten für unseren Verein finden“, heißt es in der Runde unisono. „Es wird nicht einfach sein, aber Naturfreunde haben gelernt, positiv zu denken“, betont Karl-Heinz Maslo.

Wer Interesse hat, kann sich informieren: bei Janine Piper, Tel: (07364) 5462, Mail: janine.piper@naturfreunde-wuerttemberg.de oder bei Gerda Böttger, Tel: (07364) 6277. Infos zu den Naturfreunden gibt es online unter: www.naturfreunde-wuerttemberg.de.   Die Hauptversammlung ist am 4. März.

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